Dishonored: Spiel des Jahres Edition – Corvo gegen Daud

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Jetzt liegt sie vor: Die Dishonored: Spiel des Jahres Edition. Natürlich ist sie prall gefüllt mit allen DLCs und dem Hauptspiel. Schon allein deshalb lohnt sich ein Kauf. Doch mich interessiert was anderes.

Dishonored_Game_of_the_Year_Edition_neXGam_3Mich störte bei Dishonored, dass Corvo zu blass war. Er sprach nie und interagierte von sich aus nur selten mit seiner Umgebung. So interessant die Handlung in all ihren Facetten war, das wirkte sich empfindlich auf die Atmosphäre aus.

Jetzt gab zu dem Spiel natürlich DLCs. Vier Stück an der Zahl. Die „Dunwall City Trials“ interessierten mich nur am Rande und das „Void Walker’s Arsenal“ bot zwar diverse nette Extras, doch hätte ich es mir für das Hauptspiel nicht gekauft. Vielmehr bin ich ein Freund von gelungenen Zusatzinhalten, die die Story erweiterten. Und das war mit „The Knife of Dunwall“ und „The Brigmore Witches“ der Fall.

Die beiden DLCs bieten eine Seitengeschichte zur Hauptstory an. Protagonist dieser ist Daud, der Mörder der Kaiserin. Wer sich an den Beginn der Geschichte erinnert, dürfte noch im Kopf haben, dass er und die anderen „Walfänger“, wie sich die Assassinen nannten, dem Anschein nach über besondere Fähigkeiten verfügten. Und in der Tat wurde später im Spiel bestätigt, dass auch Daud vom Outsider berührt worden war. Und ich will ehrlich sein. Als ich die Gelegenheit hatte, brachte ich ihn damals um. Auge um Auge, genauso so, wie es im alten Testament steht. Doch nachdem ich die DLCs durch hatte, bin ich geneigt, bei einem erneuten Durchgang, das nicht mehr zu tun, so sehr änderte sich mein Bild von Daud.

Dishonored_Game_of_the_Year_Edition_neXGam_5Denn gleich zu Beginn erlebt man den Mord an der Kaiserin direkt mit, nur eben aus der Perspektive des Täters. Und das besondere ist: Er spricht! Man merkt ihm an, dass der Auftrag an ihm nagt. Und trotzdem führt er ihn durch. Mit erstaunlichen Konsequenzen: Denn kaum ist sie tot, taucht auf einmal der Outsider auf und macht eine ominöse Bemerkung, die später Sinn ergibt.

Mein Interesse war geweckt! Sollten die Entwickler bei Daud alles besser gemacht haben, als bei Corvo? Doch die Hoffnung wurde enttäuscht. Denn sobald das eigentliche Spiel losgeht, hat man es erneut mit einem Protagonisten zu tun, der stumm bleibt. Nur in den spärlichen Zwischensequenzen ergreift er das Wort und äußert sich über den Handlungsverlauf. Für mich persönlich zu wenig, da ich viel Wert auf Dialoge setze.

Allerdings war ich durch die Liebe zum Detail bei diesen DLCs beeindruckt. Denn vieles, was man in den Zwischensequenzen sieht, wird im Gameplay erläutert. Daud spielt sich zwar ähnlich wie Corvo, so kann er sich ebenfalls teleportieren und versteckte Runen aufspüren. Doch es gibt ebenso deutliche Unterschiede. So kann er Assassinen herbeirufen und einen geringen Teil seiner Magie auf andere übertragen, was die Szenen zu Beginn des Spiels erklärt. Auch sein Arsenal unterscheidet sich von Corvo, da er ein Pulver mit sich führt, welches anderen die Luft nimmt und sie so ohnmächtig werden lässt. Man hat es also nicht mit einer 1:1 Kopie von Corvo zu tun.

Und wenn ich die beiden miteinander direkt vergleichen würde? Läuft es auf einen Gleichstand hinaus. Denn auch wenn Corvo blass wirkt, überzeugt bei ihm die um ihn herum aufgebaute Story. Für Daud hingegen spricht, dass die Entwickler es dem Spieler ermöglichten, das Geschehen durch seine Augen zu sehen, wodurch man seine Motivation nachvollziehen kann. Er wird so zwar nicht zu einem Helden. Aber er ist ebenso kein typischer Antagonist mehr.




Forum
  • von manji:

    Danke. Immerhin wurden wohl beide sprachen installiert.

  • von Nognir:

    Ist immer das Problem bei den Zenimax Spielen. Entweder ist Deutsch/Französisch drauf oder Englisch.

  • von aldi404:

    Du musst die Konsole auf Deutsch stellen

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