Batman: The Telltale Series Episode 1 - Wie alter Kaugummi.. im Test

PlayStation3PlayStation 4Xbox 360Xbox One

Jahrelang waren die Spieleabenteuer von Batman, die von den Rocksteady Studios entwickelt worden sind, das Maß aller Dinge. Doch jetzt kommt mit Batman: The Telltale Series seit verhältnismäßig längerer Zeit wieder ein Video Game heraus, das vielleicht sich als neue Maßstab definieren könnte. Schließlich ist der Entwickler Telltale Games, womit klar ist, was für eine Art von Game dies ist.

Batman_The_Telltale_Series_neXGam_3Telltale Games sind schließlich bekannt für ihre Adventures, die sie in Episodenform herausbringen. Und Spiele wie die Adventures zu The Walking Dead oder The Wolf among us, haben ihren Ruf als sehr gute Spieleschmiede, die außerdem auch noch respektvoll mit den Lizenzen umgehen, die sie erhalten haben, quasi zementiert. Jetzt ist die erste Episode seit einiger Zeit draußen und wurde von mir unter die Lupe genommen.
 
Die Story spielt zu Beginn der Karriere von Batman. Der Dunkle Ritter wird als gefährlicher Vigilant angesehen, der von der Polizei gejagt wird. Was ihn allerdings nicht davon abhält, der Diebin Catwoman eine verschlüsselte Festplatte abzujagen, die möglicherweise wichtige Infos enthält, die seinem Kampf gegen das Verbrechen weiterhelfen können.
 
Doch gleichzeitig muss er ebenso in seiner zivilen Identität als Bruce Wayne dafür sorgen, dass das Verbrechen in Grenzen gehalten wird. Dazu unterstützt er den Bürgermeisterkandidaten Harvey Dent, der den als korrupt geltenden amtierenden Bürgermeister Hill stürzen soll. Allerdings zeigt sich schon bald, dass auch hier das organisierte Verbrechen daran interessiert ist, die Finger im Spiel zu haben.
 
Batman_The_Telltale_Series_neXGam_4Die erste Episode der Telltale Serie ist gut, aber nicht hervorragend. Die Story hat ihre Momente. Doch ebenso hat man das Gefühl, sie zieht sich zeitweise sehr. Wie auch das Gameplay an sich, sich manchmal anfühlt, als wäre es wie alter, zäher Kaugummi.
 
Der Beginn ist das perfekte Beispiel dafür. Wer erinnert sich noch an die Kämpfe aus der Arkham-Serie, die flott und herausfordernd waren? Das ist bei Batman: The Telltale-Series nicht der Fall. Überwiegend handelt es sich um eine Sequenz an Quick Time Events, in der es nur darauf ankommt, mit dem Steuerknüppel eine bestimmte Bewegung zu machen und gleichzeitig einen vorgegebenen Knopf zu drücken. Hat man das erfolgreich absolviert, kann man eine Szene auslösen, die besonders eindrucksvoll zeigt, wie er seine Gegner eliminiert.
 
Das Problem daran ist, dass die Eingaben sehr tolerant sind. Man hat gut Zeit, um sie zu absolvieren. Und es reicht häufig auch aus, wenn man nur einen Teil der QTEs erfolgreich erledigt. Wodurch den Action-Szenen jede Menge Würze genommen wird.
 
Besser machen es die Szenen, in denen nur geredet wird. Die Dialoge sind erstklassig geschrieben und man muss wirklich schnell überlegen, ob und was man für eine Antwortmöglichkeit auswählt. Telltale Games-typisch gibt es wiederholt Entscheidungen, die erst im späteren Verlauf der Serie an Bedeutung gewinnen.
 
Batman_The_Telltale_Series_neXGam_2Allerdings muss man ebenfalls betonen, dass die Story Zeit braucht, ehe sie einen packt. Die ersten zwei der vier bis fünf Stunden Spielzeit ziehen sich dahin, trotz interessanter Szenen, wie dem Aufeinandertreffen von Bruce Wayne und Carmine Falcone. Man merkt einfach der Geschichte an, dass hier sehr viel für spätere Episoden aufgebaut wird.
 
Übrigens muss angemerkt werden, dass das Spiel sich nicht an dem DC Comic-Universum bedient. Das wird man vor allem an der Figur von Oswald Cobblepot bemerken, der in den Comics ein kleiner, dicker Mann ist. Im Spiel allerdings ist er ein dünner Mensch, der anarchistische Weltanschauungen hat.
 
Zurück zur Story. Die zieht erst gegen Ende an. Dann, als eine große Enthüllung auftaucht, die alles in Zweifel stellt, woran Bruce Wayne geglaubt hat. Hier merkt man auch wirklich, was für eine erstklassige Arbeit die Sprecher machen. Denn sie tragen dazu bei, dass man am Ende wie gebannt vor der Konsole sitzt und wissen will, wie es weitergeht.
 
Das liegt allerdings nicht an der Grafik. Die ist… bescheiden. Gespielt wurde auf der Xbox One und da hat man wiederholt selbst in ruhigen Momenten ein Ruckeln gemerkt. Mal ist es nur dezent, gerade genug, um aufzufallen. Doch in anderen Szenen ist es schon deutlich heftig.
 
Ebenso zu bemängeln ist, dass viele Szenen extrem grob aufgelöst sind. Es ist dann ein starker Kontrast, zwischen den normal aussehenden Figuren und den teilweise pixelig anmutenden Hinter- oder Vordergründen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Charaktere sich teilweise wie Roboter bewegen und einen Stock im Arsch zu haben scheinen.
 
Es ist noch viel Luft nach oben, was die Serie angeht. Und ob am Ende die Story allein ausreichen wird, um einen vor der Konsole zu fesseln? Man wird es sehen.
Userwertung
0 0 Stimmen
Wertung abgeben:
senden
Forum
  • von TommyKaira:

    Ich habe mit der PS3-Version begonnen und die erste Episode gibt es gratis. Wollte das erst ausprobieren, bevor ich mir den Season Pass hole. Jetzt kann ich aber den Season Pass nicht mehr kaufen, da ich ja Episode 1 schon besitze. Das ist jetzt etwas unglücklich. ...

  • von TommyKaira:

    Mit technischen Mängeln an sich könnte ich leben, aber der Streifen ist schon merkwürdig. Danke auf jeden Fall.

  • von aldi404:

    Die Last Gen Version ist technisch eine Frechheit. Zum Glück hab ich das schon verdrängt, an einen hellen Streifen kann ich mich nicht erinnern.

Insgesamt 102 Beiträge, diskutiere mit
Follow us
Anzeigen
neXGam YouTube Channel
Anzeigen