Project Xenon Valkyrie + im Test

PSVita

2017 gab es nicht mehr viele Spiele, die speziell für die Vita erschienen anstatt Me-too-Ports von PS4-Games zu sein. Zum Ende des Jahres steuert Cowcat noch einen vorläufig konsolenexklusiven Vertreter bei.

Project_Xenon_Valkyrie_Plus_neXGam_10Xenon Valkyrie ist ein ursprünglich Anfang 2017 veröffentlichter Steam Titel vom spanischen Entwickler Daniel Fernandez Chavez. Der Roguelike Plattformer hatte anfangs so einige Probleme, wurde aber konsequent weiterentwickelt und verbessert. Chavez als Vita-Fan tat sich daraufhin mit dem Franzosen Breton Fabrice zusammen, seines Zeichens Gründer von Cowcat Games, um eine noch weiter verfeinerte Fassung für sein Lieblings-Handheld zu ermöglichen. Wenige Monate nach Beginn der Portierungsarbeiten veröffentlicht Cowcat nun, direkt vor Weihnachten das fertige Game.

Project Xenon Valkyrie + spielt in einer Sci-Fi-Welt, welche von einer düsteren Gefahr vom naheliegenden Mond bedroht wird, welche Kreaturen und Maschinen korrumpiert und alles ins Chaos stürzt. Die Soldate Eloen, Renna und Nue machen sich daran, sich durch die Gegnerhorden zu kämpfen und der Sache auf den Grund zu gehen.

Project_Xenon_Valkyrie_Plus_neXGam_06Der Spieler wählt zu Beginn einen der drei Charaktere und beginnt, sich durch die Welten zu kämpfen. Hüpfen, Walljumps, Schwertangriffe, Schußwaffen- und Granateneinsatz ... die Aktionsmöglichkeiten sind vielfältig. Zusätzlich verfügt jeder der Charaktere über eine individuelle Fähigkeit. Nue kann extrem hoch springen und damit in Bereiche gelangen, die für die anderen beiden unerreichbar scheinen. Renna kann Kartendetails aufdecken. Und Eloen verfügt über einen unbegrenzten Vorrat an C4 Sprengstoff mit Timer, der genutzt werden kann um alle Wände, Böden und Decken zu sprengen und sich so einen eigenen Weg zu bahnen.

 

Project_Xenon_Valkyrie_Plus_neXGam_07So beginnt man am Start jeder Stage am oberen Bildschirmrand und arbeitet sich zum weiterführende Teleporter am unteren Ende der Karte. Die prozeduralgenerierten Level sind voller Feinde und waghalsiger Sprungaufgaben. Eine Minikarte gibt jederzeit einen Überblick über den generelle Aufbau der Gewölbe, allerdings ohne Gegnerpositionen. So sind es auch eben diese Monster, die den Spieler zur Vorsicht mahnen: Sich achtlos in die Dunkelheit fallen zu lassen kann einen nur zu leicht mitten in eine große Gegnergruppe führen. Manche Feinde schießen, andere verwunden beim bloßen Kontakt, und wieder andere sprengen sich bei Berührung gar mit verheerendem Ergebnis selbst in die Luft. Das mitgeführte Schwert hat eine sehr kurze Reichweite, und die Schußwaffen nur knapp bemessene Munition. Selbst kleine und schwache Gegner können schnell das Ende bedeuten. Zum Vorteil des Spielers ist, dass in der Umgebung angebrachte Fallen auch die Feinde verwunden und ihre Schüsse auch für ihre Kollegen ungesund sind. So kann es gerne mal passieren, dass man Erfahrungspunkte bekommt und einen Level aufsteigt ohne selbst etwas getan zu haben, durch bloße Geduld. Ein Levelaufstieg? Aber ja, denn mit den mickrigen Anfangswerten sind unsere Helden völlig chancenlos. So bringt natürlich jeder bezwungene Gegner Erfahrung, und am Ende einer Stage kann man gut 5 oder mehr LevProject_Xenon_Valkyrie_Plus_neXGam_08el-ups erreicht haben. Zwischen den Stages dürfen die dafür erhaltenen Skillpunkte dann in Aufwertungen der Stats investiert werden. Die andere Variante, stärker zu werden besteht im Sammeln von neuen und besseren Waffen. Große Feinde lassen Schlüssel fallen, die wiederum hin und wieder zu findende Waffentruhen öffnen können. Deren Inhalt ist komplett zufällig. Schwert oder Schußwaffe und Stärke ... alles Glückssache. So kann ein besonders guter Waffenfund den Unterschied zwischen Tod und Leben bedeuten, während Pechvögel mit einer Schrottwaffe gnadenlos untergehen.

 


Project_Xenon_Valkyrie_Plus_neXGam_02Verlorene Lebenspunkte und Munition können in sehr geringem Maße unterwegs gefunden werden. Oder man investiert zwischen den Stages Geld in die Auffüllung in Shops. Deren Angebot unterliegt aber ebenfalls dem Zufall. Wer Pech hat und mit nur einem Lebenspunkt das Geschäft erreicht, mag dort nur 8 auffüllen können.

Nach zwei erfolgreich absolvierten Stages wartet ein Bossgegner auf den Spieler. Diese bildschirmfüllenden Kolosse haben Unmengen von Energie und sind nur durch spezielle Taktiken besiegbar. Wer sich einem Endgegner entgegenstellt, sollte gut vorbereitet sein. Denn, und das ist der Knackpunkt des Games und der Roguelike-Aspekt: Mit dem Tod ist alles verloren. Alle Level-ups, alle gesammelten Waffen, aller Fortschritt ... weg. Lediglich Teamrite und durch Teamrite gekaufte Waffen bleiben erhalten. Dabei handelt es sich um ein seltenes Material, welches Bossgegner fallen lassen, oder das gelegentlich für viel Geld gekauft werden darf. Letzteres zwingt einen zu einer Entscheidung zwischen den Stages: Investiere ich mein Geld ins Auffüllen der Lebenskraft, um weiter zu kommen? Oder kaufe ich ein Teamrite, in dem Wissen auf lange Sicht Upgrades erlangen zu können, aber dafür nun dem nahezu unausweichlichen Game Over ins Auge Project_Xenon_Valkyrie_Plus_neXGam_08

zu sehen?


Das Spiel ist sehr fordernd und bestraft Selbstüberschätzung gnadenlos. Anders als bspw bei Rogue Legacy findet man sich häufig nach einem Tod ohne irgendwelchen Fortschritt durch den letzten Run wieder. Bedachte und geduldige Naturen sind hier klar von Vorteil. Ebenso solche Spieler, die geschickt genug sind blitzschnell auf Gefahren zu reagieren und so wenig in die Heilung von Wunden investieren müssen. Aber spätestens, wenn die Feinde anfangen mit Raketenwerfern das Gelände um einen herum zu zerlegen wird das jedem schwerfallen.

Project_Xenon_Valkyrie_Plus_neXGam_09Viel erklärt wird in dem Game nicht. Die Story wird durch kurze Gespräche mit NPCs in den ruhigen Arealen zwischen den Stages vermittelt. Die Spielelemente muß man tatsächlich selbst verstehen, Tutorials gibt es keine. So weiß ich bspw. zwar, dass es unterschiedliche Pfade im Spiel gibt, da ich am Ende einer Region bei zwei Gelegenheiten gegen verschiedene Bosse angetreten bin ... die genauen Bedingungen kenne ich allerdings noch nicht. Auch verschiedene Endsequenzen sind erreichbar.

Die PlayStation-Vita-Version bietet alle Verbesserungen, welche die PC-Fassung im Laufe der Monate erhalten hat und noch weitere Optimierungen; daher das "Plus" im Namen. So muß man am PC durch verschiedene Waffen und Aktionen durchscrollen, während man jede auf der Vita auf eine spezielle Taste gelegt hat.

Project_Xenon_Valkyrie_Plus_neXGam_01Grafisch bietet Xenon Valkyrie eine detaillierte Pixeloptik. Das Spiel ist recht weit herausgezoomt und hat winzige Sprites, aber eine gute Übersicht. Explosionen können das ganze Bild mit kleinen Scaling- und Rotationseffekten zum wackeln bringen. Manche Szenen wirken wirklich spektakulär. Die allermeiste Zeit wird das Geschehen in 60fps dargestellt, nur bei besonders überfüllten Szenen mit Spezialeffekten geht es mitunter etwas in die Knie. So beispielsweise wenn zerstörbare Fackeln eine ansonsten dunkle Höhle erleuchten, nebenher Fallen aktiv sind und Gegner herumwuseln. Ballert man dann noch im Dauerfeuer geht die Framerate schon mal runter.
Der Sound besteht aus technisch anmutender Chipmusik. Nie reißerisch, sondern dezent im Hintergrund.

Das ganze Spiel ist komplett in Deutsch.




Gewinnspiel:





Wir haben zwei EU-Keys für Project Xenon Valkyrie + für die PlayStation Vita zu verlosen.


Alles, was Ihr dafür tun müsst ist eine Mail mit dem Spieltitel an daniel108@neXGam.de zu schicken und folgende Gewinnfrage zu beantworten:


Wie viele verschiedene Charaktere stehen anfangs in Project Xenon Valkyrie + zur Verfügung?


Die Gewinner werden unter allen richtigen Einsendungen ausgelost.


Einsendeschluß ist der 20.12.2017 um 20:00. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


 

 

Daniel meint:

Daniel

Project Xenon Valkyrie + ist ein motivierendes, aber schwieriges Spiel. Roguelikes werden ja in den letzten Jahren immer beliebter, und der Mix mit fordernderAction und Plattform-Elementen funktioniert gut. Technisch ist es insgesamt sehr sauber und die an sich schlichte Grafik funktioniert dank toller Übersicht und schönen kleinen Details sehr gut. Aber der Spieler wird definitiv gefordert: Nichts wird einem erklärt, und wer nicht vorsichtig an die Sache herangeht kämpft gegen Windmühlen. Wer sich der Herausforderung gewachsen fühlt bekommt viel Spiel für sein Geld.

Positiv

  • Sehr motivierend
  • Perfekte Steuerung
  • Schöne Pixelgrafik

Negativ

  • Ganz seltene Slowdowns
  • schwieriger Einstieg
  • Hoher Schwierigkeitsgrad
Userwertung
8.0 1 Stimmen
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Forum
  • von Phill XVII:

    Puh habe es jetzt einmal durch bekommen. Man muss es jetzt scheinbar noch einmal mit den anderen 2 Durchspielen um zum wahren Endboss zu kommen....

  • von Phill XVII:

    Ist wirklich Training. Anfangs hab ich mich wie Gott gefühlt wenn ichs mal bis zum Reaktor geschafft habe. ...

  • von 108 Sterne:

    Hochachtung, das Game ist ja generell wirklich bockschwer. Bei mir war im Reaktor Schluß.

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