Ys VIII: Lacrimosa of Dana im Test

PSVitaPlayStation 4

Mit Ys VIII: Lacrimosa of Dana präsentiert Falcom das zehnte Ys Game, und erstmals seit Ys Seven aus dem Jahre 2009 wieder ein waschechtes Sequel. Wir schauen uns die Vita-Fassung und den erweiterten PS4-Port an.

Ys_VIII_neXGam_07Schiffe bringen Adol Christin kein Glück. Als Aushilfsmatrose auf einem Passagierschiff im Gegenzug für freie Überfahrt angeheuert, wird der Kahn prompt von einem riesigen Krakenmonster angegriffen und versenkt. Nicht Adols erster Schiffbruch, aber dieses Mal erwacht er auf einer einsamen Insel - dem verfluchten Eiland Seiren, das bislang kein Mensch lebend verlassen hat.

 

Also beschließt Adol, sich nach weiteren Überlebenden umzusehen und wird bald fündig. Unter Anleitung von Freund Dogi und dem Kapitän des Unglücksschiffes wird ein Lager errichtet, welches zukünftig Gestrandeten als Zuflucht dienen soll. Erste Aufgabe: Schiffbrüchige finden. Zweite Aufgabe: Die Insel kartografieren. Dritte Aufgabe: Entkommen.

Ys_VIII_neXGam_02Begleitet von einigen Kameraden (die Party umfasst standardmäßig drei Leute) erkundet unser Abenteurer auf der Suche nach anderen Passagieren das unbekannte Land und kommt nach und nach dessen Geheimnissen auf die Spur. Zeigt sich doch, dass nicht nur urzeitliche Bestien dort leben, sondern auch, dass das Eiland nicht immer unbewohnt gewesen ist. Träume von einem Mädchen und ihrem Aufstieg zum Oberhaupt einer altertümlichen Religion stellen sich bald als Visionen mit Auswirkungen auf das Abenteuer heraus.

Bei der Erforschung darf in der 3D Welt frei herumgerannt, gehüpft und auf Monster eingedroschen werden. Die Landschaft ist dabei nicht aus einem Guss, sondern wie in Final Fantasy XII in viele kleinere Gebiete unterteilt. Die actionreichen Kämpfe brauchen einen Button für reguläre Angriffe, beim Gedrückthalten der R-Taste dienen die vier Vordertasten zum Auslösen vorher festgelegter Spezialangriffe, welche Skillpunkte verbrauchen. Diese regenerieren sich durch normale Attacken, oder wenn einem Biest der Todesstoß mit einer der Fähigkeiten versetzt wird. L lässt den Protagonisten rennen oder in Verbindung mit dem Analogstick in eine beliebige Richtung ausgewichen. Spieler mit besonders guten Reflexen können direkt vor dem Einstecken eines Treffers entweder mit L1 eine Zeitlupe oder mit R1 eine kurze Unverwundbarkeit auslösen. Ys_VIII_neXGam_08Angehalten wird die Action nur für den Zugriff auf Objekte oder die Karte. Die Gefährten sind dabei selbstverständlich KI-gesteuert. Einstellungsmöglichkeiten abseits der Auswahl, welche Skills potenziell genutzt werden dürfen und einer aktiven oder passiven Grundhaltung gibt es nicht. Solange die KI einen Helden steuert, erleidet er netterweise keinen Schaden und auch Fähigkeiten sind kostenlos. Mit einem schnellen Tastendruck kann jederzeit zwischen den drei aktiven Heroen gewechselt werden. Dies ist sinnvoll, da unterschiedliche Gegner verschiedene Schwachpunkte haben. Schwertstreiche, Stiche oder stumpfe Gewalt: Für jedwede Schadensvariante stehen im Verlauf der Story zwei Kämpfer zur Verfügung. Die optimale Party sollte daher immer für jede Schwäche einen Spezialisten beinhalten, um die Gefechte nicht unnötig zu verlängern und den Panzer der Monstren schnell zu knacken.

Ys_VIII_neXGam_01Das Monsterschnetzeln und Aufdecken der Karte nimmt den Hauptanteil der Spielzeit ein. Neue Fähigkeiten wie das Klettern oder Doppelsprünge erlauben es im Laufe der Zeit immer mehr leere Stellen der Inselkarte zu füllen. Manche Bereiche sind auch durch Geröll und Ähnliches blockiert und dürfen erst betreten werden, wenn sich genug Bewohner für das Dorf der Schiffbrüchigen gefunden haben, um das Hindernis beseitigen zu können. Zudem erfüllen die meisten NPCs, die man nach und nach findet wichtige Aufgaben. So entstehen eine Klinik, eine Schmiede und eine Schneiderei auf dem Stützpunkt, und aus dem provisorischen Rückzugsort entwickelt sich ein Städtchen mit allem, was der Abenteurer braucht. Adols Beziehungen zu den Einwohnern verbessern sich durch Geschenke und das Erledigen von Quests.

Ys_VIII_neXGam_09Ab und an attackieren die Bestien das Dorf, und Adol wird gerufen, um mehrere Angriffswellen zurückzuschlagen und sich seltene Belohnungen zu verdienen.

Neben der Story von Adol und seinen Kameraden wechselt die Handlung auch regelmäßig zur jungen Dana, die ihre eigenen Abenteuer erlebt und deren Verbindung zu unserem rothaarigen Helden sich erst später offenbart.

Die Vita-Fassung ist die Urversion des Games, und das sieht man. Die Grafik ist für ein Vita-Spiel wirklich sehr gut, bietet große Weitsicht und läuft meist flüssig.

Ys_VIII_neXGam_03Die PS4-Umsetzung setzt noch etwas drauf. Die Framerate ist auch bei riesigen Gegnern hervorragend, überall wuchern mehr Gräser, Gebüsche und andere Pflanzen. Zusätzlich sind weitere Effekte und stärkerer Bloom bemerkbar. Dennoch muss man sagen, dass was insgesamt für Sonys Handheld spektakulär wirkt, auf der PS4 doch etwas zu wünschen übrig lässt. Gerade auf dem kleinen Bildschirm der tragbaren Playstation sind die Unterschiede kaum wahrnehmbar. Wir haben einige Vergleichsbilder angefertigt, bei denen die Vita-Seite lediglich auf 1080p vergrößert und der Gammawert an die PS4-Pendants angepasst wurde. Wer mag, kann in unserer Galerie selbst vergleichen.


Interessanter sind die Bonusfeatures, die nur Spielern der „großen“ Version geboten werden. Es finden sich für Danas Geschichte gegen Ende des Games neue Dungeons, zwei zusäYs_VIII_neXGam_05zliche Gefährten und Verwandlungen. Zudem darf man mehr konfigurieren. Auch auf der Vita ist die Steuerung frei anpassbar, auf der PS4 dürfen aber auch Details wie die Reichweite der automatischen Zielerfassung, verschiedene Aspekte des Kameraverhaltens und Weiteres justiert werden. Das ist wirklich vorbildlich.

Der Soundtrack ist sehr gut gelungen und treibend. Die englische Sprachausgabe allerdings wirkt eher mittelmäßig, und die Untertitel lassen die Liebe zum Detail etwas vermissen.

Mit gut 40 Stunden Spielzeit ist Ys VIII der wohl umfangreichste Teil der Serie bisher.

 

 

Daniel meint:

Daniel

Ys VIII ist ein tolles Spiel. Sowohl auf der PS Vita, als auch auf der PS4 macht die Erkundung der Insel enormen Spaß. Die actionreichen Kämpfe gehen locker von der Hand und sehen spektakulär aus, die Motivation alle Kartenbereiche aufzudecken und alle Schätze zu finden ist sehr groß. Einzig technisch weiß das Spiel auf der PS4 nicht wirklich zu beeindrucken. Sauber, aber schlicht heißt die Devise. Auf dem natürlich deutlich schwächeren Handheld gehört die fast gleichwertige Grafik dagegen definitiv zur Oberliga und ruft noch einmal die alte Idee, Konsonenqualität ins Westentaschenformat zu bringen in Erinnerung. Ob in klein oder groß, Ys VIII ist definitiv ein Toptitel.

Positiv

  • Sehr flottes Gameplay
  • Gute Musik
  • Für Vita-Verhältnisse sehr gute Grafik

Negativ

  • Mittelmäßige englische Synchro und Übersetzung
  • Für PS4-Verhältnisse eher schlichte Optik
  • Kein Cross-Save
Userwertung
8.2 3 Stimmen
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Forum
  • von Lavos:

    auf der Vita ist mir nichts negatives aufgefallen. Habe aber bereits mit dem ersten Patch gespielt.

  • von 108 Sterne:

    Finde ich stark übertrieben. Sie ist etwas steif, und es gibt eine Stelle mit nem Satz der keinen Sinn macht von der Grammatik sowie eine Rückblende mit nem Voice Over in Japanisch. Ansonsten ists halt unspektakulär, aber nicht dramatisch schlecht.

  • von Phill XVII:

    Die Lokalisation soll so schlecht sein, dass man sich jetzt entschuldigt hat und nen Patch bringen wird. ...

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