MotoGP 14 im Test

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Wer sich mit der Materie auseinandersetzt, der wird wissen, dass die aktuelle MotoGP Saison bisher relativ einseitig abläuft. Marc Marquez fährt einen Sieg nach dem anderen ein und liegt bereits fast uneinholbar für Dani Pedrosa und Valentino Rossi auf Platz 1. Da wäre auch noch die deutsche Hoffnung Stefan Bradl, der aber leider bislang nicht so gut gestartet ist, wie in der vergangenen Rennsaison. Ihr wollt was ändern? Dann seid jetzt ihr an der Reihe!

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Bereits im letzten Jahr hatte ich das Vergnügen, den offiziellen MotoGP Ableger vom italienischen Entwickler Milestone anspielen zu können.  Es überrascht nicht, dass ich begeistert war. Kein Wunder, sind doch die Azzurri spezialisiert auf zweirädrige Rennsimulationen. Ehrlich gesagt hatte ich nur ein jährliches Update erwartet, denn der Vorgänger war schon ordentlich vom Gesamtpaket her. Auch in diesem Jahr dürfen wir, abgesehen von schnellen Rennen, eine komplette Karriere spielen und uns online mit diversen Kontrahenten messen. Bevor es losgeht, wird noch ein personalisierter Fahrer erstellt, mit dem es auf die Rennpisten gehen soll. Neben den eigenen Daten ist selbst die Kleidung wählbar. Klamotten werden jedoch im Laufe des Spiels mit steigenden Erfahrungspunkten freigeschaltet, um seinen Rennpiloten neu einzukleiden.

Danach kommt es zur ersten wohligen Überraschung: Man wird gefragt, ob Motorradrennspiele bereits geläufig seien, ansonsten könne man in einem Tutorial die Spielsteuerung kennenlernen. Feine Sache! Als alter Hase habe ich das natürlich nicht nötig, schaue aber dennoch rein. Nur um sicherzugehen. Am Beispiel von Valencia macht man den Spieler mit der Steuerung und den Realitätsstufen vertraut, um das Bike besser kennenzulernen. So kann man sich gleich an die Karriere heranwagen, dem Herzstück von MotoGP 14.

 

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Zwar wurde der Karrieremodus grafisch erneuert, bietet allerdings bekannte Kost. Das hehre Ziel ist der Weltmeistertitel in der MotoGP, doch der Weg bis dahin ist ein langer. Ihr beginnt lediglich mit einer Wildcard, um euch Respekt bei den Teams zu erarbeiten und schließlich in der Moto3 für ein Rennteam fest einzuspringen. Dazu bekommt man vor dem Rennen stets eine Vorgabe des Teamchefs vorgesetzt, welche man erreichen muss. Das sind dann meist bestimmte Platzierungen und ein Kontrahent im Wettbewerb, den man am Ende hinter sich haben sollte. So gewinnt man Fans und immer mehr Respekt bei den anderen Fahrern, um so nach und nach aufzusteigen und seinen Traum vom Gewinn der Weltmeisterschaft verwirklichen zu können. Schön auch zu sehen, dass der Große Preis von Argentinien mit integriert worden ist, der dieses Jahr in die MotoGP aufgenommen wurde.

Doch man hat es nicht nur mit einem jährlichen Update belassen, denn es halten gleich zwei neue Spielmodi Einzug. Bei den Real Events dürfen prägende Momente der letztjährigen Saison nachgespielt und selbst fiktive Situationen gemeistert werden. So revidiert man fehlgeschlagene Überholmanöver bekannter Fahrer und schreibt die Geschichte um. Vor jeder dieser Missionen gibt es auch ein Video, das die besagte Szene zeigt, die man virtuell nachspielt. Ähnliches hat man bereits in EA Sports Spielen gesehen, wie beispielsweise Grand Slam Tennis 2. Ich persönlich finde, dass das ein netter Fanservice ist und das Spielvergnügen sowie den Umfang erweitert. Ebenso neu ist der Championship Events Modus. Hier kann man sich als eine der Legenden der MotoGP auf deren Motorräder schwingen und ein Comeback feiern.

 

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Auch im Multiplayermodus gibt es eine neue Spielvariante. Neben einer kompletten Saison und einem Einzelrennen können so genannte Split Battles gefahren werden. Hier handelt es sich um einen abgewandelten Time Attack Modus, bei dem man in einer vorgegebenen Zeit so viele Runden wie möglich absolvieren muss.

Fast wäre ein weiterer Modus unter den Tisch gefallen, den ich nur anstandshalber erwähnen will: der Safety Car Modus. Hier fährt man mit dem offiziellen BMW M3 Safety Car über die Strecken gegen die Zeit. Also nur allein. Ich hätte mir hier verschiedene Missionen oder Herausforderungen vorstellen können, aber im Grunde ist es nur ein Time Attack Modus. Allerdings ist dieser ehrlich gesagt eine Zumutung. Die Fahrphysik ist dermaßen schwammig und völlig unrealistisch, dass es ein Graus ist. Warum Milestone? Mit der WRC-Reihe habt ihr doch bewiesen, dass ihr auch auf vier Rädern eine tolle Rennsimulation machen könnt.

Apropos Simulation: Ein großes Lob geht an die Realitätsnähe der Läufe. Neben den drei Stufen gibt es wieder zahllose Einstellmöglichkeiten, den Spielverlauf an die Fähigkeiten anzupassen. Abgesehen von Bremshilfen lassen sich im Rennen beispielsweise die Traktionskontrolle regeln und in der Boxengasse das Bike wahlweise selbst oder vom Mechaniker auf die eigenen Bedürfnisse einstellen. Bei so viel Liebe zum Detail ist es natürlich schade, dass auch in diesem Jahr MotoGP 14 technisch der Konkurrenz hinterherhinkt.

 



Michael meint:

Michael

Für Rennspielenthusiasten ist die MotoGP-Versoftung auch in diesem Jahr eine wahre Freude. Neben den bekannten Spielmodi und der Spieltiefe gibt es einige Neuerungen, die den Umfang des Spiels stark erweitern. Durch die verschiedenen Realitätsstufen und den bereits auf niedrigem Niveau relativ starken KI-Kontrahenten entstehen so spannende Rennen, die von Anfang bis Ende begeistern. Man mag zwar jedes Jahr über die markanten grafischen Mängel mäkeln, aber tief im Inneren ist MotoGP 14 ein Goldstück. Gemacht von Fans für Fans des Zweiradrennsports.

Positiv

  • Originallizenz mit allen Fahrern und Klassen
  • zwei neue Spielmodi
  • Argentinienstrecke enthalten

Negativ

  • hinkt grafisch immer noch hinterher
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Forum
  • von Bitmap Brother:

    PC ebenfalls

  • von RDX:

    Das spiel gibt es auch für die xbox360!!!

  • von Psmoke:

    Michael hat sich auf die Piste gewagt: MotoGP 14 Wer sich mit der Materie auseinandersetzt, der wird wissen, dass die aktuelle MotoGP Saison bisher relativ einseitig abläuft. Marc Marquez fährt einen Sieg nach dem anderen ein und liegt bereits fast uneinholbar für Dani Pedrosa...

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