Pillars of Eternity – Epische Opulenz

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Es ist erst wenige Wochen her, dass ich die Baldur‘s Gate: Enhanced Edition vorgestellt habe. Während die jeweilige Enhanced Edition für Baldur‘s Gate II und Icewind Dale noch auf sich warten lassen, gibt es jetzt neues Futter für Fans dieser Sorte von RPGs. Auch wenn Pillars of Eternity mit dem System im Hintergrund dieser Games kaum was gemeinsam hat.

Pillars_of_Eternity_neXGam_11Obsidian Entertainment, die Entwickler des Spiels, haben ihre Erfahrung mit der Entwicklung guter RPGs. So programmierten sie unter anderem Fallout: New VegasNeverwinter Nights 2 und Wasteland 2. Pillars of Eternity ist hingegen ihr erstes eigenes Spiel, das sie komplett via Kickstarter finanzierten.
 

Und das war auch ein voller Erfolg: Über 70.000 Unterstützer fanden sich und ermöglichten es so dem Studio, seine Vision umzusetzen. Wer wissen möchte, wer alles Geld beigesteuert hat: Die Namen werden im Game selbst genannt.

Die Entwickler orientierten sich beim Gameplay an der Baldur‘s Gate-Reihe. Doch anders als bei der Vorlage nutzen sie nicht die Dungeons & Dragons-Lizenz und das dazugehörige System. Stattdessen haben sie ihr eigenes aufgesetzt, wenn auch eines mit vielen Anleihen an die berühmte Pen & Paper-Rollenspiel-Vorlage.

 
Pillars_of_Eternity_neXGam_4Zunächst heißt es, die Qual der Wahl zu haben, und das ist wortwörtlich zu nehmen. Man wird schier von den Möglichkeiten erschlagen, die man bei der Erstellung eines Charakters hat. Es gibt zig verschiedene Rassen, von denen einige auch noch unterschiedliche Ausprägungen haben.

Nicht zu vergessen die Vielzahl an Berufen, die zur Auswahl stehen. Traditionell kann man natürlich ebenfalls Krieger oder Prediger werden. Das ist Standard und man kennt es nicht anders. Doch dann stößt man zum Beispiel auf einen Job mit dem Namen Sänger und fragt sich, was dieser für einer ist. Erklärung: Man kann damit unter anderem Feinde zu Tode singen, überspitzt formuliert.

Für einen RPG-Neuling kann diese Vielzahl an Wahlmöglichkeiten schon fast zu viel sein. Doch wer sich darauf einlässt und sich richtig einarbeitet, dem wird diese enorme Bandbreite schnell zusagen. Man kann sich sozusagen einen Charakter je nach Tagesform und Gemütszustand zulegen und anschließend das Spiel auf unterschiedliche Arten und Weisen genießen.
 
Pillars_of_Eternity_neXGam_9Und das ist wortwörtlich zu nehmen! Pillars of Eternity wird einen in seinen Bann ziehen, praktisch von der ersten Sekunde an. Zu Beginn befindet man sich in einer Karawane, die bei einem Unwetter Schutz sucht. Doch dann werden die Siedler von einem einheimischen Volk umgebracht. Nur du und zwei weitere überleben und fliehen in eine nahegelegene Höhle. Am Ende bist du allerdings der Einzige, der überlebt, und wirst Zeuge eines merkwürdigen Rituals, das dir besondere Fähigkeiten verleiht. Du kannst Dinge aus der Vergangenheit wahrnehmen und in die Seelen andere Menschen schauen. Und findest dich bald in einem unglaublichen Abenteuer verstrickt.

Schon die ersten Minuten ziehen dich in den Bann des Spiels. Denn wirklich jeder Charakter, mit dem du sprichst, besitzt eine eigene Persönlichkeit. Selbst die kleinste Nebenfigur hat eine Vergangenheit, was sich bei mir so auswirkte, dass ich, als eine der Nebencharaktere zu Beginn des Spiels mich einfach so verließ, sofort den Spielstand neu lud, um es dieses Mal anders zu probieren. Mit dem Ergebnis, dass ich am Ende der einzige Überlebende war, was mir schwer zu Herzen ging. Vor allem deshalb, weil es keinen Weg darum herum gab.

Doch auch das Weltendesign ist phänomenal. Die Entwickler machten sich wirklich Mühe, selbst eine normale Höhle einzigartig wirken zu lassen. Oder eine Landschaft, durch die man läuft, mit Ruinen auszustatten. Oder aber in einer Stadt als »netten« optischen Höhepunkt einen riesigen Baum mit hängenden Leichen zu platzieren. Das alles sind Dinge, die sich einem einprägen und dafür sorgen, dass das Spiel so unvergesslich wirkt.
 
Pillars_of_Eternity_neXGam_9Interessant ist auch, das Obsidian Entertainment Spieler belohnt, die neugierig und bereit sind, wirklich jeden Aspekt des Games zu unternehmen. Denn man erhält Erfahrungspunkte nur dann, wenn man Quests erfolgreich abschließt oder neue Bereiche im Spiel entdeckt. Neue Aufträge kriegt man dabei unter anderem dann, wenn man in die Seele eines anderen guckt.

Dabei verlangt das Spiel von einem, dass man bereit ist zu lesen. Hier gibt es keine Zwischensequenzen, die alles zeigen, bzw. sind diese nur selten vorhanden. Stattdessen wird die eigene Vorstellungskraft herausgefordert, weil viel beschrieben wird. Dadurch wirkt das Game wie ein typisches Pen & Paper-Abenteuer!

Ich habe jede Minuten, nein Sekunde in diesem Spiel genossen. Wer auf klassische RPGs steht, die opulent dargestellt und erzählt werden, für den führt kein Weg an Pillars of Eternity vorbei!



Forum
  • von 108 Sterne:

    ...und soeben auf Platin gebracht! ...

  • von 108 Sterne:

    Adra-Drache tot, und damit bin ich mit dem Content des Originalspiels durch. Jetzt gehts zu White March. Ich bekomm nur die Trophy fürs Besuchen aller Maps nicht. Ich bin jetzt alles noch mal abgelaufen, aber irgendwo muß ich noch was verpasst haben. PC User habens da leichter, die können das...

  • von 108 Sterne:

    Schwieriger ist die "Töte weniger als 175" Trophy. Dafür sollte man wohl am besten auf Märchenstude alle Nebenquests liegen lassen, schleichen und nur Werte für Gesprächslösungen leveln.

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