Forza Horizon 4: Im Wechsel der Jahreszeiten

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Der Untergrund ist weiß, rutschig, mit einer Schneedecke zugedeckt. Trotzdem gehst du volles Risiko, trittst das Gaspedal bis zum Anschlag durch und nimmst die Kurve. Die verschiedensten Naturkräfte zerren und ziehen an dir derweil der Schnee sorgt dafür, dass dein Rennbolide eher einem Schlitten gleicht, als einem Wagen. Doch mit Mühe und Not schaffst du es, die Passage zu nehmen. Dein Auto stabilisiert sich und du hast eine kurze Verschnaufpause. Doch dann überholt dich auf ein Mal einer deiner Verfolger, der die Kurve geschickter nahm, als du. Erneut ist alles offen. Mit anderen Worten: Willkommen in Forza Horizon 4!

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Im Vergleich zur Forza Motorsport-Reihe war und ist Horizon so wohl freier als auch ungebundener. Das Open World Spielprinzip, kombiniert mit einer Vielzahl an Wagen und unterschiedlichsten Herausforderungen sorgt wiederholt für Spaß. Höhepunkt war dabei Forza Horizon 3, das in Australien stattfand und mit Blizzard Mountain einen exzellenten DLC erhielt. 
 
Von eben jenem zusätzlichen Spieleinhalt ließen sich die Entwickler Turn 10 Studios und Playground Games dazu inspirieren, wie sie Teil 4 von Teil 3 unterscheidbar machen konnten. Denn die große Innovation dieses Spiels ist die Tatsache, dass die Jahreszeiten sich abwechseln und unterschiedliche Auswirkungen auf das Gameplay haben. Frühling, Sommer, Herbst und Winter wechseln sich ab und lassen Strecken entweder zu wahren Rutschpartien werden oder zu angenehmen Rennen.
 
Diese Entscheidung erweist sich im Laufe des Spiels als richtig. Denn der neue Handlungsort, Groß-Britannien, entpuppt sich landschaftsbedingt als nicht so interessant und abwechslungsreich wie der australische Kontinent mit seinen extremen Gegensätzen. Es macht zwar Spaß, durch die Gegend zu kurven. Doch so richtig spürt man diesen erst in Kombination mit dem Jahreszeitenwechsel.
 

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Neben den Jahreszeiten gibt es auch noch andere Innovation. So ist es jetzt zum Beispiel möglich, Mauern zu durchbrechen, was in den Dirt und Cross Country-Rennen am häufigsten genutzt wird. Des Weiteren wird man jetzt ebenfalls Tiere treffen, wenn man durch die Gegend fährt und in den Städten sieht man zum ersten Mal Personen außerhalb der Cutscenes. Man muss sich jedoch keine Gedanken darüber machen, dass man diese totfahren kann. Die Tiere sind unsterblich, die Menschen gut geschützt. Was allerdings am gewöhnungsbedürftigsten ist, ist die Entscheidung der Entwickler, dass ab sofort jedes Auto seinen eigenen Skilltree besitzt.
 
Doch diese Idee hat massive Auswirkungen, die Microsoft eventuell unterschätzte. Denn vor allem zu Beginn, wo der eigene Fuhrpark noch nicht besonders umfassend ist und das Geld für neue Fahrzeuge eher knapp ist, wird man dazu tendieren, sich auf zwei bis drei Autos zu konzentrieren. Diese wird man nicht nur tunen, sondern ebenso jeden Skillpunkt investieren, den man sich erarbeitet. Mit der Konsequenz, dass vor allem gegen Ende kaum noch die Notwendigkeit besteht, sich bewusst nach anderen Vehikeln umzusehen, geschweige denn zu nutzen. Man sammelt nur noch, ohne die Sammlung allerdings zu würdigen.
 
Wie üblich ist es so, dass man den Grad der Realität in diesem Spiel in nahezu jederlei Hinsicht einstellen kann. So kann man bestimmen, ob und wie heftig das Auto bei bestimmten Manövern ausbrechen kann, ob die Schäden, die man erhalten kann, eher kosmetischer Natur sein sollen und auch die Schwierigkeit der Drivatare.
 

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Bei diesen tat sich im Vergleich zu Forza Horizon 3 einiges getan. Selbst auf durchschnittlicher Schwierigkeit kann es leicht passieren, dass man in einem Rennen nicht mehr wie früher schon fast automatisch auf den vorderen Rängen landet. Im Gegenteil: Man wird oft genug regelrecht kämpfen müssen, um auf einen halbwegs vernünftigen Platz zu kommen. Zwar wird es mit richtig getunten und geskillten Karren etwas einfacher, doch selbst dann gibt es Rennen, wo man deutlich hinten liegen wird und es bis zum Ende hin nicht schaffen wird, auf einen der vorderen Plätze zu landen. Wobei dies auch etwas Jahreszeitenabhängig ist. So manches Rennen, wo man im Winter seine Probleme hat, ist im Frühling schaffbarer.
 
Ein weiterer Faktor, der mit dazu beiträgt, dass die Drivatare manchmal schier unschlagbar erscheinen, ist, dass das Spiel cheatet! Das ist natürlich eine heftige Anklage. Aber einmal ist es geschehen, dass ich in Führung lag und dann über eine Sprungschanze springen musste. Auf ein Mal sah ich, wie sich unter mir ein anderes Auto hervorschob und anschließend auf Platz 1 lag. Ich weiß genau, dass es unmöglich ist, dass der Wagen einfach nur hinter mir runterkam. Ebenso die Tatsache, dass auf ein Mal gegnerische Boliden einen Turbo zündeten und mich ihren Staub fressen ließen, ist vorgekommen. Von der bekannten Gummiband-KI mal ganz abgesehen.
 
Allerdings muss man betonen, dass trotz dieser Vorkommnisse Forza Horizon 4 massiv Spaß macht!  Die Rennen sind abwechslungsreich und der Wechsel der Jahreszeiten - wenn man den Prolog hinter sich hat verändert sich diese jede Woche einmal - gut eingebaut. Auch die Events, an denen man teilnimmt, sind packend inszeniert. Ganz ehrlich: Wer bei einem Wettrennen gegen ein Hovercraft nicht sofort gepackt wird, der hat keine Gefühle!
 

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Man hat in der Welt des Spiels mehr als genug zu tun. Mit jedem Spielfortschritt eröffnen sich neue Möglichkeiten, neue Rennen oder Herausforderungen. Diese reichen von den bekannten Blitzlichtfallen, wo man mit einer gewissen Geschwindigkeit durchrauschen muss, über Warnschilder, die zu Sprungherausforderungen führen, bis hin zu einer Art Storymission. Letztere ersetzen die Löffelchallenges der vorherigen Teile. So muss man sich zum Beispiel als Stuntfahrer probieren und jeden Wunsch des Regisseurs erfüllen. Das sind zwar ebenfalls nur Herausforderungen, wie es sie schon lange in der Reihe existiert, doch es macht dennoch Spaß, eben weil es gut inszeniert wurde.
 
Wem das noch nicht genug ist, der kann sein hart erspartes Geld in Immobilien investieren. Es gibt jede Menge Häuser und Gebäude auf der Insel, die man kaufen kann. Sie geben Boni, wie Wheelspins oder Huptöne. Es ist kein Muss, sie zu kaufen. Doch gleichzeitig will man als Sammler irgendwann jedes Haus sein eigen Nennen.
 
Grafisch ist das Game grandios! Von der ersten Minute an wird man von dem optischen Spektakel in den Bann gezogen. Die Autos sind sehr schön in Szene gesetzt und es gibt kaum Lags. Jene treten nur dann auf, wenn man sich in den Ladeschirmen befindet, wenn auf ein Rennen übergewechselt wird und das Auto nochmal näher gezeigt wird. Noch besser wirkt das Spiel allerdings auf einem 4K-Fernseher mit einer Xbox One X. Dann wird man wirklich von der Landschaft und dem Jahreszeitenwechsel aus dem Sitz geblasen!
 

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Musikalisch hat man erneut die Wahl zwischen den verschiedenen bekannten Radiosendern. Hier fällt es mir allerdings schwer, sich für einen zu entscheiden. Die Musikstücke sind überall gut geworden, doch von den Moderatoren her spricht mit die von Pulse FM mit ihrer überdreht fröhlichen Art am meisten an.
 
Forza Horizon 4 hat seine Macken, reicht nicht ganz an Teil 3 heran und macht dennoch jede Menge Spaß! Es lohnt sich!




Forum
  • von aldi404:

    Der Fortune Island Trailer macht mich jetzt noch nicht so an....

  • von Civilisation:

    Da fällt mir gerade ein, dass ich das Spiel ja für neXGam besprochen habe. Daher sind hier meine Eindrücke. Forza Horizon 4: Im Wechsel der Jahreszeiten Der Untergrund ist weiß, rutschig, mit einer Schneedecke zugedeckt. Trotzdem gehst du volles Risiko, trittst das Gaspedal...

  • von Dragon:

    konnt ohne gold am we online spielen. warum???

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