Elea Episode 1 - Von Science Fiction und den Nöten einer werdenden Mutter

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Für manche ein Fluch, für andere ein Segen: Spiele per Download kaufen! Man hat nichts in der Hand, bei Nichtgefallen schlummert der Titel ungenutzt auf der Festplatte und das Geld ist futsch. Allerdings hat die Digitale Welt auch Vorteile. So kann z.B. problemlos weiter am Game gewerkelt werden. Patches sei dank! Oder, wie im Falle von ELEA, Videospiele gleich häppchenweise veröffentlicht werden. Was sich ebenfalls positiv und negativ auswirken kann.

ELEA ist dabei nicht nur der Name des Spiels, sondern gleichzeitig auch der Protagonistin. Die Handlung spielt im Jahr 2073. Längst wurden ferne Planeten, unter anderem der Mars, besiedelt. Denn auf der Erde wütet erneut eine Seuche. Zwar gibt es keine Zombies oder Mutanten, dafür sind die Kinder extrem aggressiv….also im Grunde wie heute. Das Gegenmittel hilft, führt aber beinahe zur absoluten Teilnahmslosigkeit der Kids. Josh Weddons »Serenity« lässt Grüßen.

Elea_Nexgam_1Episode 1 startet auf einer Raumstation. Hier wird von der dortigen KI, auf Wunsch der Protagonistin, an ihr ein medizinischer Eingriff durchgeführt. Kurz nach Beginn verlieren wir uns in einer surrealen Sequenz a la 2001- Odysee im Weltraum. Im Zuge dessen finden wir uns in unserer Wohnung auf der Erde wieder. Von jetzt an erkunden wir in Egoperspektive das Haus. Reden per Telefon (oder wie immer man das im Jahr 2073 nennt) mit unseren Mann und kämpfen mit den Launen der Kinder. Welche wir jedoch nur hinter der verschlossenen Kinderzimmertür hören können. Draußen tobt ein Gewitter, weshalb unser Aktionsradius auf das Innere des Zuhauses beschränkt ist. Doch dort gibt es genug zu tun. Der Strom fällt aus und möchte erneut eingeschaltet werden, die Tür zum Kinderzimmer sollen wir entriegelt und wir müssen einen Code finden. Elea entpuppt sich, zumindest in Episode 1, als Adventure in der Ego Perspektive.
 
Elea_Nexgam_2Das gleicht zu Beginn mehr einer Lebenssimulation, statt einem richtigen Adventure. Aufstehen, den Babybauch betrachten, Familiäre Dinge mit dem Ehepartner besprechen und Kontakt zu den Kindern herstellen. Alles in den eigenen vier Wänden der Protagonistin. Keine Action, kein Witz. Dazu passt, das Elea aufgrund der Schwangerschaft sehr gemächlich durch die Räume marschiert. Türen öffnen nicht automatisch, sondern wollen manuell bedient werden. Hier und da kann man Gegenstände greifen und betrachten. Einen Nutzen besitzen sie jedoch nicht. Was man anfassen kann, scheint willkürlich ausgewählt. Ein Buch kann gelesen werden, das andere nicht. Stoffhase und Bär kann man anschauen, andere Spielsachen nicht.

Elea_Nexgam_3Also tappst der Spieler durch die nett anzusehenden Räume und wirft evtl. ein oder zwei Blicke in den Regen. ELEA bietet passable Optik, aber nicht auf dem aktuellen Stand der Technik. Natürlich ist alles nicht so, wie es scheint. Denn schließlich spielen wir nur eine Erinnerung (so ergibt der Untertitel von Episode 1, Memories, Sinn). Später befinden wir uns wieder in einem seltsamen Raum. Das Bild verzerrt, Farbenspiele setzen ein und die Soundkulisse ändert sich. In der Mitte befindet sich ein Rundes „Etwas“. Was hier zu tun ist, bleibt das Spiel schuldig. Probiert es aus…

Technisch ist Elea im Urzustand auch auf Konsolen durchwachsen. Die Grafik ist nett, aber eher auf Last Gen Niveau. Die englische Sprachausgabe ist gut, die Steuerung geht in Ordnung. Obwohl flüssig und locker flockig etwas anderes ist. Der Aktionscursor macht nicht immer, was er soll. So ist es bereits zu Beginn oftmals eine Qual, den passenden Gegenstand zu greifen. Denn mal zeigt er diese Option an, mal nicht. Millimeterarbeit ist gefragt.

Elea_Nexgam_5Des Weiteren kommt das Spiel in Episode 1 einfach nicht in die Pötte. Eleas lahmer Gang ist zwar gewollt und aufgrund der Schwangerschaft auch realistisch. Nur macht das eben keinen Spaß. In den surrealen Szenen ist das Game zudem ein großes Nichts. Man bekommt keinerlei Info, was zu tun ist. Eben noch im Kinderzimmer steht man im nächsten Moment im Raum einer Raumstation. Mit einer großen Blase, Sphere what ever vor der Nase. Was tun? Rein gehen? Rumlaufen oder sonst etwas? Im Raum gibt es nichts zu tun. Watschelt man in die Blase, geschieht etwas. Nur was geschieht, ist nicht klar ersichtlich. Ist man gestorben? Hat man etwas ausgelöst? Soll man das nochmal machen oder führt das dann zum Game Over?

So kann man ein Spiel zwar gestalten, dürfte damit aber viele Gamer eher abschrecken. Allerdings sollte man im Hinterkopf behalten, dass es sich nur um die erste Episode handelt. Da kommt noch was, evtl. wird ja alles anders?
 

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was genau ich von ELEA halten soll. Der Anfang, mit seiner dystopischen Geschichte und dem Eingriff auf der Raumstation, macht neugierig. Das langsame Getappse von Elea in ihrer Wohnung hingegen schreckt enorm ab. Zudem kämpft das Spiel (noch?) mit der Technik. So kann ich ganz klar sagen: Die Episodenweise Veröffentlichung wirkt sich in diesem Fall eher negativ aus. Das Bisherige enttäuscht spielerisch, kann in Sachen Story aber die Neugier wecken. Ob das am Ende reicht, um auch die weiteren Episoden zu verkaufen, wage ich zu bezweifeln. Der Spieler wird mit viel zu vielen Dingen alleine gelassen. Trotz allem Gemecker darf man nicht vergessen: Die Jungs von Kyodai werkeln fleißig weiterhin am Spiel! Es kann sich durchaus noch was tun.

 

Forum
  • von Azazel:

    Wir (Alex) haben uns die erste Episode ELEA angesehen Nexgam schrieb: Für manche ein Fluch, für andere ein Segen: Spiele per Download kaufen! Man hat nichts in der Hand, bei Nichtgefallen schlummert der Titel ungenutzt auf der...

  • von Azazel:

    Das Science-Fiction-Abenteuer „Elea“ wird am 6. September veröffentlicht Die surreale Weltraumreise wird für Xbox One und Steam® verfügbar sein Rotterdam, die Niederlande – 13. August 2018 – Die erste Folge unseres surrealen Sci-Fi-Abenteuers Elea wird am 6. September in die...

  • von Azazel:

    Ein "surreales" Science-Fiction Abenteuer? Was`n das?

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