Dead Rising 4: Franks Big Package im Test

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Fröhliche Weihnachten Frank West! Oder doch nicht? Nachdem der Exklusivdeal mit Microsoft ausgelaufen ist, bekommen auch Playstation-User die Möglichkeit Dead Rising 4 auszuprobieren und Capcom rundet die ganze Sache mit Frank‘s Big Package ab.

dead_rising_4_1Die Introsequenz von Dead Rising 4 macht es eindeutig klar. Frank West, der Held aus Teil eins, muss wieder nach Willamette um eine erneute Zombieapokalypse zu stoppen. Jedoch ohne störendes Zeitlimit. So habt ihr, nachdem ihr das Einkaufszentrum hinter euch gelassen habt, die ganze Stadt als persönlichen Spielplatz zur Verfügung. Hier dürft ihr tun und lassen, was euch beliebt. Natürlich könnt ihr strikt die Storyline abklappern doch gibt es in der Kleinstadt, neben vielen Sammelobjekten wie Podcasts, Zeitungen oder Handys, einiges zu entdecken. Wie von der Serie bekannt, sind Gebäude bzw. Geschäfte mit ihren zahlreichen Produkten frei begehbar und diese können als Waffen benutzen werden. Findet ihr durch Zufall einen Golfschläger, ist dieser eine gute Schlagwaffe, seit ihr in einem Fast Food Restaurant unterwegs lässt sich das Besteck super als Wurfwaffe nutzen. Je nach Gegebenheit der Kampfgeräte verschleißen diese. Ich persönlich habe mich lieber auf langlebige Waffen spezialisiert. Sind Schusswaffen eher euer Ding, enttäuscht der Titel nicht. Von Pistolen, über Maschinengewehre bis hin zum Flammen- bzw. Raketenwerfer wird ein breites Spektrum angeboten.

Bedauerlicherweise ist das Munitionsmanagement bei Feuerwaffen eine Qual. Magazine sind nicht sammelbar und so enthält jede Schusswaffe eine vorgefertigte Anzahl Schüsse, so dass die Waffe nach Benutzung weggeworfen werden muss. Ist der Waffenslot wieder frei, könnt ihr eine neue Bleispritze aufnehmen. Sehr nervig. Doch der Fokus bei Dead Rising 4 ist, serientypisch, sowieso auf den Nahkampf ausgerichtet und dieser wirkt erneut recht befriedigend. Mittels Blaupausen, die überall herumliegen, lassen sich dank einfachem Craftingsystem fantasievolle Schlagwaffen erstellen. Natürlich solltet ihr dabei die gesuchten Teile im Inventar haben. Das Anfertigen passiert vor Ort, so müsst ihr keine Werkbank oder dergleichen aufsuchen. Das kommt dem flotten Spielfluss zugute. Das Craftigsystem macht auch nicht vor Vehikeln halt, und wenn ihr zwei Fahrzeuge nebeneinander parkt, lassen sich diese oft kombinieren. Das fand ich persönlich  nicht nötig, da die herumstehenden Fortbewegungsmittel mehr als ausreichend waren.

dead_rising_4_3Sobald ihr euch in der Open World bewegt werdet ihr gelegentlich auf Überlebende treffen. Helft ihr ihnen, versammeln sie sich in einen Sicherheitsbunker, den ihr zuerst freiräumen solltet. Dieser fungiert als Heimatbasis um euch wieder aufzurüsten. Je mehr Menschen ihr rettet, umso schneller levelt der Bunker auf und bietet einem neue Ressourcen. Leider wird diese Idee nicht ganz zu Ende gedacht. Schön wäre es, wenn man diesen selber befestigen könnte, um den Zombiehorden mehr entgegensetzen zu können. Apropro aufleveln. Das erledigen von Missionen oder killen von Untoten gibt Erfahrungspunkte, die ihr in einem Skilltree ausgebt. Hier kann jeder Spieler nach belieben seinen persönlichen Frank West konfigurieren. Das Aussehen lässt sich natürlich, mit herumliegenden Kostümen, individuell anpassen.

Neben der Hauptgeschichte bietet Frank‘s Big Package noch andere Aktivitäten. In Super Ultra Dead Rising 4 Mini Golf verbirgt sich genau das, was der Name verspricht. Mit einem vorher ausgewählten Charakter geht es auf ziemlich abgedrehte Minigolfplätze. Dank vereinfachter Spielmechanik ist hier das Ziel, den Ball immer ins Loch zu bugsieren. Außerdem gehen ein Haufen Untote dabei Hops. Neben einem Onlinemodus ist dieser auch offline spielbar. Mit dem Geld das ihr erwirtschaftet lassen sich neue Bälle, Schläger oder Kleidung kaufen. Unter Frank Rising verbirgt sich der erste DLC welcher nur auf dem PC bzw. Xbox One zum Kauf bereit stand. Dieser spielt direkt nach dem Ende des vierten Teils und erzählt die Geschichte von Frank weiter. Aus Spoilergründen belasse ich es hierbei. Nur eins vorweg: Hier werdet ihr mit einem Zeitlimit beschränkt das unerbittlich runterläuft. Ein neuer Spielmodus, der für diese Sammlung von Capcom Vancouver erstellt wurde, ist der Capcom Heroes-Modus.

dead_rising_4_4Wählt ihr diesen an, spielt ihr die Kampagne von Dead Rising 4 mit dem Twist, dass ihr in unterschiedliche Kostüme von bekannten Capcom-Figuren herumlauft. Die markanten Attribute der jeweiligen Figur inklusive. In der Haut von Dante aus Devil May Cry zum Beispiel, lassen sich die Untoten mit Schwert und beidhändigen Feuerwaffen bearbeiten während Mega Man mehr von seinem Waffenarm gebrauch macht. Doch zuerst müsst ihr die Kostüme in der Spielwelt freischalten. Mittels Capcom Sterne sind diese aufwertbar. Dazu solltet ihr immer eine Herausforderung bestehen und nach erfolgreichem beendigen erhaltet ihr das Upgrade. Ist eher der Multiplayermodus euer Ding, könnt ihr gemeinsam mit bis zu drei Freunden im Coop für Panik sorgen. Aber dieser Spielmodus ist unabhängig von der eigentlichen Storyline um Frank West.

Abschließend möchte ich noch die Ungereimtheiten ansprechen, die mir den Spielspaß mehr oder weniger versalzten. Da wäre als erstes die Steuerung zu nennen. Frank spielt sich, wie man es gewohnt ist, ziemlich behäbig und das ist immer wieder ein Problem, wenn es zu hektischen Situationen kommt. Dann reagiert die Hauptfigur nämlich nicht so, wie man es gerne hätte. Wollt ihr im Eifer des Gefechts schnell von einer Schusswaffe zur Handgranate wechseln, dauert das in dem Chaos einen kurzen Moment. Meist aber reagiert eure Spielfigur jederzeit zu spät wenn ihr Eingaben auf den Controller tätig. Somit kann man wirklich sagen, dass die Steuerung der Spielgeschwindigkeit hinterher hinkt. Ein weiteres Problem ist das Aufnehmen von Gegenständen. Liegen diese nämlich dicht beieinander, ist es eine nervenaufreibende Sache das erwünschte Objekt zu greifen. Was mich zudem oft verwundert hat, war die schiere Masse an Bugs, die mir begegneten. Angefangen von Untoten, die in der Luft schwebten bis über falsche Animationen der Hauptfigur. Hier war ich leider öfters gezwungen das Spiel neu zu starten, um das Problem zu beheben. Dazu kommt noch eine schlechte Soundabmischung. Hier waren Stimmen entweder zu leise oder zu laut. Zu erwähnen ist auch das die Menschheit - zumindest im Spiel - nicht mit Intelligenz gesegnet wurde. Hierdurch werden Eskortemissionen zum Höllentrip. Aber am meisten hat mich genervt, dass es keine Möglichkeit zum frei Speichern gab. Dadurch seit ihr immer wieder gezwungen bis zum nächsten Checkpoint zu wandern, doch wann dieser erscheint, das wissen nur die Entwickler, vielleicht..
 

Dominic meint:

Dominic

Inhaltlich ist Dead Rising 4: Frank‘s Big Package eine tolle Sache und das eigentliche Spiel unterhält enorm, wenn man die vorher genannten Fehler ausblendet. Doch nach vielen Spielstunden war ich einfach nur genervt von diesen Mängeln. Daher mein Ratschlag: Man sollte erst warten, ob die Entwickler mittels Patch diese Probleme in den Griff bekommen. Dann kann man eindeutig von einer Kaufempfehlung sprechen.

Positiv

  • Keine Slowdowns bei sehr vielen Zombies
  • Offene Spielwelt ohne Zeitlimit
  • Komplettsammlung von Dead Rising 4 mit allen DLCs

Negativ

  • Inputlag
  • Bugs
  • Kein freies Speichern
Userwertung
7.0 4 Stimmen
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Forum
  • von bbstevieb:

    Kein guten Nachrichten für das nächste DR: kotaku.com/source-capcom-lays-…e-on-next-dead-1822738940 The unannounced game, which was a very early prototype and had not yet been greenlit, was envisioned as a third-person action-adventure game set in an alternate reality version of...

  • von bbstevieb:

    Teil 3 gibts auch für PC, falls das hilft...war auch definitv besser als der unsägliche 4te Teil.

  • von BlackLion:

    Und selbst wenn ich hab halt gerne alle teile in meiner Sammlung ...

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