Tom Clancy's Ghost Recon: Wildlands - Willkommen im Land der Pappmaché-Wagen

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Es ist erstaunlich, wie viele verschiedene Videospielserien und Videogames auf den Werken des amerikanischen Schriftstellers Tom Clancy basieren. Splinter CellRainbow Six oder The Division: Sie alle basieren, mehr oder weniger jedenfalls, auf Ideen, die der Autor in seinen Romanen hatte. Auch Ghost Recon gehört dazu. Und hier ist nach über fünf Jahren endlich wieder ein neuer Teil herausgekommen, der auf den Namen Wildlands hört.

Tom_Clancys_Ghost_Recon_Wildlands_neXGam_11Das Spiel findet in einem fiktiven Bolivien statt. Die Regierung ist hat die Kontrolle über ihr Land verloren und das Drogenkartell Santa Blanca hat diese an sich gerissen. Ab sofort gelten ihr Wort und ihr Gesetz. Und wer ihnen in die Quere kommt, der bezahlt mit seinem Leben. 
 
Auch der amerikanische Agent Ricardo „Ricky“ Sandoval gehört zu den Opfern. Er wurde entführt, gefoltert und dann getötet. Klar, dass die USA das nicht auf sich beruhen lassen wollen. Doch anstatt mit einer Riesenarmee ins Land einzufallen, schicken sie „nur“ vier Elitesoldaten los, die so genannten Ghosts. Ihre Mission ist nicht offiziell und sie müssen mit dem arbeiten, was sie zur Verfügung haben. Davon abgesehen machen sie sich daran, das Kartell und dessen führende Köpfe der Reihe nach auseinanderzunehmen.
 
Als Ghost Recon: Wildlands das erste Mal vorgestellt wurde, war ich von dem Spiel sofort begeistert. Die Aussicht, dieses so vielfältige Land zu erkunden und dabei Kriminelle dingfest zu machen (am besten natürlich mit einer Kugel in den Kopf), hatte etwas für sich. Auch wenn mir schon klar war, dass die Story sehr US-patriotisch sein würde und nicht gerade Nobelpreisverdächtig. Mir egal, ich wollte loslegen.
 
Tom_Clancys_Ghost_Recon_Wildlands_neXGam_2Mit der Zeit habe ich das Spiel dann aus den Augen verloren. Bis es dann im März endlich erschienen ist. Bald machte ich meine ersten Schritte in Bolivien… und bereute es fast sofort.
 
Was Ghost Recon: Wildlands auszeichnet, ist wirklich die spektakuläre Landschaft, die man im Laufe des Spiels erforschen kann. Zerklüftete Berge, wilde Flüsse, ein Regenwald oder eine Salzwüste sorgen dafür, dass man sich hier nicht satt sehen kann. Die Natur wird genauso wie das Wetter fantastisch in Szene gesetzt und weiß zu gefallen.
 
Nun ist es leider ebenso, dass es einen gewissen roten Faden geben muss, der die einzelnen Landschaften zusammenhält, der leider sehr dürftig ausgefallen ist. Zu keiner Sekunde schafft es das Spiel, dass man irgendwelche Gefühle mit den Figuren aufbaut. Das Viererteam, das man steuert, wird nur notdürftig charakterisiert. Und die anderen Charaktere, wie zum Beispiel der Anführer des Kartells El Sueno, kommen auch nicht besser fort, obwohl er als großer Gegenspieler dominanter und furchterregender hätte sein müssen. Stattdessen kriegt man nur eine ansatzweise Ahnung von dem, was für ein Storypotential in ihm und den anderen Figuren steckt.
 
Kern des Spiels ist es, das man als Team aus vier Personen von A nach B reist, dort etwas tut und dann wieder zurückfährt. Dazwischen liegt hauptsächlich Kampf. Wobei man zunächst einmal die Lage sondieren sollte, ehe man loslegt. Heißt in den meisten Fällen, dass man zunächst entweder per Fernglas alles beobachtet oder die Drohne ausschickt, um alles von oben zu betrachten. Allerdings hat letztere zu Beginn nur begrenzt Reichweite und Energie. Etwas, was man jedoch im Laufe des Spiels zum Glück ausbauen kann, denn der Einsatz der Drohne ist gelungen und macht Spaß.
 
Tom_Clancys_Ghost_Recon_Wildlands_neXGam_40Man ist als Spielfigur immer Teil einer Vierergruppe an Kämpfern. Und wenn die Kollegen von einigen Freunden gespielt werden, dann macht Ghost Recon: Wildlands auch tatsächlich Spaß. Alleine allerdings? Macht sich die KI negativ bemerkbar. Denn oft genug passiert es, dass der Gegner euch findet, obwohl ihr im Grunde genommen gut versteckt seid. Andererseits gibt es jedoch auch Situationen, in denen ihr direkt vor dem Feind Lärm macht und dieser das nicht mitkriegt.
 
Leider lässt die Vielfalt der Missionen zu wünschen übrig. Im Prinzip gleichen sie sich alle. Entweder man muss ein Ziel töten, ein Ziel schützen oder ein Ziel eskortieren. Mehr ist da nicht. Weshalb es auf Dauer einem so verdammt eintönig vorkommt.
 
Noch schlimmer ist allerdings, dass der Weg zwischen den einzelnen Kartenabschnitten eher mühevoll ausfällt. Das liegt zum einen daran, dass die diversen Vehikel sich bescheiden steuern lassen. Zum anderen aber ebenfalls an dem lachhaften Schadensmodell, dass sie haben. Eine kurze Berührung mit einem anderen Fahrzeug führt oft sofort dazu, dass das Vehikel aussieht, wie kurz vorm Totalschaden. Als ob sie aus Pappmache bestehen.
 

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Die Grafik mag auf dem ersten Blick hin überzeugen. Wenn man allerdings aufpasst, merkt man, dass die Darstellung ihre Schwachpunkte hat. Spätestens dann nämlich, wenn auf einmal zum Beispiel Reifenspuren aus dem Nichts aufploppen. Was leider auch kein Einzelfall ist.
 
Am Ende hat mich Ghost Recon: Wildlands ziemlich enttäuscht. Das Game hätte durchaus Potential gehabt. Doch die zahlreichen Fehler haben dafür gesorgt, dass ich es so schnell nicht mehr anfassen werde.
 
 
 
 
Forum
  • von bbstevieb:

    ...

  • von Gyaba:

    Ich find das Gesamtergebnis auch sehr ernüchternd. War wohl zu sehr von "The Division" geflasht bzw. hatte mir etwas ähnliches erwartet. Im SP macht Wildlands wirklich nur kurzweilig auf einem höheren Schwierigkeitsgrad Spaß. Im Coop auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad unterhält es...

  • von bbstevieb:

    Habe das zufällig am Freitag bei nem Kumpel gesehen. Keine Ahnung wie gut es im Coop ist aber Solo ist es sowas von 08/15 bzw. sooooo extrem langweilig. Ist doch dann ncihts anderes als ein FarCry? Auch technisch war ich auf der One alles andere als beeindruckt. Der Titel hatte mich irgendwie immer...

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