The Crew 2 im Test

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Im Genre der Arcade-Racer ist und bleibt Need for Speed der Platzhirsch und das, obwohl die Serie erneut in einem Tief steckt. Aber wieso ist EAs Racing-Franchise trotz schlechter Spiele weiter an der Spitze? Das liegt allein an dem Fakt, das in dieser Konsolengeneration immer weniger Arcade-Racer auf dem Markt erscheinen, und wenn mal ein Rennspiel erscheint, hat es meist einen höheren Realismusanteil, der mir persönlich nicht gefällt. Meine Hoffnung ist The Crew 2 ...

crew_2_5Die Firma Ivory Tower ist kein Unbekannter, was Rennspiele angeht. War doch dessen Vorgängerfirma Eden Games an Videospielen wie V-Rally-Serie oder Test Drive Unlimited merkt man The Crew 2 an. In einer virtuellen Nachbildung der Vereinigten Staaten seit ihr ein aufstrebender Neuling einer Sportsendung und versucht euren Platz zu finden. Dazu solltet ihr in den vielen Disziplinen die zu Lande, zu Wasser und in der Luft stattfinden Follower gewinnen. Und wie tut man das in dem Genre? Natürlich gewinnt man Veranstaltungen. Ist ein Rennen in der Tasche, bekommt man auch gleich neue Fans, virtuelles Geld und verbesserte Teile. Diese sind so idiotensicher aufgebaut, das man selbst als Laie anhand des Nummernsystems merkt, ob es sich lohnt sein Gefährt damit zu pimpen oder nicht.

Das Fundament von The Crew 2 besteht aus zwei Säulen. Zum einen ist es die große und abwechslungsreiche Auswahl an Bewegungsmöglichkeiten und dessen Kategorien. Den egal ob ihr Motorcross, Monster Trucks, Flugzeuge oder Speedboats bemannen wollt, Ivory Tower bietet hier eine reiche Palette an Events und natürlich die dazu passenden Vehikel. Zum Zweiten ist es die offene Welt. Steht doch diesmal ganz Amerika zur virtuellen Erkundung bereit und lässt sich im fliegenden Wechsel etwa mit Auto, Speedboat oder Flugzeug erleben. Dank Fotoaufgaben, dem aufstellen von Geschwindigkeitsrekorden oder durch das Suchen von Einzelteilen für euer Vehikel dient die Open World als Spielwiese, um mit anderen Spielern zu agieren. Diese beschränkt sich bedauerlicherweise nur darauf, dass ihr fremde Fahrer in eure Crew einladen könnt, ein bisschen herum cruisen und das war es schon. Einen PvP-Modus schiebt der Entwickler erst Ende des Jahres nach. Sehr bedauerlich!

crew_2_6War das Fahrverhalten beim ersten The Crew noch eine schwammige Erfahrung, hat Ivory Tower im Nachfolger eine Prise nachgebessert. Dennoch ist man noch immer von seinem eigentlichen Ziel entfernt. Das Beherrschen der Motorräder zum Beispiel ist ein echtes Geduldsspiel weil die Steuerung so dermaßen übersensible reagiert das Fingerspitzengefühl gefragt ist. In abgesteckten Kursen passiert es somit recht häufig das ihr ungewollt die Strecke verlasst. Abgemildert wird dies, wenn ihr Offroad unterwegs seid, da es bis auf Bäume oder Steine keine Abgrenzungen gibt. Beim Street Racing, als nächstes Exempel, ist das Driftverhalten der Boliden so ungewöhnlich das man sehr viel Zeit benötigt um gekonnt Kurven zu driften. Obwohl sich alle Rennkategorien steuerungstechnisch sehr stark unterscheiden, sind Dreiviertel der Klassen steuerungstechnisch ein Eiertanz wofür ich Stunden brauchte um das nötige Fahrgefühl zu entwickeln. Selbst dann war es immer noch so das ich nicht das Gefühl hatte jeder Zeit die Kontrolle über die Steuerung und somit über mein Fahrzeug zu haben. So blieb unterm Strich das Handling der Monster Trucks, der Motorboote und der Offroad-Vehikel am glaubhaftesten und dort hatte ich auch am meisten Spaß.

Da der PvP-Modus unverständlicherweise in die Verkaufsversion keinen Einzug fand, liegt der Fokus aller Disziplinen auf den Rennen gegen CPU-Fahrer und hier schneidet in der aktuellen Version der Titel schlecht ab. Die K.I-Gegner sind fahrerisch nicht besonders aggressiv und beharren sehr stur auf ihrer Ideallinie. Doch das größte Manko ist die extreme Gummiband-KI. Diese versucht die Wettkämpfe adrenalingeladener rüber zu bringen, als sie eigentlich sind, doch dies führt zu vielen Unstimmigkeiten. Egal wie gut ihr euch während eines Wettrennens macht, die gegnerischen Fahrer sind immer extrem dicht an eurem Heck dran und reagieren dementsprechend, auch wenn ihr Mal weit nach hinten fallt. Dann könnt ihr wie durch Magie den Abstand binnen kürzester Zeit wieder aufholen und am ganzen Feld vorbeiziehen. Auf der Zielgeraden müsst ihr euch trotz Höchstgeschwindigkeit geschlagen geben, weil euch die Top 3 in einem Affenzahn stehen lassen. Das ist Fahrfrust pur! Hinzu kommt das die Streckenführung unter aller Kanone ist, wo das Verpassen von Abzweigungen schon zum Alltag gehört. So seit ihr immer gezwungen zeitgleich auf die Karte zu schauen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten und das führt öfters bei sehr schnelle Rennen zu Kollisionen mit der Umwelt. Erneut Frustpotential.

crew_2_4Der zudem groß beworbene, fliegende Wechsel der Vehikel kommt im eigentlichen Rennzirkus kaum zum Tragen, da ihr nur in eine Hand voll Events dieses Feature nützen könnt. Grafisch ist das Spiel auch ein zweischneidiges Schwert. Ländliche Gegenden wirken malerisch und somit glaubwürdig, doch sind es immer wieder die Städte die wie aus einem Lego-Baukastensystem zusammengesetzt und mit hässlichen Texturen negative Schlagzeilen machen. Verwunderlich ist zudem das ihr kaum Passanten zu sehen bekommt, was die Glaubwürdigkeit nicht gerade beflügelt. Frameratentechnisch ist The Crew 2 solide und jederzeit flüssig, doch sollten die kleinen Abstürze nicht unerwähnt bleiben. Diese waren bei einer Spielzeit von knapp 20 Stunden nur drei Mal aufgetreten und haben jedes Mal dafür gesorgt, dass ich den Titel erneut starten musste.

Dominic meint:

Dominic

In seiner rohen Form sehe ich, wohin Ivory Tower mit The Crew 2 hin möchte, doch praktisch ist der Renntitel bislang meilenweit davon entfernt über weite Strecken Spaß zu machen. Als wichtigste Punkte sollte die Fahrphysik, Streckenführung und die Gummiband-K.I. komplett überarbeitet werden damit das Grundkonzept, also die Rennen wenigstens ansatzweise funktionieren und nicht frusten. Und die Liste von Features und Verbesserungen könnte ich weiter führen doch ich möchte zu einem Punkt kommen. Im jetzigen Status finde ich The Crew 2 durch besagte Mankos ein Rennspiel das zwar viel Potential in sich birgt, aber das leider zu wenig richtig macht.

Positiv

  • Abwechslungsreiche Disziplinen
  • Gutes Geschwindigkeitsgefühl
  • Ganz Amerika befahrbar

Negativ

  • Unübersichtliche Streckenführung
  • Gummiband-KI.
  • Kein PvP-Modus
Userwertung
6.6 3 Stimmen
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Forum
  • von Mistercinema:

    Ubisoft gab heute bekannt, dass Gator Rush, das erste kostenlose Update für das Open World Motorsport-Spiel The Crew 2, ab sofort auf der PlayStation 4, der Xbox One-Gerätefamilie inklusive Xbox One X und Windows PC erhältlich ist. Ubisoft kündigte ebenfalls an, dass Spieler The Crew 2,...

  • von Azazel:

    UBISOFT VERKÜNDET RELEASETERMIN FÜR DAS ERSTE GROSSE KOSTENLOSE THE CREW® 2 UPDATE Das erste Update bringt brandneue Hovercraft-Disziplin und neue Events Düsseldorf, 21. August 2018 – Ubisoft® kündigte heute im Rahmen der gamescom mit Gator Rush das erste große kostenlose Update zum...

  • von Azazel:

    Dominic alias Fireball313 hat sich THE CREW 2 genauer angesehen Nexgam schrieb: Im Genre der Arcade-Racer ist und bleibt Need for Speed der Platzhirsch und das, obwohl die Serie erneut in einem Tief steckt. Aber wieso ist EAs...

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