Star Wars Squadrons im Test

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Star Wars galt einst, gemeinsam mit Star Trek, als DAS Synonym für Science-Fiction. Drei immens erfolgreiche Filme, zig Neuveröffentlichungen, unzählbares Merchendise, Bücher, Conventions und....zig Video- und Computerspiele. Doch wenn man ehrlich ist, ging das Ansehen mit allem, was nach »Die Rückkehr der Jedi Ritter« kam (Ausnahme Rogue One), bergab. Im Gamesbereich sah es bis letztes Jahr mit der „Star Wars Lizenz“ nicht anders aus....

 

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Bereits in den frühen 1980`ern tauchten in den Arcades und etwas später auch im Heimkonsolenbereich, die ersten Star Wars Games auf. Wer wollte nicht gerne selbst in einem X-Wing Cockpit sitzen? So ist es wenig verwunderlich, dass man bereits im ersten Spiel als Fighter Pilot ins Gefecht geschmissen wurde. Der direkte Nachfolger verlegte das Geschehen auf Hoth und tauschte den X-Wing gegen einen Snowspeeder. Danach wurde es still um die „Star Wars Vehikel“. Erst in den 90`ern brachte Lucasarts, früher bekannt als Lucas Film Games, mit der X-Wing Reihe erneut die Möglichkeit, Raumgefechte im Star Wars Universum zu erleben. In modernem Gewand und inklusive zahlreicher verschiedener Schiffe. Durch Nachfolger und Adons hielten Multiplayergefechte und die Möglichkeit auf der »dunklen Seite« zu kämpfen Einzug. Im Konsolenbereich erschienen zwischen 1998 und 2003 drei »Rogue Squadron« Titel, exklusiv für den Gamecube bzw. Teil 1 lediglich für das N64. Trotz des großen Erfolges der Spiele sollte es bis ins Jahr 2020 dauern, bis ein quasi Nachfolger zur ursprünglichen X-Wing Reihe erschien.

Mit Star Wars Squadrons verspricht EA erneut actionreiche Gefechte mit moderner Technik. Nachdem in den letzten Jahren eher durchwachsene Lizenzprodukte auf den Markt geschmissen wurden, man denke nur an das letzte »Force Unleashed« und die mauen »Republic Heroes« Titel, konnte EA bereits mit Star Wars Jedi: Fallen Order Fans und Kritiker überzeugen. Die Ansprüche an Squadrons sind also hoch.

STAR_WARS_Squadrons_19Zu Beginn ertönt, natürlich, das Star Wars typische Musiktheme gefolgt von der Charaktererstellung. Sowohl für die Rebellen, als auch für die Imperiumsseite gilt es, einen Piloten auszuwählen. Völlig frei seit ihr in der Gestaltung nicht. Stattdessen sucht ihr euch aus 10 vorgegebenen Charakteren den Wunschkandidaten aus. Danach geht es zur Auswahl des Schwierigkeitsgrades. Hiervon gibt es satte vier. Wer sein Hauptaugenmerk auf die Geschichte legt, nimmt den Einfachsten. Vor allem in den ersten Missionen verzeiht das Spiel in diesem Falle nahezu alle Fehler. Ist ist fast schon unmöglich zu sterben. Hardcore Spieler wählen einen höheren Schwierigkeitsgrad und befinden sich hierdurch quasi in einer Simulation.

Fortan wechselt das Spiel immer wieder zwischen den Parteien sodass ihr die Story aus beiden Perspektiven erlebt. Eine Wahl habt ihr nicht. Dass die »Bösen« nicht einfach nur böse und die »Guten« eben nicht immer wirklich gut sind, dürfte wohl jedem von vorneherein klar sein und ist recht schnell ersichtlich.

STAR_WARS_Squadrons_3Die Missionen selbst bieten altbekannte Standardkost. Feinde zerstören, Geleitschutz, Waypoints abfliegen. Hin und wieder wird, zumindest in der Anfangsmission, das ein oder andere Tutorial für bestimmte Aktionen eingestreut. Alle Missionstypen sind auf beiden Seiten zu finden. Wer nun denkt, er sei nonstop am Ballern, der irrt. Auch im einfachsten Schwierigkeitsgrad müsst ihr auf viele Dinge achten. So wird selbstredend nicht nur geschossen, sondern auch die Geschwindigkeit angepasst. Zudem könnt ihr die Energie umlenken. Soll heißen ihr könnt die Waffen-, Schub- und Schildstärke erhöhen bzw. verringern. Letztere sind sogar nach vorne oder hinten ausricht- und konzentrierbar. All diese Aktionen wurden auf das Steuerkreuz gelegt. Mit dem linken Stick steuert ihr die Schubzufuhr (vor und zurück) während ihr gleichzeitig euer Schiff dreht (links und rechts). Mit dem rechten Stick führt ihr die eigentlichen Bewegungen aus. Die Aktions- und Schultertasten dienen dem schießen, auslösen der Zusatzbewaffnung und weisen euren Droiden an, das Schiff ggf. zu reparieren. Was nach einer überladenen Steuerung klingt, stellt sich im Laufe des Spiels jedoch als recht gut durchdacht heraus. Schnell habt ihr sie intus und fetzt durchs Spiel. 

Im späteren Verlauf könnt ihr vor jeder Mission die Bewaffnung eures Schiffes wählen. Mit Zielsuchraketen, Streuraketen, Täuschkörpern und einigen anderen habt ihr eine reiche Auswahl an Waffen für euer Schiff. Apropos Schiff. Natürlich bleibt es nicht bei X-Wing und Tie Fighter. Im Laufe der Story besteigt ihr verschiedene Cockpits und habt am Ende fast alle klassischen bekannten und das ein oder andere eher weniger bekannte Schiff bestiegen.

STAR_WARS_Squadrons_21So schön die Kampagne auch ist, das Hauptaugenmerk der Entwickler lag auf dem Multiplayermodus. Hier kämpft ihr in bis zu fünf Mann (und Frau) starken Teams gegeneinander. Zwar kann man auch hier alleine mit und gegen Bots loslegen, Spaß macht das auf Dauer jedoch nicht wirklich. Als, mit Menschen besetztes, Fünfer Team sieht die Sache schon anders aus. Schnell entbrennen heiße Dogfights die, mit den richtigen Partnern, wirken als nehme man am Kampf um den Todesstern teil. Die Tie-Fighter (bzw. X-Wings) hängen einem am Arsch, über Funk (ok, Headset) ruft man die Squad Kollegen und am Ende hat man hoffentlich über den Feind triumphiert.

Neben den Kämpfen »Jäger gegen Jäger« gibt es Flottengefechte. Hier steht der Abschuss der Sternenzerstörer bzw. deren Rebellengegenstück im Vordergrund. Ranglistenspiele inklusive. Während im »normalen« Multiplayer jeder Abschuss eines feindlichen Jägers zählt, geht es dort lediglich um den Abschuss der großen Schiffe. Erwischt es euch, spawnt ihr immer wieder erneut mit eurem Squad. Die Besonderheit: Jeder Abschuss eines Feindes stärkt die Moral der eigenen Seite. Habt ihr das Maximum erreicht, bekommt ihr Unterstützung in Form eines Schlachtschiffs. Hier kommt richtiges, episches Weltraumschlachtfeeling auf und weckt Erinnerungen an das Finale des Films Rogue One.

STAR_WARS_Squadrons_Nexgam_2Technisch ist das Spiel gut. Jedoch nicht überragend. Die Schiffe sind natürlich klasse und 1 zu 1 aus den Filmen übernommen. So sieht es durchaus beeindruckend aus, wenn ihr auf einen wild ballernden Sternenzerstörer zufliegt. Trümmer- und Asteroidenfelder, riesige Planeten, der Hyperraum, all das wirkt fast, als würde man sich einen neuen Star Wars Streifen ansehen. Dennoch ist man nah dran am Sternenzerstörer, fällt einem (zumindest auf einer Standard Xbox One) die ein oder andere verwaschene Textur auf. Die Dinger sind übrigens stückweise zerstörbar, was allerdings auch weit weniger beeindruckend aussieht, als es hätte sein können.

Die Zwischensequenzen sind nett, bieten aber oftmals die gleichen statischen Ansichten (Besprechungsraum, Hangar). Die meisten Figuren haben zwischen den Missionen etwas zu erzählen, wirklich wichtig ist das allerdings selten weshalb es für den ein oder anderen in einer Klickorgie münden dürfte. Vorteil: Die Gespräche sind optional, kein muss. Insgesamt leistet sich Star Wars Squadrons keine Blöse, zählt aber nicht zur Creme de la Creme auf der aktuellen Konsolengeneration.

Star Wars und Weltraumfans können bedenkenlos zugreifen.


 

 

Alexander meint:

Alexander

Für mich ist „Star Wars: Squadrons“ ein Stück weit ein war gewordener Traum. Endlich wieder im Cockpit eines Raumjägers sitzen! Seit Seeligen X-Wing und Wing Commander Zeiten gab es das nicht mir in einer solch gelungenen Mischung aus Arcade Aktion und (light) Simulation. Nach anfänglicher Skepsis und dem ein oder anderen (unbegründeten) Frustmoment war ich voll drin und flog begeistert die Einsätze. Ruck zuck zerlegte ich Tie-Fighter bzw. X-Wings und zerbröselte den ein oder anderen Sternenzerstörer. Die Story wurde zur Nebensache, was die Gefechte nicht weniger fesselnd werden lies.

Für mich hat EA, nach Fallen Order, erneut einen Top Titel auf den Markt gebracht. Das kann gerne so weiter gehen.

Positiv

  • Star Wars feeling pur
  • Single- und Multiplayermodus

Negativ

  • Grafik auf XBO und One S "nur gut"
  • Auf Episode IV-VI festgelegt
  • daher begrenzte Schiffauswahl
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8.8 1 Stimmen
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Forum
  • von pseudogilgamesh:

    Nice News! Nach einer für arcadige spaceshooter ungewohnt langen Einarbeitung/Gewöhnungszeit (mit den aviator-settings zumindest halbwegs happy) bin ich seit einigen glückseligen Tagen erst so richtig warm geworden mit dem Teil. Ist für mich DER 3d-Spaceshooter schlechthin Niemals zuvor...

  • von Mistercinema:

    Ui das ging schnell und ich denke, da können alle Käufe auch Danke sagen! ------------- Electronic Arts, Motive und Lucasfilm möchten in Star Wars: Squadrons „Danke“ sagen und veröffentlichen daher zwei kostenlose Updates. Am Mittwoch, dem 25. November wird für Spieler mit dem -ersten der...

  • von Captnkuesel:

    Mir ist das alles zu dynamisch ...

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