Railway Empire im Test

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Sim City, Theme Park, Railroad Tycoon…ab den 90ern konnten wir uns auf PC und teilweise auch auf Konsolen Architektonisch austoben. Überall wurde gebaut und geplant, keiner musste Angst haben, wegen seiner Märklin Eisenbahn belächelt zu werden. Doch, wie sooft, ebbte diese Welle auf Konsolen ebenso rasch ab. Railway Empire versucht nun, die glorreichen Zeiten wieder aufleben zu lassen.

Railway_Empire_Nexgam_1Nach dem Start habt ihr die Wahl zwischen Szenario, Kampagne oder einem freien Spiel.  In der Kampagne werdet ihr zunächst an der Hand genommen, bekommt Schritt für Schritt die Mechaniken des Spiels erläutert und ackert Aufträge ab. Später müsst ihr euch gegen KI gesteuerte Kontrahenten durchsetzen. Im freien Spiel, werkelt ihr vor euch hin. Neulinge, aber auch mit dem Thema Vertraute, sollten daher zunächst die Kampagne auswählen.

Dort starten wir auf einer schmucken Landkarte. Nett, aber nicht überragend. Viel grün, viel braun und ein wenig blau. Viel flaches Land und Berge, sowie ein paar Bäume hier und eine Stadt dort. Das alles erblicken wir in Hübschem, aber eher Zweckdienlichem 3D. Grafikwunder, soviel kann man vorwegnehmen, sind hier nicht zu erwartet. Doch das war auch noch nie die Stärke solcher Spiele. Der angenehme deutsche Sprecher erklärt uns alsbald, was zu tun ist. Wie nicht anders zu erwarten heißt es zunächst: verbinde Stadt X mit Stadt Y. Gesagt, getan. Via Tastendruck öffnet sich ein Ringmenü, aus welchem wir wiederum das Gebäudebaumenü auswählen. Der erste Bahnhof ist schnell gefunden und binnen Sekunden gebaut. Etwas schwieriger gestaltet sich die Suche nach der zweiten Stadt. Wegweisende Pfeile oder eine Übersichtskarte sucht man leider vergebens. Ein kleiner verschmerzbarer, aber nerviger Fauxpas. Nach einer Weile haben wir die Stadt gefunden, den zweiten Bahnhof gebaut und beide mit Schienen verbunden. Alles mit wenigen Tastendrücken.

Railway_Empire_Nexgam_2Schon heißt es: Zug zusammenstellen! Schnell noch beide Bahnhöfe dem Zug zuweisen und schwups: die Maschine setzt sich in Bewegung. Wir bekommen einen Geldbonus und freuen uns über die ersten, sprudelnden Einnahmen. Weiter geht es zum nächsten Auftrag….der da wäre: noch mehr bauen. Zwar können wir im Prinzip bauen, was und wie wir möchten, doch zum einen droht bei nicht Erfüllen der Aufträge das Aus, zum anderen regnet es für jeden erledigten Auftrag richtig viel Kohle.

Im freien Spiel legt ihr selbst die Startbedingungen fest.  Als Millionär starten? Kein Problem.  Die Aufträge und somit der Zeitdruck entfallen. Hier wie dort kann die Computer KI den Spaß durchaus vermiesen. Nicht selten werdet ihr von einem Sabotageakt kalt erwischt.
 
Wer es ruhiger mag, der wählt den Modellbaumodus. Denn hier kommen wir wieder zu Opas Märklin Eisenbahn. In aller Seelenruhe könnt ihr hier vor euch hinbauen und anschließend den kleinen Zügen beim Fahren zusehen.

Railway_Empire_Nexgam_3Wie gesagt nimmt euch Railway Empire in der Kampagne zu Beginn an der Hand. Fast alles wird erklärt, ein wirklicher Zeitdruck ist, obwohl definitiv vorhanden, zu Beginn nicht spürbar. Bauen, Züge zusammenstellen, Wegstrecke festlegen, alles ist relativ problemlos per Tastendruck zu erledigen. Railway Empire lässt sich auch auf Konsolen sehr gut steuern. Nach kurzer Zeit haben selbst blutige Anfänger ein großes Streckennetz gelegt. Städte wachsen und gedeihen und der Geldhaufen wächst.
 
Dabei bleibt Railway Empire immer angenehm „schlicht“. Keine zig Optionen, welche einen erschlagen, keine Warenlisten, die man durchackern muss, um erfolgreich zu sein. Was diese Bereiche angeht, hält man sich an die heutigen Spielgewohnheiten.


Technisch reißt das Spiel  keine Bäume aus. Landschaft, Züge und Städte sind nett. Mehr nicht. Die Flora und Fauna kommen steril und ohne wirkliches Leben daher. Auch hier fühlt man sich dann eher an eine Modelleisenbahn, denn an die reale Welt erinnert. Zudem kann es durchaus zu unschönem Ruckeln beim Drehen der Kamera kommen…zumindest auf der getesteten Xbox One Version.

Fans von Railroad Tycoon und/oder Modelleisenbahnen mit Platzproblem sollten sich das Teil unbedingt zulegen.

 

Alexander meint:

Alexander

Als Spielveteran erinnere ich mich an zig durchzockte Nächte, in denen ich am C64 Textlisten durchging, um Waren zu verkaufen. Sim City und später Railroad Tycoon boten endlich schöne Grafik und mehr „Action“. Railway Empire kann es dabei nicht ganz mit den golden Oldies aufnehmen. In der heutigen Zeit, in der ich von selbiger leider viel zu wenig zur freien Verfügung habe, kommt mir dieser zugängliche und hübsch anzusehende Vertreter seiner Zunft aber gerade recht. Selbst wer die Kampagne und Szenarios erledigt hat, kehrt gerne in die Eisenbahnwelt zurück. Es lässt sich garantiert noch irgendwo eine Strecke optimieren.

Positiv

  • Einfache Bedienung
  • Einsteigerfreundlich
  • Modelleisenbahnfeeling!!!

Negativ

  • Technisch nicht zeitgemäß
Userwertung
9.6 4 Stimmen
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