Project Cars 3 im Test

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Wer auf Konsolen simulationslastige Rennspiele sucht, der kommt sicherlich nicht an der Project Cars Reihe vorbei. Einst wurde der erste Teil auf Kickstarter von vielen Gamern finanziert, um das Verlangen nach einer vollumfänglichen Rennsimulation zu stillen. Man hatte auch Wort gehalten und mit zahlreichen Strecken und Vehikeln für unzählige Spielstunden Spaß gesorgt. Project Cars 2 war noch einmal eine Verbesserung in fast allen Bereichen, um die Reihe auf ein völlig neues Niveau zu heben. Nun erscheint mit Project Cars 3 der Nachfolger und sorgt für viele Fragen und möglicherweise einige Enttäuschungen.

Project-Cars-3-08Bereits beim Start des Spiels erkennt man den sichtbaren Einfluss von den Codemasters, die das Studio Slightly Mad im vergangenen Jahr erwarben. Die Präsentation ist bunter und knalliger geworden, dafür auch ansprechender als die sehr seriösen und teilweise bieder wirkenden Vorgänger. Doch das bezahlt ihr mit einem Preis, den wahrscheinlich nicht jeder gefallen dürfte. Project Cars 3 an sich wurde nun arg verschlankt und man hat einige Features weggelassen, die ihr in Teil 2 noch genießen durftet. Boxenstopps? Dynamisches Wetter? Go-Kart Rennen? Alles nicht mehr vorhanden. Dies wurde alles zum Wohle der Einsteigerfreundlichkeit geopfert.

Auch der Karrieremodus wurde erneut umgestaltet, der allerdings einen interessanten Ansatz bietet. Ziel ist es, in jedem Event bis zu drei Rennziele zu erreichen, um die nächsten Herausforderungen und Rennklassen freizuschalten. Diese Ziele können eine bestimmte Anzahl von zu überholenden Fahrzeugen beinhalten oder eine festgelegte Rundenzeit. Oft müsst ihr eine Zahl an perfekten Kurven nehmen, so wie man es noch von Need for Speed Shift her kennt. Ansonsten erinnert einiges an das Frühwerk von Slightly Mad, dass offensichtlich als Vorbild für Project Cars 3 diente. Im Grunde ist das auch das Spiel, mit dem man Project Cars 3 am ehesten vergleichen kann, ebenso in Sachen Fahrgefühl, das deutlich mehr in Richtung Simcade geht. Grundsätzlich ist das nicht verkehrt, jedoch wird es sicher einige vor den Kopf stoßen, die bei dem Namen sicherlich anderes erwartet haben.

Project-Cars-3-05Üppig sind hingegen der Fuhrpark und die Zahl der Rennstrecken. Zwar hat man in beiden Kategorien etwas aussortiert, aber es ist mit jeweils über 100 Strecken (inklusive der Varianten) und Fahrzeugen genug Content vorhanden, um längerfristig den Spieler bei der Stange zu halten. Vor allem ist es löblich, dass man auch weniger bekannte Rennpisten mit im Repertoire hat als die üblichen Verdächtigen wie Laguna Seca oder Catalunya. Allerdings verzichtet man vollständig auf ein Qualifying oder Boxenstopps und ähnliches. Wir starten ein Rennen und treten entweder gegen mehrere Kontrahenten oder gegen die Uhr an. Die Spielstärke der Rivalen lassen sich in puncto Aggressivität und Können in fünf Stufen anpassen, so dass man seine persönliche Einstellung finden kann. Auf dem höchsten Niveau sind die Gegner nicht zimperlich und rammen den Spieler auch gerne mal, im ungünstigsten Fall sorgt das sogar zu einem Dreher und man kann gleich das Rennen neu starten. Außerdem sollte man sich selbst möglichst an die Regeln halten, denn Abkürzen der Strecke wird entweder mit einer kurzzeitigen Geschwindigkeitsbegrenzung oder einer ungültigen Rennzeit bestraft.

Für erfolgreich abgeschlossene Läufe bekommt man Erfahrungspunkte und das nötige Kleingeld, um wahlweise sein Gefährt upzugraden oder gleich ein neues Auto dem Fuhrpark hinzuzufügen. Bei den Leistungsupgrades muss man allerdings aufpassen, dass der Rennbolide noch für die jeweilige Rennklasse zugelassen ist, was man aufgrund einer Vorschauanzeige leicht ablesen kann. Erhaltene Credits kann man zusätzlich auch dazu nutzen, um weitere Rennserien freizuschalten. Wer also möchte, der kann sich zum Beispiel seine Kröten im Mehrspielermodus verdienen und so gleich die höheren Rennklassen in der Karriere freischalten. Im erwähnten Mehrspieler lassen sich sowohl geplante als auch schnelle und private Rennen veranstalten. Die geplanten Rennen sind von Slightly Mad erstellte Rennen, die meist auch über mehrere Runden durchgeführt werden und leicht bis zu einer halben Stunde dauern können. Hier kann man sein Können gegen andere menschliche Spieler beweisen und für Ruhm und Ehre antreten. Weiterhin bietet Project Cars 3 auch einen Rivalenmodus, bei dem in verschiedenen täglichen, wöchentlichen und monatlichen Challenges man Bestzeiten aufstellen kann und diese mit anderen Fahrern verglichen werden. Ähnliches kennt man bereits aus DiRT 4.

Project-Cars-3-06Die Technik des Spiels geht dabei völlig in Ordnung, reißt allerdings keine Bäume aus. Auf der PS4 Pro hat man die Wahl zwischen einem Performance- und Qualitätsmodus. Zwar bietet das Spiel eine 4k-Auflösung, jedoch kam es häufig im Test zu Grafikfehlern, die eher unschön auf das Gesamtbild wirken. Wer noch auf einer Standard PS4 (und womöglich Xbox One) spielt, sollte sich den Kauf aber noch einmal überlegen, denn hier hat die Optik arg Federn lassen müssen und sieht zum Teil schon eher nach einem PS3 Spiel aus. Ansonsten ist die Präsentation der Menüs dank des poppigen Layout deutlich eingängiger als noch bei den Vorgängern, wobei mir persönlich der spielerische Tiefgang wichtiger gewesen wäre.

Michael meint:

Michael

Project Cars 3 vorbehaltlos zu empfehlen fühlt sich einfach falsch an. Es ist ein gutes Rennspiel, dass sich sehr an das Gameplay der Need for Speed Shift Reihe anlehnt. Doch wer mit Project Cars angefangen hat, der wird essentielle Features vermissen, die eine Rennsimulation ausmacht. Vor allem der fehlende Wetterwechsel ist für mich ein Rückschritt, genauso wie das absente Schadenssystem. Löblich ist hingegen der Ansatz, dass man zur Not mit Credits weitere Rennen freischalten kann. Zudem kommt man im Spiel auch weiter, wenn man nicht gerade jedes Rennen gewinnt. Leider verliert sich so auch ein wenig die Leichtigkeit des Fahrens, wenn man zu sehr darauf fokussiert ist, im Rennen die fünf perfekten Runden zu schaffen. Am Ende werden wohl eher die Arcaderacer mehr Freude haben am Spiel, als die Simulationsfans und so wird es für mich spannend, in welche Richtung Teil 4 gehen wird.

Positiv

  • Vielzahl an Strecken und Fahrzeuge
  • Karrierefortschritt kann sich auch erspielt werden

Negativ

  • etliche Features des Vorgängers wurden entfernt
  • optisch auf den Standardkonsolen nicht genießbar
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Forum
  • von Mistercinema:

    Launch Trailer Time: ...

  • von bbstevieb:

    Sieht ganz ordentlich aus aber imo absolut nicht beeindruckend....

  • von bbstevieb:

    Launch 28.08. gematsu.com/2020/06/project-cars-3-launches-august-28...

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