Perception - Die Angst vor der Finsternis

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Mutige und neue Spielinhalte sind heutzutage freilich selten anzutreffen. Und auch wenn manche das Genre der so genannten „Walking Simulators“ verteufeln, werden doch hin und wieder frische Ideen verarbeitet, die ebenso spannend sein können. Neuestes Beispiel ist Perception, das euch in die Rolle einer blinden Protagonistin schlüpfen lässt. Ob und wie das funktioniert, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Perception-02Cassie wird schon seit längerem von Alpträumen verfolgt und immer wieder sieht sie dieses seltsame Haus vor ihrem geistigen Auge, dass sie in ihren Träumen erschaudern lässt. Da sie dem Ganzen auf den Grund gehen möchte, bucht sie kurzerhand einen Flug und reist in die Einöde, um zu dem mysteriösen Anwesen zu gelangen. Doch wie erwartet, geschehen in dem Domizil seltsame Dinge, denen wir in der Rolle von Cassie auf den Grund gehen wollen.

Obwohl die Protagonistin blind ist, hat sie in ihrer Kindheit gelernt, damit umzugehen. Beispielsweise nutzt sie ihr Gehör, um Gegenstände zu erkennen oder ihren Gehstock, der über das Klopfen quasi wie ein Echolot funktioniert. Für den Spieler wird so das Adventure natürlich visualisiert. So ist die Umgebung schwarz, wenn ihr euch nicht bewegt. Sobald aber ein Wind durch das Zimmer pfeift oder sich etwas anderes bewegt, wird die Umwelt in ein bläuliches Schimmern gehüllt, mit dem ihr das Interieur des Anwesens erahnen könnt.

Perception-01Die Geschichte wird erzählt anhand von Gegenständen, die überall im Haus verteilt sind. Neben Audioaufzeichnungen findet ihr Briefe, die ihr mithilfe einer Text-to-Speech App auf eurem Smartphone lesen könnt. Weiterhin scheint Cassie auch Fähigkeiten eines Mediums zu besitzen, da sie aufgrund von Berührungen herumliegender Objekte manchmal eine Vision erhält. Die Texte sind dabei vollständig vertont, allerdings nur in englischer Sprache, wobei man optional einen deutschen Untertitel hinzuschalten kann.

Das Spiel unterteilt sich in vier verschiedene Kapitel und jedes spielt in einer eigenen Zeitepoche, so dass ihr die Geschichte des Anwesens näher kennenlernt. Am Ende verknüpfen sich alle Storyfäden miteinander, um das gesamte Mysterium zu entschlüsseln. Jedes Kapitel ist dabei in sich geschlossen und lebt vor allem von der Erkundung des Landsitzes. Manchmal müssen kleinere Rätsel gelöst werden, deren Lösung aber meist offensichtlich erscheint.

Perception-03Hin und wieder werdet ihr es auch mit Feinden zu tun haben, denen ihr selbst nicht habhaft werden könnt. Vielmehr müsst ihr euch vor ihnen verstecken oder weglaufen. Dazu gehören beispielsweise Geister oder kleine Puppen, die mit Pistolen bewaffnet sind. Diese werden vor allem auf euch aufmerksam, wenn ihr mit dem Echolot zu oft hantiert. Eigentlich logisch, lockt das Klopfen die Angreifer durch die Geräusche an. Werden diese erstmal auf euch aufmerksam, heißt es im nächsten Schrank oder unter dem Bett verstecken. Glücklicherweise werden solche Hotspots im Raum etwas erleuchtet, sobald ihr sie einmal erblickt habt.

Ansonsten lebt das Spiel viel von der beklemmenden Atmosphäre, die durch die mangelnde Augenlicht erzeugt wird. Immer wieder hört man seltsame Geräusche oder sieht, wenn etwas herunterfällt. So ist man die meiste Zeit durchaus angespannt beim Spielen, da solche Momente wohlige Schauer über den Rücken laufen lassen. Wer dran bleibt, wird das Spiel auch nach etwa vier bis fünf Stunden beendet haben. Das mag nicht nach viel klingen, allerdings war es für mich genau richtig, da man sonst nur unnötige Längen eingebaut hätte. Und so bleibt ein interessantes Spielkonzept, dass Freunde von Gruseladventures sicherlich gefallen dürfte. Also definitiv ein Grund zuzuschlagen!




Forum
  • von lumpi3:

    Wird dieses Jahr noch für die Switch erscheinen. Freu mich auf subtilen Grusel....

  • von Civilisation:

    Michael hat ein eher ungewöhnliches Spiel getestet. Nämlich eins mit einer blinden Protagonistin. Perception - Die Angst vor der Finsternis Mutige und neue Spielinhalte sind heutzutage freilich selten anzutreffen. Und auch wenn manche das Genre der so genannten „Walking...

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