Livelock im Test

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Twin Stick Shooter gibt es wie Sand am mehr. Actionrollenspiele (ARPG) ala Diablo sind ebenfalls zahlreich auf PC und Konsole vertreten. Beides zusammen trifft man jedoch nicht häufig. LIVELOCK von Tuque Games,. Inc schlägt genau in diese Kerbe!

Livelock_Nexgam_1Einige Jahre in der Zukunft ist die Menschheit von der Erde verschwunden. Wer nun an einen massenhaften Exodus denkt, liegt falsch. Die Strahlung eines sterben Sterns zwang uns dazu, die körperliche Präsenz zu beenden. Von den Menschen überdauerte lediglich der „Geist“, welcher kurzerhand in ein Computersystem geladen wurde. Alles sollte so schön sein: Aufgeteilt in drei „Cluster“ und überwacht von einer weltumspannenden und im All installierten KI namens SATCOM sollten wir so die Zeit überdauern. Sobald die Strahlung nachgelassen hat, sollte die Menschheit aufs neue Auferstehen. Doch Filmkenner wissen: mit KIs ist nicht gut Kirschen essen. Skynet gleich kommt es zwischen den Clustern zum Krieg, der die Erde weiter verwüstet. Statt die Menschen wieder zu erwecken, steht uns die völlige Ausrottung bevor. Es liegt nun am Spieler, in Form des „Intellekts“ die Erdbevölkerung zu retten. Dabei präsentiert man die Story in nett gezeichneten, spartanisch animierten Zeichentrick/Comic Sequenzen.


„Intellekt“ klingt toll, meint aber lediglich, dass wir als menschlicher Geist in einem Roboterkörper den Kampf aufnehmen. Ganz ARPG like, stehen uns drei unterschiedliche Charaktere/Roboter zur Auswahl. Der etwas schwerfällige VANGUARD ist, zu Beginn, bloß mit zwei starken Armen ausgestattet. Nahkampf ist angesagt! HEX, obwohl als Sniper angekündigt, greift auf eine Schnellfeuerwaffe zurück während CATALYST, einzige weibliche Persönlichkeit, auf Laserstrahlen und Drohnen vertraut. So spielen sich die drei Figuren am Anfang tatsächlich komplett unterschiedlich und sorgen für ein jeweils anderes Spielgefühl.
 

Livelock_Nexgam_2Wer sich für den Nahkämpfer entscheidet, dürfte sich eher an Diablo denn an einen Twin Stick Shooter erinnert fühlen. Wie gehabt dient zwar der linke Stick zum Bewegen der Spielfigur, während der rechte die Angriffsrichtung bestimmt (ganz TS mäßig eben), in der Praxis bewegt man aber meist lediglich mit Links den Spieler und kloppt feste in Laufrichtung „druff“! Den rechten Stick benötigt man beim Einsatz der Spezialattacken und im späteren Verlauf der Show.

 

Wer wiederum HEX wählt, bekommt sofort zu Beginn das typische Twin Stick Shooter feeling. Mit links marschiert ihr durch die Levels, ballert auf den Feind und lasst die Schussrichtung mit dem rechten Stick rotieren. Für CATALYST gilt das gleiche. Im weiteren Verlauf des Spiels baut jede Figur ihr Angriffsarsenal individuell aus. So erlangt ihr mit jedem besiegten Gegner nicht nur Erfahrungspunkte, welche am Levelende zu einem automatischen Levelaufstieg führen, sondern findet in den Levels auch Carbon. Letzteres bezieht ihr aus Kisten oder hier und da liegenden Roboterwracks und dient der Verbesserung eurer Waffen. Davon schleppt jeder Charakter bis zu drei Gleichzeitig mit sich rum. Somit erhält auch der Nahkämpfer über Kurz oder Lang die Möglichkeit, Fernkampfwaffen einzusetzen. Ein Lootfest, wie bei „richtigen“ ARPGs dürft ihr aber nicht erwarten. Für jede Waffenart gibt es, pro Persönlichkeit, exakt zwei unterschiedliche Schusswaffen. Statistiken bezüglich Stärke, Schussfrequenz und Magazingröße erleichtern euch die Entscheidung welche ihr zukünftig nutzt. Zu guter Letzt wird auch der Sammelfetischist gut bedient. Zum einen finden sich immer wieder Tonbandaufzeichnungen, die mal den Werdegang der Spielerfigur, ein weiteres Mal mehr zur Geschichte der Katastrophe erzählen. Alles in bester deutscher Syncro und spannend erzählt. Wenn auch extrem kurz. Zum anderen dürfen auch neue Helme, Mäntel und Lackierungen nicht fehlen. Allerdings sind sie allesamt rein optischer Natur und dienen lediglich dazu, im Coop die Charaktere besser auseinanderzuhalten.  Einen spielerischen Nutzen gibt es nicht.

 

Livelock_Nexgam_5Spezialattacken wiederum werden durch Levelanstiege automatisch freigeschaltet. Hier wird die Auswahl dann auch schon schwieriger. Denn diese reichen von Schutzschilden über Schadensverstärker und flächendeckende Spezialangriffe. Auch hiervon dürft ihr maximal drei gleichzeitig mitführen. Für jede Spielweise (z.B. eher aggressive oder zurückhaltende Spieler) ist was dabei. Jede Attacke hat ihren eigenen Button. Einen Fertigkeitenbaum sucht man jedoch vergebens und der Levelcap liegt bei 30. Hier geht das Spiel wiederum ganz klar den „arcadigen“ , einfachen Weg.

 

Livelock_Nexgam_7Wie im Übrigen der komplette Aufbau. Statt einer großen, frei begehbaren und zusammenhängenden Welt gibt es einzelne, relativ übersichtliche Abschnitte, welche man der Reihe nach absolvieren muss. Ein Verlaufen ist quasi unmöglich. Wer gerne grindet und sammelt, kann die Levels aber beliebig oft und in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, fünf an der Zahl,  immer wieder angehen. Selbstverständlich kann man das Spiel auch im Coop, mit bis zu zwei anderen Spielern, bewältigen. Eine Charaktervorgabe gibt es nicht. Es kann also durchaus vorkommen, dass dreimal die gleiche Figur durch den Level wandert. Wer dann noch immer nicht genug vom Spiel hat, der kann zwei weitere Spielvarianten ausprobieren. Zum einen gibt es den, allseits beliebten, Hordemodus. Es gilt schlicht: Überlebe so lange wie möglich! Zum anderen den Extraction Modus. Hier müsst ihr eine gewisse Zeit bis zur Evakuierung fortbestehen. Am Ende spielen sich die Modi aber exakt gleich: zerstört alles was sich bewegt. Punkt. Einziger Unterschied: der Endlosmodus endet immer mit eurem Ableben, der andere nach Zeitpunkt X.

 

Technisch fällt das Ganze in den Bereich „state of the art“. Die Macher erlauben sich keine Schnitzer, richtig schön und abwechslungsreich ist aber was anderes. Neben zerstörten Städten marschiert ihr auch durch ausradierte Wälder und den dem Erdboden gleichmachen Untergrund. Mal gibt es Schnee und Eis, mal das triste Grau eines Herbsttages nach der Apokalypse. Klar, in einem solchen Szenario erwartet man keine bunten Welten, dennoch hätte es gerne mehr optische Abwechslung geben dürfen.

 

 

Alexander meint:

Alexander

LIVELOCK ist geradlinig und simpel. Sammelbares, Levelcap und Spielgröße sind übersichtlich und kommen ohne großen Schnick Schnack daher. Es ist kein reinrassiger Twin Stick Shooter sondern weist unbestreitbar einen großen Einschlag ARPG auf. Dennoch oder gerade deswegen sorgt es für wunderbare, kurzweilige Unterhaltung. Bevor es wirklich langweilig wird, ist der Spaß bereits vorbei. Die unterschiedlichen Welten und Feinde sowie die nette Story bieten genug Ansporn um am Ball zu bleiben. Ein netter kleiner Actionhappen für zwischendurch.

Positiv

  • Einfache Steuerung
  • kein "Loot" Überfluss
  • Tolle Vertonung

Negativ

  • Kaum wiederspielwert
  • wenig abwechslungsreiche Grafik
Userwertung
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