Indivisible: Wunderschön!

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Ajna ist ein burschikoses Mädchen, das von ihrem Vater in der Kampfkunst unterrichtet wird. Eines Tages wird ihr Dorf von den Heerscharen des Warlords Ravannanar überfallen und vernichtet. Nur sie überlebt und macht sich auf eine Rachemission. Dabei hilft ihr eine besondere Fähigkeit: Sie kann Menschen in ihren Kopf tun.

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Lab Zero Games ist durch das Beat‘em Up Skullgirls bekannt geworden. Ein Spiel, das vor allem durch den handgezeichneten Artstyle auffiel. Das Game war für das Studio ein voller Erfolg, so dass sie sich 2014 an das nächste Projekt wagten. Via Crowdfunding-Kampagne sammelten sie das Geld für einen Action-Platformer, der den Namen Indivisible erhielt.
 
Und bereits von Beginn an merkt man erneut den gelungenen Grafiksttil. Dieses Mal nahmen die Entwickler vor allem Südasien als Designgrundlage, zum Beispiel Indien, wobei aber auch an einigen Stellen sich japanische Einflüsse bemerkbar machen. In jeden Fall erreichten sie ihr Ziel: Schon von der Optik her fällt Indivisible auf.
 
Das Spiel selbst ist ein Action Plattformer mit RPG-Einschlägen. Die meiste Zeit wirst du dich, wie in Metroid, durch verzweigte Level begeben, wobei du mit neuen Fähigkeiten neue Wege freischaltet. Gesteuert wird dabei Ajna, die sich als äußerst agil erweist. Schnell beherrscht du Walljumps oder kannst dich mit der Axt ihrer Mutter an einer Wand festhalten, um von dort aus weiterzuspringen. Gegner sind übrigens schon von weitem zu sehen.
 

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Sobald du einen solchen Feind berührst, wechselt die Ansicht und du befindest dich im Kampfgeschehen. Hier merkt man besonders, dass die Entwickler Lab Zero Games vor allem Erfahrung mit Beat‘em Ups sammelten. Denn der Kampf erinnert daran. Du steuerst bis zu vier Figuren. Jeder Charakter besitzt dabei eine ihm fest zugewiesene Taste, mit der du einen Angriff auslösen kannst. Je nachdem, in welche Richtung du zusätzlich den linken Stick bewegst, wird eine andere Attacke ausgelöst. Gleichzeitig kannst du, wie bei Beat‘em Ups, per Knopfdruck einen Angriff blockieren. Für zusätzliche Würze sorgt, dass die Charaktere über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen. Du besitzt einen Heiler, dessen Heilmagie du erst mit normalen Attacken aufladen musst. Du hast einen Bogenschützen, der perfekt für den Fernangriff geeignet ist. Das Kampfsystem setzt dabei darauf, dass du irgendwann genau weißt, was bei welcher Figur für eine bestimmte Attacke verfügbar ist und du so damit eine Kombo anfängst. Im besten Fall jonglierst du so den Feind in der Luft, bis du keine Angriffsmöglichkeit mehr besitzt und er zu Boden fällt, bestenfalls KO.
 
Du siehst, das Kampfsystem ist komplex. Leider zu komplex! Für einen Laien, der mit Beat‘em Ups nicht so viel am Hut hat, läuft es irgendwann darauf hinaus, einfach irgendwelche Knöpfe zu drücken und dabei den Stick in eine beliebige Richtung zu bewegen, von der du meinst, dass sie einen bestimmten Effekt auslöst. Das ist natürlich nicht im Sinne des Entwicklers.
 
Auch muss die Kamera kritisiert werden. Es gibt leider wiederholt Situationen, wo sie so beschissen eingestellt ist, dass sie zwar den Charakter zeigt. Aber wenn du gerade ein Rätsel lösen willst und dabei teilweise blind agieren musst, dann weißt du, dass da was schiefläuft. Das ist leider die Regel und nicht die Ausnahme.
 

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Ebenso ist die Karte lachhaft. Es wird dir grob angezeigt, wie die Stage aufgebaut ist und wo die, sehr fair verteilten, Speicherpunkte sind. Aber Feinheiten bleiben dir verborgen.
 
Doch unterm Strich ist dies eher Jammern auf hohem Niveau. Denn Indivisble ist ein famoses Game, dass jede Menge Spaß macht und auch eine packende Story bietet. Vor allem die Charakterisierung der vielen unterschiedlichen Partymitglieder ist gelungen. Jeder bietet seine eigene Persönlichkeit, die sich weiterentwickelt. So ist ein Highlight die Schamanin Razmi, die, sagen wir mal, eine merkwürdige Weltsicht hat.
 
Deshalb die Empfehlung, sich das Game unbedingt zu holen! Es ist eines der Highlights 2019.


Forum
  • von Cormac:

    Willkommen im Club, ich hab bei Dragon Quest XI 75 Stunden gebraucht bis ich gemerkt habe, dass man die Charaktere im Kampf tauschen kann ...

  • von Stormlord:

    Habs eben durchgezockt nach 30H:15Min Selten so gemischte Gefühle gehabt bei einem Spiel! Von absolut geil bis "ich hasse das Spiel" Ich wusste oft nicht was als nächstes zu tun ist, und bin dann sinnlos herumgeirrt. Das waren dann die Hass-Momente. Das Kampfsystem ist eigentlich...

  • von Retrozocker:

    Ich finde das Kampfsystem etwas tricky, aber es macht Spaß. Es ist eben wie ein Rhythmus, zu dem man die Knöpfe drücken muss und auf die Schwächen der Gegner achten. Aber bisweilen ist der Schwierigkeitsgrad wirklich knackig.

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