Call of Duty: WWII - Zurück in die Vergangenheit

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Über die Gräuel des Zweiten Weltkriegs muss man kein weiteres Wort verlieren. Ich denke wir sind uns einig, dass man, als jemand der jüngeren Generation, nur schwerlich nachvollziehen kann, wie grausam diese Epoche war. Mit Call of Duty World War II möchte auch Activision den Krieg von einer menschlicheren Seite zeigen und nutzt ihn als Szenerie für eine bewegende Geschichte.

Call-of-Duty-wwII-01Die Geschichte beginnt in einer kleinen Baracke. Dort möchten die Soldaten, am letzten Abend vor dem »großen Tag«, eine schöne, gemeinsame Zeit bei Kartenspiel und ähnlichem Schabernack verbringen. Hier lernen wir die Kumpanen um Red Daniels, dessen Rolle wir im Spiel übernehmen, kennen. Am nächsten Tag beginnt die Invasion an der Westfront im Jahre 1944. Der Tag also, der später als »D-Day« in die Geschichtsbücher eingehen wird. Bereits vor der Ankunft am Strand sind die ersten Opfer im Landungsschiff durch Beschuss zu beklagen. Auch bei Öffnung des Schiffs steht die Truppe unter heftigem Kugelhagel. Es ist ein grauenhafter Anblick, der sich Daniels bietet. Überall am Strand liegen Leichen oder schwer verletzte Soldaten, die durch Sprengkörper eine ihrer Gliedmaßen verloren haben. Dies wird in einer hitzigen Kamerafahrt äußerst eindringlich demonstriert und sagt uns, dass es hier kein Spaziergang wird. Wie durch ein Wunder erreichen wir den ersten Schützengraben, in dem wir uns verschanzen und etwas Überblick über die Situation verschaffen können.


Call of Duty: WWII ist in der Hinsicht anders als seine Vorgänger, denn das Vorgehen sollte wohlüberlegt sein. Das resultiert aus einer kleinen Rückkehr zu alten Tugenden. Im neuesten Spross der Reihe gibt es keine automatische Regeneration der Lebensenergie. Um euch zu heilen, benötigt ihr Medikits, die besonders in höheren Schwierigkeitsgraden rar gesät sind. So wird man von allein vorsichtiger, was in der Hitze des Gefechts, hin und wieder echt schwierig erscheint. Denn manche Situation erfordert schnelles Reagieren und Handeln. Hier ist es von Vorteil, in der Gruppe unterwegs zu sein. Mit jedem Abschuss eines Feindes erhöht sich eine Leiste bei den verbündeten Soldaten. Sobald diese gefüllt ist, könnt ihr ihre Unterstützung anfordern. Dies kann in Form von Medipacks, Munition oder Granaten sein. Auch das kurzzeitige Ausspähen von Gegner oder ein Luftbombardement in scheinbar ausweglosen Situationen ist möglich.


Call-of-Duty-wwII-02Die Kampagne ist, je nach eigenem Tempo, etwa acht bis zehn Stunden lang und bietet genug Abwechslung, um nicht langweilig zu werden. Im Gegensatz zum Vorgänger Call of Duty: Infinite Warfare gibt es aber keine Nebenmissionen zu erledigen. Dafür ist  die Story schön straff gehalten und bietet so einige unterschiedliche Erlebnisse. Nicht nur, dass man sich durch heranstürmende Trupps der Deutschen durchballern muss, gibt es genauso andere Sektionen, in denen man sich möglichst leise und unbemerkt bewegen muss. So gibt es beispielsweise einen Part, in dem man sich verkleidet in ein Etablissement der Nazis in Paris schleichen muss. Es gilt einen Doppelagenten zu finden, der für den Spieler einen Koffer mit explosivem Material bereithält. Man erhält vorab Informationen, wer einen geschickt hat und zu welchem Zweck man hier ist. Im Bedarfsfall muss man diese Infos parat haben. Ansonsten ist man des Todes sicher. Quicktime Events, die ich persönlich allerdings weniger vermisst habe, feiern ebenfalls ihre Rückkehr. Glücklicherweise sind diese nicht allzu zahlreich und dienen meist nur als Auflockerung der filmisch inszenierten Animationssequenzen. So bleibt die Kampagne auf jeden Fall abwechslungsreich und durchaus spannend arrangiert. Beispielsweise in den Missionen, in denen man mit Jeeps und sogar mit einem Panzer durchs Schlachtfeld ziehen darf. Auch die Mimik der Compagnons ist, dank 4k Optik, sehr gut gelungen. Natürlich konnte man auch diesmal diverse Hollywoodschauspieler für das Spiel gewinnen. Josh Duhamel zum Beispiel, bekannt aus den Transformers Filmen, spielt sehr überzeugend Sergeant William Pearson. Mit seiner verschrobenen Art lässt er kaum ein gutes Haar an seinen Rekruten. Begründet liegt das, wie wir erfahren, in seiner Vergangenheit.

Einen großen Teil des Spiels nimmt natürlich der Mehrspielermodus ein. Dieser ist ein abgetrennter Bereich und wirkt wie ein komplett eigenes Spiel. Hier kann man seinen Rekruten zunächst in Sachen Optik erstellen und betritt das Camp des Militärs. Dort gibt es, neben einem Schießstand um die Waffen auszuprobieren, auch verschiedene andere Stationen. Zum Beispiel akzeptiert man Aufträge, in denen man innerhalb einer bestimmten Zeit jeweilige Aktionen abschließen muss. Beispielsweise eine bestimmte Anzahl von Kills in einer Stunde Matchzeit oder ähnliche Aufgaben. Bei erfolgreichem Abschluss gibt es »Lootboxen« welche nicht nur Klamotten enthalten, sondern auch Anpassungen eurer Waffen, um diese effektiver zu machen. Um seinem Multiplayercharakter etwas mehr Tiefe und einen eigenen Schliff zu verpassen, kann man eine von fünf verschiedenen Divisionen wählen. Jede hat dabei ihre Eigenarten, die durch ansprechend gestaltete Rekrutierungsvideos kurz erläutert werden. Seid ihr beispielsweise den Expeditionsstreitkräften zugehörig, zählt Brandmunition für Schrotflinten zu eurem Repertoire. Als Infanteriemitglied steht euch eine Bazooka als alternative Waffe zur Verfügung. Wenn ihr euch nicht zwischen den Divisionen entscheiden könnt oder alle mal ausprobieren wollt, könnt ihr unterschiedliche Charaktere erstellen, um alle zu testen. So kann nach und nach jeder seine favorisierte Fraktion finden.

Call-of-Duty-wwII-06Ansonsten gibt die üblichen Multiplayermodi Spielmodi. Neben dem klassischen Deathmatch und Capture The Flag gibt es nun auch einen brandneuen Kriegsmodus. Vergleichbar mit mit dem »Rushmodus« der Battlefield Reihe. Ein Team ist dabei der Angreifer, das andere der Verteidiger. Es gibt in diesem Modus verschiedene Ziele, die innerhalb eines Zeitlimits erreicht werden müssen. Beispielsweise müssen die Angreifer in der Normandie den Wall am Strand durchbrechen, um danach die naheliegenden Bunker zu zerstören usw. Ohne wirkliches Teamplay, kommt ihr nicht weiter. Denn einige Spielziele bedürfen einer guten Absprache. Wenn zum Beispiel eine Brücke im offenen Areal gebaut werden muss, in dem sich links und rechts in Ruinen Sniper verschanzen können, kann das bei unorganisierter Spielweise durchaus in Frustration enden. Nicht mehr wegzudenken ist der in, auch in  Call of Duty: WWII beiliegende, Zombiemodus. Hier hört er auf den Namen »The Final Reich«. Dieser spielt diesmal in einem bayerischen Dorf, das von schlurfenden Zombies überrannt wurde. In einem kleinen Team gilt es, Wellen von Untoten zu erledigen und dabei zahlreiche Geheimnisse zu finden. In einem guten Team ist dieser Modus wie immer sehr spaßig.

Call of Duty: WWII war mein erster Teil der Reihe, der im Zweiten Weltkrieg spielt. Für mich war das Spielerlebnis ein sehr gelungenes, da man eine durchaus spannende Geschichte mit glaubhaften Charakteren erzählt. Auch die Nutzung eines traditionellen Heilungssystems mit Medikits empfand ich als angenehm. Die Besinnung auf die alten Werte der Reihe ist genau das, was das Spiel so sympathisch macht. Technisch macht es eine sehr gute Figur und ebenso der Multiplayer wird euch lange Zeit beschäftigten. Die unterschiedlichen Divisionen machen Laune und erlauben einigen Spielraum, seine eigenen Vorlieben auszuleben. Wer also die alten Call of Duty Spiele sehr mochte, der sollte einen Blick riskieren. Es wird sich lohnen.

 

Forum
  • von Mistercinema:

    Hab es bisher nur mal kurz beim Bekannten auf der PS4 Pro gezockt. Leider keine Zeit und kein 2. Muster erhalten wie erhofft. M.C....

  • von bbstevieb:

    Komme einfach nicht dazu es zu zocken, Wolfenstein 2 hält mich davon ab...

  • von BlackLion:

    Für mich ist Brothers in Arms Hells Highway der beste WWII Shooter

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