Battlefield V im Test

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Mit Battlefield 1 hat Electronic Arts vor zwei Jahren versucht den Ersten Weltkrieg so authentisch und packend wie möglich ein eine Spiel zu verpacken. Dabei haben sich zwar einige Spieler aufgeregt über logische Lücken, jedoch war spielerisch das Game über jeden Zweifel erhaben und bot spannende Mehrspielerduelle, die Gamer bis heute noch online begeistern. Nun steht mit Battlefield V bereits der Nachfolger in den Startlöchern und kehrt zum Zweiten Weltkrieg zurück. Doch ist es ein ausgelutschtes Thema oder kann der Titel auch hier überzeugen?

Battlefield-V-02Die Battlefield Reihe ist ja seit Jahren schon populär und hat aus diesem Grund in jedem neuen Teil zwar ein neues Szenario, spielerisch allerdings eher Detailverbesserungen erfahren. Kein Wunder, war die Spielmechnik stets ausgewogen und im Multiplayer auch sehr spannend. Bei Battlefield V veränderte man an der Mechanik aber einiges. Das liegt vor allem daran, dass die Verwendung von Lootboxen in letzter Zeit arg in Verruf gekommen sind, so dass man sich für den neuesten Teil entschied, diese komplett wegzulassen. Doch dazu erst später.

Widmen wir uns zu allererst dem Einzelspielermodus. Hier findet man keine klassische Kampagne, sondern einzelne, kleinere Erzählungen, die man Kriegsgeschichten nennt. Hierbei werden kürzere Geschichten erzählt, die in Gegenden des Zweiten Weltkriegs spielen, die in anderen Titeln bisher noch nicht oder eher weniger behandelt wurden. Beispielsweise wie in Nordlys die in Norwegen unterdrückte Bevölkerung, die eine eigene Widerstandseinheit aufbauten, um den Nazis Einhalt zu gebieten und diese möglichst aus ihrem Land zu vertreiben. Hier schlüpft man in die Rolle einer dieser Widerstandskämpferin, die versucht eine weitere Rebellin, die von den Nazis gefangen genommen wurde, zu befreien. In denen weiteren Missionen begleitet ihr einen englischen Bankräuber, der im Prinzip im Gefängnis verrotten sollte, aber lieber beim Militär sich für einen Spezialeinsatz rekrutieren wollte. Die letzte Geschichte führt uns nach Nordafrika um dort mit einem kleinen Squad bei den Deutschen Unruhe zu stiften in bester Battlefield Bad Company Manier.

Battlefield-V-04Die Missionen an sich legen viel Wert auf Stealth, was zu meinem Leidwesen nicht meine Stärke ist. Mit der Brechstange vorgehen ist jedoch nicht, denn oft genug werdet ihr von mehreren Soldaten umzingelt und niedergestreckt. Sobald ihr euch in Gebäuden verschanzt, rücken sie mit Verstärkung an und fahren mit Raketenwerfern auch stärkere Geschütze auf und das sogar auf normalem Schwierigkeitsgrad. Das spricht aber definitiv für die KI, da sie weiß, wie man den Spieler in die Enge treiben und ausschalten kann. Also versuche ich mich erneut im behutsamen Vorgehen. Wer die Gegner studiert und ihre Laufwege sich einprägt, kann sie ebenfalls gut eliminieren. Die Soldaten kommunizieren miteinander in der Landessprache, zum Glück werden diese Konversationen aber auch untertitelt. Wer unbedacht vorgeht und dabei stirbt, hat jedoch ein Problem, denn die Checkpoints sind rar gesät. Wenn ihr in einem Stützpunkt alle Feinde erledigt und der Letzte euch niederstreckt, dürft ihr erneut von vorne anfangen.

Auch in den anderen beiden bisher erschienenen Geschichten dreht sich alles um einzelne Personen und deren Beitrag zum Zweiten Weltkrieg. Löblich ist aber, dass man in Zukunft weitere Stories per kostenlosem Update nachliefern wird. Weiterhin wird auch der Mehrspielermodus mit kostenlosen Erweiterungen bedient werden. Im Januar wird mit Combined Arms ein Koop-Modus eingeführt werden, sowie die Modi Trupp-Eroberung und Rush und im März erscheint der von vielen erwartete Battle Royale Modus Feuersturm mit einer neuen Karte in Griechenland.

Battlefield-V-03Aber auch jetzt schon bietet Battlefield V mit sechs verschiedenen Spielmodi auf acht unterschiedlichen Karten genug Variation mit, um im Multiplayer ebenfalls längerfristig zu motivieren. Der Multiplayermodus bildet das Herzstück von Battlefield V und offeriert mit dem Hauptmodus Eroberung riesige Schlachten mit bis zu 64 Spielern, bei denen sechs Kontrollpunkte auf der Karte eingenommen und gehalten werden müssen, um die Punkte des Feindes zu dezimieren. Die Schlachtfelder sind dabei sehr groß und lassen viel Spielraum zu, seinen eigenen Spielstil zu entfalten. Doch seid stets gewarnt: Als Einzelkämpfer werdet ihr nur bedingt auf dem Schlachtfeld überleben. Wie in Battlefield üblich, spawnt ihr in Squads aus bis zu vier Spielern. Im Optimalfall markiert der Squad Leader ein Ziel, dem der Trupp nach Möglichkeit folgt und sich gegenseitig unterstützt, zugleich kann er nach Erlangung von Punkten Unterstützung anfordern in Form von Nachschubpacks oder Fahrzeugen. Das Spielen im Trupp funktioniert zwar ohne Headset, aber wie ihr euch vorstellen könnt klappt das mit einer Gruppe von Bekannten deutlich besser. Die vier Truppentypen sind sehr gut ausbalanciert. Der klassische Soldat, der mit einem Raketenwerfer befestigte Stellungen und Panzer aufs Korn nehmen kann, der Medic, der seinen Trupp mit Medi Kits versorgt sowie der Support, der mit Munitionspacks um sich wirft. Last but not least gibt es noch den Aufklärer, der mit seinem Sniper Gewehr die Lage sondiert und weit entfernte Feinde ausschalten kann.

Zusätzlich stehen natürlich wiederholt haufenweise Fahrzeuge zur Verfügung, um sie auf dem Schlachtfeld zu nutzen. Von schlichten Jeeps bis zu gepanzerten Truppentransportern und Panzern ist einiges dabei, was sich hierbei nutzen lässt. Auch authentisch nachgebildete Flugzeuge wie die Junkers Ju ist verfügbar und Flaks auf der Gegenseite, um die Jäger möglichst schnell vom Himmel zu holen. Ein spannender Spielmodus ist ebenfalls Grand Operations, der euch erst zeigt, wie groß dieses Kriegsgebiet ist. Dort gliedert sich das Spiel in drei Phasen und jeder dieser Teilbereiche gibt es unterschiedliche Teilziele. Im Grunde werden die verschiedenen Spielmodi miteinander vereint, was dem Abwechslungsreichtum sehr zugutekommt. Muss man in Phase 1 noch eine Geschützstellung zerstören, kann es sein, dass man in der Nächsten das Feindesteam ausräuchern muss.

Battlefield-V-07Wie bereits im Vorfeld erwähnt, wurde das Spielprinzip etwas entschlackt, da man mittlerweile vollends auf Lootboxen verzichtet. Es gibt tägliche Aufträge mit denen mach sich Punkte verdienen kann, um sich Skins zu kaufen, weitere Waffen und Modifikationen lassen sich durch erhaltene Erfahrungspunkte in einer Klasse freischalten. Auch sonst besinnt man sich auf die Tugenden der klassischen Battlefield Teile, jedoch gibt es ebenfalls etwas Neues. Konnte früher nur der Medic einen Spieler heilen, können das ebenso Andere, allerdings nicht so effizient. Eine weitere Neuerung ist auch, dass man in der Basis Befestigungen bauen kann. Dies kann der Support am besten, aber der Rest kann ebenfalls Hand anlegen, um Fenster zu barrikadieren oder Sandsäcke aufzuschichten, die den eigenen Scharfschützen Schutz bieten können.

In Sachen Technik kann Battlefield V ordentlich punkten. Die hauseigene Frostbite Engine von DICE liefert beeindruckende Bilder in 60 FPS, die mich des Öfteren schon mal kurz innehalten ließ, um die authentische Landschaft zu bewundern. So kann man in der nächtlichen Mission in Norwegen das Nordlicht bestaunen oder sieht in der Wüste wie Sandverwehungen das kleine Gestein über die Dünen jagt. Dank 4K und HDR Unterstützung wirkt die Optik natürlich noch viel plastischer und lässt einen direkt in die Welt eintauchen. Genauso verhält es sich mit der akustischen Untermalung. Die verschiedenen Waffen haben ein ordentliches Trefferfeedback und Explosionen bieten auch kräftig Wumms, so dass bei angeschlossenem Subwoofer diese ebenfalls spürbar sind. Ein tolles Erlebnis!


Michael meint:

Michael

Lange nicht mehr hat mich ein Shooter so in den Bann gezogen wie jetzt Battlefield V. Dank der unterschiedlichen Kriegsgeschichten und den motivierenden Multiplayermodi macht es einfach Spaß, zusammen mit seinem Squad die Spiele aufzumischen und die riesigen Karten in seinem kleinen Gebiet die Gegend sauber zu halten. Dabei lässt das Game sowohl in den Storymissionen als auch im Mehrspieler dem Spieler freie Hand, wie er vorzugehen hat und das ist auch gut so. Dank neuer Optionen wie dem Befestigungsbau wird das Gameplay variantenreicher und den Wegfall der Lootboxen wird wohl auch niemand vermissen. Insgesamt ein rundes Paket, bei dem sich Gamer in Zukunft ebenfalls auf kostenlose Erweiterungen freuen dürfen, um weiterhin Spaß damit zu haben.

Positiv

  • drei verschiedene Singleplayermissionen
  • zukünftige kostenlose Updates
  • riesige Schlachten mit bis zu 64 Personen

Negativ

  • im Multiplayer ist man meist im Squad erst effektiv
Userwertung
9.4 2 Stimmen
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Forum
  • von vaddi:

    Auch BF1 hatte mit diesen langen Zwischenlücken sehr viele Spieler eingebüßt.

  • von cenobite:

    Naja, aber BF1 hatte auch im Dezember eine Gratis-Map hinzugefügt und die nächsten kamen dann erst Ende März mit dem "They Shall Not Pass" DLC. Zusätzlich kommt im Januar (also nächsten Monat) noch der Co-Op Modus sowie im März dann der „Firestorm“ BR-Modus. Dass das Spiel bis...

  • von vaddi:

    Also wenn ich es richtig im Gedächtnis habe sollen die nächsten karten im März Kommen. Bis dahin ist das Spiel befürchte ich schnelle weg als bf1. Obwohl es wesentlich anspruchsvoller von der Waffen Mechanik ist.

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