Defunct im Test

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Wirbt ein Spiel damit, sich an den Sonic Titeln anzulehnen ist das Grund zur Freude und Angst zugleich. Immerhin tritt der blaue Igel in zahlreichen Top Jump n Runs, aber auch einigen Gurken auf. Wohin geht also die Reise von SOEDESCOs „DEFUNCT“?

Defunct_Nexgam_1Auf den ersten Blick, hat deren neuester Streich nichts mit Segas klassischem, flinkem Kleintier gemein. Statt 2D gibt es 3D  Landschaften und Tiere im Allgemeinen sucht man vergebens. Wir steuern einen, zu Beginn, roten Roboter. Die Kreuzung aus Pixars WALL-E und der quietschenden Star Wars Kugel BB-8 kurvt auf einem einzelnen Rad durch die, recht kahlen, Innereien eines Raumschiffs. Der Clou: euer Antrieb ist defekt. Standardmäßig rollt ihr demnach eher behäbig durch die Gegend. Doch ihr könnt euch die Schwerkraft zunutze machen. Geht es bergab, beschleunigt ihr per Tastendruck. So erreicht ihr, sofern das Terrain richtig genutzt wird, ruck zuck atemberaubende Geschwindigkeiten. Hopst über Abgründe und Schanzen während ihr Schlüsselkarten und Schalter sucht. Mit diesen öffnet ihr weitere Bereiche. Doch Vorsicht! Geht es bergauf, verliert ihr bei gedrückter Taste ebenso schnell das Tempo. Wer einen Moment nicht aufpasst und die nächste Erhöhung zu spät bemerkt, bleibt ungewollt stehen. Ihr verliert den gesamten Schwung und könnt so die evtl. anvisierte Schlüsselkarte nicht erreichen. Dann heißt es: ein nicht unerhebliches Wegstück zurück und erneut versuchen!

Defunct_Nexgam_2Wie sehr ihr euch auch bemüht, am Ende werdet ihr unsanft aus dem  Schiff befördert und findet euch anschließend auf einer Planetenoberfläche wieder. Das Raumschiff ist nicht mehr als ein Tutorial. Mit den erlernten Dingen geht es nun auf einem blau/grünen Planeten weiter. Denn dort muß das Schiff nochmals auftanken. Eure letzte Chance also, wieder an Bord zu gelangen. Schanzen, Gräben und Schlüsselkarten finden sich auch hier. Doch damit nicht genug. Im weiteren Verlauf entdeckt ihr Schienen, Sprungfelder, Beschleunigungsboosts  und allerlei andere Möglichkeiten das Land schnell und akrobatisch zu durchqueren.

Von Beginn an bewegt ihr euch frei in den Arealen umher. Einen vorgegebenen Weg gibt es nicht. Obgleich man natürlich versucht, mit Erhöhungen, Senken etc.pp. den Spieler in bestimmte Bahnen zu lenken. Quasi das Pendant zur Ideallinie bei Racern. Ob ihr diese nutzt oder nicht, ist für das Vorankommen im Storymodus, zumindest zu Beginn, unerheblich. Wer auf eigene Faust erkundet, wird das Ziel ebenso erreichen. Nur eben etwas langsamer.
 
Soweit, so gut. Spielerisch ist DEFUNCT „nett“. Wir rollen durch die Gegend, probieren den ein oder anderen Trick und evtl. erfreuen wir uns hier und da über die hohe Geschwindigkeit und tolle Sprünge. Durch das aktivieren von Checkpoints speichert ihr nicht nur den Fortschritt, sondern schaltet auch Skins und Challenges, welche separat angegangen werden können, frei. Das war es auch schon. Gegner? Fehlanzeige. Fallen? Keine zu finden. Abgesehen von Mauern und Abgründen hält euch scheinbar nichts auf.

Defunct_Nexgam_3Technisch ist, zumindest die getestete Xbox One Fassung unter aller Sau. Die ohnehin sehr leeren und sterilen Abschnitte glänzen nicht gerade durch Detailreichtum. Alles ist trist und leblos. Abgesehen von den „scharfen“ Kanten und „glatten“ Oberflächen, fühlt man sich in längst vergangene PS2/Xbox Zeiten zurück versetzt. Schlimme und zahlreiche Popups sorgen für Ärger. Mehr als einmal kam es vor, dass unser Roboter komplett aus dem Spielareal „ploppte“ und fortan neben bzw. unter der eigentlichen Welt umherrollte. Findet man keine Stelle zum „sterben“, hilft nur ein Neustart. Solche Situationen sind mir persönlich seit Playstation Zeiten nicht mehr unter gekommen. Unnötig zu erwähnen das die Kamera sich sehr zickig präsentiert.
 
Defunct_Nexgam_4Die Musik ist extrem unscheinbar. Um genau zu sein, nimmt man sie kaum war. Unabhängig davon, wie laut man diese eingestellt hat. Umgebungsgeräusche und Effekte sind ebenfalls sehr leise. Sofern sie denn überhaupt vorhanden sind. Vor allem in den Ingame Zwischensequenzen scheint es, als hätte man die Vertonung komplett vergessen. So zieht schon mal ein riesiges Raumschiff, ohne jedwede Geräuschentwicklung, über euren Kopf hinweg.  Das kann eigentlich nicht Sinn und Zweck der Sache sein.

Was bleibt ist ein Spielerischer Langweiler mit stellenweise katastrophaler Technik.
 

Alexander meint:

Alexander

Die Eingangsfrage kann man im Falle von DEFUNCT ganz klar mit Grund zur Angst beantworten. Was auf der Xbox One geboten wird ist, leider, vollkommen inakzeptabel. Die Grundidee hinter DEFUNCT ist nett. Der Hauptcharakter, obwohl ein plumper Roboter, irgendwie sympathisch. Wenn aber, während der ganzen Testzeit, die einzig richtige Herausforderung darin besteht mit der grottigen Technik zu Recht zu kommen, läuft etwas gewaltig falsch. Reviews zur PC Version lesen sich interessanterweise eher positiv. Diese Spieler müssen wohl ein anderes Spiel erhalten haben. Ich kann leider nur vor dem Spiel warnen.

Positiv

  • Sympathische Hauptfigur
  • interessantes Konzept...

Negativ

  • ...mit langweiliger Ausführung
  • und katastrophaler Technik
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10.0 3 Stimmen
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Forum
  • von Azazel:

    Hoffentlich wurde daran weiter gearbeite denn.... Das Adventure-Rennspiel ‚Defunct‘ rast auf Nintendo Switch™ Rotterdam, Niederlande – 9. August 2018 - Das Indie-Adventure-Rennspiel Defunct rast auf Nintendo Switch™! Es wird ab dem 13. September im Nintendo eShop erhältlich sein und...

  • von Azazel:

    Mit welchem Sonic läßt es sich qualitativ vergleichen? Wir haben es getestet... Nexgam schrieb: Wirbt ein Spiel damit, sich an den Sonic Titeln anzulehnen ist das Grund zur Freude und Angst zugleich. Immerhin tritt der blaue Igel in...

  • von Azazel:

    Wahhh?!? Nicht genug das Defunct ein nahezu unspielbarerer und verbuggter Misthaufen ist. Nein, der 2,9 GB große Schrott lässt sich nicht mal mehr deinstallieren?!?!?! UPDATE: beim knapp zehnten Versuch hat’s geklappt. Aber sie blöde Spielekachel bleibt ...

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