Narcosis im Test

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Vollkommene Dunkelheit, absolute Stille. Die Gewissheit, dass jeder kleine Fehler den sofortigen Tod bedeuten könnte. Hilfe kann man hier nicht erwarten. „Hier“ heißt: Hunderte Meter tief im Meer.

Narcosis_1Kurze, aber unheimliche Sätze die  nicht mal annähernd beschreiben, wie man sich in einer solchen Situation fühlt. Als Spieler von Narcosis, findet ihr euch jedoch in exakt dieser wieder.
Bevor es in die Tiefen des Ozeans geht, lernen wir in einem kurzen Tutorial die Grundlagen der Steuerung. Doch schon in dessen Verlauf verschwimmen Realität und Einbildung. Plötzlich befinden wir uns in den Tiefen des Meeres, stapfen in unserem Tiefseetaucheranzug über den Meeresboden und gehen unserer Arbeit nach. Als der Boden bebt, Felsen fallen und ums herum scheinbar alles im Chaos versinkt, macht sich Panik breit. Der Funkkontakt fällt aus, der erste Kollege stirbt qualvoll vor unseren Augen. Unser Ziel: die vermeintlich sichere Basis erreichen. Aber wie? Jeder falsche Schritt bedeutet den Tod, die angelegten Wege sind zerstört, der Sauerstoffvorrat geht unaufhörlich zur Neige…


Narcosis_2jpgWas als kleiner Tauchlehrgang in Egoperspektive beginnt, entpuppt sich schnell als virtueller Psychotrip.  Nach der, zunächst nicht näher bezeichneten, Katastrophe marschieren wir mit unserem schwerfälligen Anzug über den kargen Meeresgrund. Per se ist es dort unten dunkel. Weitsicht? Fehlanzeige. Geräusche sind nur wenige zu hören, alles wirkt gedämpft, die Bewegungen präsentieren sich stilecht träge. Zarten Gemütern dürfte es, bei jedem fallenden Felsen oder aus dem Nichts auftauchenden Fischen, kalt über den Rücken laufen. Nicht zuordenbare Geräusche und der sporadische, oftmals panische Funkkontakt, tragen ihr übriges zur Gruselstimmung bei. Bis man auf den ersten, tödlichen, Gegner trifft vergehen aber ein paar Minuten. Gefährlicher ist da das Terrain. Ein falscher Sprung (per Schubdüse), ein Schritt zu weit und ihr stürzt ins Bodenlose. Der Wasserdruck erledigt euch bevor ihr aufschlagt. Abhilfe schaffen die wenigen Leuchtfackeln, die ihr besitzt. Sie erhellen die Umgebung. Fallen sie tief, solltet ihr Umkehren. Stück für Stück kämpfen wir uns voran. Über den Meeresboden und durch die Räume der Unterwasserstation. Doch recht bald treten die ersten Erscheinungen auf. Eigentlich tote Kollegen, zumindest deren Anzüge, stehen plötzlich hinter euch. Riesige Krabben wollen euch fressen und manchmal steht die ganze Landschaft Kopf. Was ist echt und was, aufgrund der stressigen Situation und des Sauerstoffmangels, nur erfunden? Ihr werdet es im Laufe des Spiels erfahren.

 

Narcosis_3Der Ansatz, alleine in einem schweren Taucheranzug auf dem Grund des Meeres, ist neu. Auf dem Papier klingt es vielversprechend. Vor allem der Beginn ist, sofern ihr über die maue technische Umsetzung hinwegseht, sehr atmosphärisch und erfrischend anders. Schaut man jedoch genauer hin, stellt man fest, das im Grunde gar nicht viel zu tun ist. Wirkt es anfangs noch orientierungs- und ziellos, stellt sich schnell heraus: es gibt nur einen Weg und auf den wird man hingesteuert. Abgründe und unüberwindbare Felswände begrenzen das Areal, Türen sind verschlossen und manchmal versperren Monsterkrabben, vorläufig, den Weg. Verlaufen ist nahezu unmöglich. So stapfen wir stur vor uns hin, finden ab und zu eine Leiche oder persönliche Gegenstände. Ganz selten trifft uns unvorbereitet ein Jumpscare. Puls und damit der Sauerstoffverbrauch unserer Figur schnellen in die Höhe. Doch ihr könnt euch sicher sein: Sauerstoffflaschen sind in der Nähe.

 

Die Sprachausgabe ist top, die Hintergrundinfos interessant. Auch hier stimmt im Grunde alles. Dennoch präsentiert sich das Spiel fast schon als interaktiver Film mit ziemlich beschränkten Handlungsmöglichkeiten. Zudem ist die Grafische Umsetzung mau. Technisch dürfte das Ganze sogar auf einer Xbox machbar gewesen sein.
 

Alexander meint:

Alexander

Eine unverbrauchte Idee und eine tolle Atmosphäre stehen veralteter Grafik und stark eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten gegenüber. Lässt man sich auf diesen….äh…“Schienengrusler“ ein, wird man für 4-5 Stunden gut unterhalten. Länger würde das Konzept ohnehin niemanden bei der Stange halten. Technik- und Actionliebhaber werden gnadenlos enttäuscht sein. Nach einmaligem Spielen ist ebenfalls die Luft raus.
Somit kann ich das Spiel lediglich hartnäckigen Gruselfans empfehlen.

Positiv

  • Unverbrauchtes Setting
  • Beklemmende Stimmung

Negativ

  • veraltete Technik
  • sehr wenig zu tun
  • kurze Spielzeit
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Forum
  • von Azazel:

    Psychotrip auf dem Meeresgrund? Nexgam ist dabei! Nexgam schrieb: Vollkommene Dunkelheit, absolute Stille. Die Gewissheit, dass jeder kleine Fehler den sofortigen Tod bedeuten könnte. Hilfe kann man hier nicht erwarten. „Hier“ heißt:...

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