Super Smash Bros. for Wii U im Test

Nintendo Wii U

Auf der Wii U macht sich Nintendo nur selber Konkurrenz. War Mario Kart 8 der neue Multiplayerkracher für das System, kommt aus dem hauseigenen Pool der nächste scharfe Wettbewerber in Form des vierten Teils der Super Smash Bros.-Serie.

Super_Smash_Bros_for_Wii_U_2Super Smash Bros. Brawl war in meinen Augen ein Superhit mit enormem Spielspaß auf der Wii. Natürlich war das dem grandiosen Mehrspielermodus zu verdanken. Die Formel seines Nachfolgers kann man am besten mit diesen Worten beschreiben: „Größer, besser und mehr Nintendo als jemals zuvor!“ Das fängt schon bei der Unterstützung der Eingabegeräte an. Sieben Möglichkeiten bieten sich an, Super Smash Bros. for Wii U zu spielen. Neben dem Wii U-Gamepad und der Wii-Fernbedienung wird der Gamecube-Controller sowie der Nintendo 3DS unterstützt. Ja, selbst der Handheld von Nintendo darf als Controller herhalten, jedoch ist dazu eine Version Super Smash Bros. for 3DS zwingend notwendig. Während meiner Spielsessions kristallisierte sich das Eingabegerät des kleinen lila Würfels als das beste heraus. Doch dies ist natürlich Geschmackssache. Insgesamt finden sich jetzt 51 Charaktere im Auswählmenü. Darunter Neulinge wie Mega Man, Pac-Man, Little Mac von Punch-Out!! oder der eigens angefertigte Mii-Charakter.

Die Miis lassen sich mittels eines Editors leicht personalisieren. Hierzu nehmt ihr entweder euren bestehenden, aber alternativ könnt ihr auch einen gänzlich neuen erstellen. Wenn ihr die Kampfklasse (Boxer, Schwertkämpfer, Schütze) gewählt habt, geht es ans Eingemachte mit der Auswahl von Ausrüstung, Spezialattacken sowie Outfits. Bei dem Angebot der Kampfattacken greift ihr auf den Pool von vorgefertigten Manövern zurück. Sind alle Parameter abgearbeitet, lässt sich euer Fighter speichern und sogar online benutzen. Eine große Stärke von Super Smash Bros. for Wii U ist die Flexibilität der Kämpfe im Vergleich zu seinem Vorgänger. Unter dem Begriff „Spezial-Smash“ lassen sich verschiedene Einflussgrößen einstellen. Angefangen von der Körpergröße der Kontrahenten (Mega, Mini) bis hin zum Spieltempo bzw. der Gravitation. Eine andere Erweiterung, die es bei Super Smash Bros. Brawl nicht gab, ist der 8-Spieler-Modus. Ob sinnig oder nicht, es treffen sich wirklich acht Spielcharaktere in einer Stage. Allerdings wird bei diesem Kuddelmuddel die Übersicht noch komplizierter. Verständlicherweise ist dieser Modus nur lokal möglich, weil ich mir vorstellen könnte, dass Profis, die sich online bewegen, diesen nicht als Plattform der Wettbewerbe nutzen möchten.

Super_Smash_Bros_for_Wii_U_5Das Wii U-Gamepad kommt leider schon fast nintendotypisch zu kurz. Neben der Funktion als Ersatzbildschirm, während andere fernsehen können, kann das Touchpad des Controllers auch zum Erstellen eigener Level verwendet werden. Hierzu wählt ihr Hintergrund, Musik und Oberflächen aus und malt mit dem Stylus Plattformen auf den Bildschirm. Abrunden lässt sich das alles noch, indem ihr Sprungfedern oder Kanonen aufstellt. Wenn ihr fertig seid, könnt ihr diesen ohne zu speichern ausprobieren und dementsprechend verbessern. Obwohl das Handling dank der Touchpadfunktion einfach von der Hand geht, ist der Editor in seiner Gesamtfunktion recht rudimentär und protzt nicht mit Facettenreichtum.

Traditionen soll man nicht brechen, hat sich Nintendo gedacht und unter der Kategorie „Meisterstücke“ befinden sich erneut eine große Anzahl von Demos einstiger Nintendoklassiker. Darunter befinden sich auch Drittprodukte von Namco und Capcom in Form von Mega Man II oder Pac-Man. Hat euch die kurze Spielzeit einer Demo überzeugt, könnt ihr mittels eines Links sofort zum eShop wandern, um den Titel dort für ein kleines Entgelt zu ergattern. Doch leider ist die Umsetzung der Klassiker im Vergleich zu Super Smash Bros. Brawl nicht perfekt gelungen. Das merkt man recht schnell bei Spielen wie F-Zero, Donkey Kong oder Super Mario World. Bedauerlicherweise spürt man hier die Latenz zwischen Eingabe und Ausführung einer Aktion. Bei Jump ‘n‘ Runs, wo die Reaktionszeit am wichtigsten ist, werdet ihr öfters Leben lassen, weil eure Spielfigur eben ein paar Millisekunden braucht, bis sie euer Kommando ausführt.

Super_Smash_Bros_for_Wii_U_1Vom Spielgefühl hat sich der vierte Teil nicht stark verändert. Wie eh und je ist es das Ziel, einen Kontrahenten mit einem von euch vorher ausgewählten Fighter von der Plattform zu schubsen. Doch zuvor solltet ihr kräftig Prügel austeilen, um die Prozentzahl des Feindes zu steigern. Je höher dessen Wert ist, umso besser stehen eure Chancen diesen in den Abgrund zu befördern. Leider ist der famose Einzelspielermodus von Super Smash Bros. Brawl der Schere zum Opfer gefallen. Anstelle davon haben die Entwickler von Sora ein Brettspiel eingefügt, welches ein bisschen an Mario Party erinnert. Mittels Würfel bewegt ihr einen Mii-Charakter auf einer Spielfläche und sammelt Power-ups und Charaktere zum Kämpfen ein. Sind die Spielzüge vorbei, kommt es zum Finale, wo ihr eingesammelte Protagonisten bzw. Items im Ring einsetzt. Leider hört sich das auf dem Papier recht spaßig an, aber in der Praxis kommt dieser Spielmodus nicht über das Prädikat „nett“ hinaus.

Zu guter Letzt sollte der Amiibo-Support erwähnt werden. Für ungefähr 15 Euro lassen sich kleine Figuren erwerben, die sehr an Skylanders erinnern. Mit ihnen ist es möglich, Fortschritte und Einstellungen zu speichern und zu verbessern. Möchtet ihr einen Datentransfer zwischen der 3DS- und Wii U-Variante durchführen, benötigt ihr dafür nicht zwingend einen Amiibo.




Dominic meint:

Dominic

Letzten Endes habe ich nichts anderes erwartet, als dass Super Smash Bros. for Wii U ein grandioses Game wird. Doch was sich die Entwickler von Sora beim 8-Spieler-Modus gedacht haben, bleibt mir ein Rätsel. Dieser ist nämlich dank chaotischer Zustände auf dem heimischen Fernseher fast nicht mehr spielbar, zudem macht mich der Amiibo-Support ein bisschen nachdenklich. Bis jetzt hat mich das Skylander-Prinzip nicht positiv gestimmt. Am Ende ist es eine spielerische Abzocke. Ob es bei Super Smash Bros. for Wii U auch der Fall ist, vermag ich nicht zu sagen. Bis dato besitze ich keinen Amiibo und sehe auch keinen Grund, 15 Euro für eine Plastikfigur auszugeben.

Positiv

  • Viel Umfang
  • 8 Spielermodus ...
  • Sehr guter Onlinemodus

Negativ

  • Einzelspielermodus des Vorgängers gestrichen
  • ... der recht chaotisch vonstattengeht
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Forum
  • von dsf:

    Ich hab sowohl die Wii als auch die WiiU über WLAN in Betrieb ohne große Schwierigekeiten. Generell sollte es also funktionieren.

  • von khaos:

    Das war jetzt sicher im Laufe der Zeit schonmal Thema aber meine bisherigen Versuche ein Spiel über WLAN zu starten waren bisher nicht von Erfolg gekrönt. Darf man ohne LAN Adapter garnicht mehr erwarten, dass ein Spiel gestartet werden kann? -.-

  • von dsf:

    cobaye schrieb: Das redest du denn für ein Irsinn? Das Spiel wird doch fast monatlich gepatcht. Und meine Konsole steht 2m neben meinem Router mit DSL 100k. Wie gesagt, bei mir läufts absolut flüssig ohne Lags. Und auch bei so ziemlich...

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