Captain Toad: Treasure Tracker im Test

Nintendo Wii U

Nintendo weiß sehr genau, wie man ein Maskottchen vermarktet. Ihr Firmenheld ist in unzähligen Mario-Spielen untergebracht, in denen er entweder als aktiver Protagonist tätig ist oder nur vom Beckenrand zuschaut. Doch hier macht das Traditionsunternehmen aus Japan nicht halt. Auch Nebencharaktere werden gut in neue Ideen umgesetzt, wobei Captain Toad: Treasure Tracker ein Paradebeispiel darstellt.

Captain_Toad_Treasure_Tracker_7Toad hat im Pilzkönigreich in der Vergangenheit leider eher eine passive Rolle eingenommen. Zwar war er ein steuerbarer Held in New Super Mario Bros. Wii bzw. dessen Nachfolgern, aber trotzdem standen die Mariobrüder hierbei im Vordergrund. Was Abenteuer angeht, hat der kleine Pilzkopf eher ein ruhigeres Gemüt und liebt es, in seiner freien Zeit nach verlorenen Schätzen zu suchen. Hierzu hat er seine Freundin Toadette eingeladen und mit Rucksack und Stirnlampe bewaffnet gilt es goldene Sterne einzusammeln.

Doch leider wird dieser in der ersten Episode des Abenteuers von einer diebischen Riesenelster entführt. Dasselbe passiert, wenn ihr Episode zwei angeht, nur werden hierbei die Rollen vertauscht. Jedenfalls nutzen beide Pilzköpfe ihre Gehirnzellen, um das Levelende zuerreichen. Soll heißen, dass ihr Schalterrätsel richtig auflöst, Feinde unterwandert und die Quaderlevel genaustens unter die Lupe nehmt.

Denn in diesen finden sich jedes Mal drei Diamanten und ein Goldpilz. Um den vollen Durchblick zu haben, gilt es entweder mittels Bewegungssteuerung des Gamepads oder des Analogsticks die Levelkonstruktion zu drehen. Bedauerlicherweise ist die erstgenannte Bewegungseingabe eine fummelige Angelegenheit, die meiner Meinung nach sehr aufgesetzt wirkt. Zudem ist diese nicht so punktgenau, als wenn man den Analogstick benutzt. Bei unerfahrenen Spielern kommt das Manko hinzu, dass sie bei der Knobelaktion mal unbewusst das Pad bewegen und hierbei komplett die Sicht verlieren. Trotz Zoomfunktion und fast 360-Grad-Drehung der Kamera bietet der Titel nicht immer die passende Übersicht. Das nervt manchmal.

Was die Spielideen angehen, ist Captain Toad: Treasure Tracker endlich ein Wii U-Titel, der ausreichend von den Fähigkeiten des Gamepads Gebrauch macht. Dank des Touchscreens lassen sich Plattformen kinderleicht verschieben. Möchtet ihr niemanden anderen im Raum beim Zocken stören, könnt ihr auch ohne Fernseher spielen und gelegentlich wird das Mikrofon zum Reinpusten benutzt. Sehr lobenswert Nintendo! Als Fluch bzw. Segen kann man das eigentliche Gameplay betrachten. Erfahrene Gamer werden sofort nach einem kurzen Schwenk der Kamera genau wissen, wie man alle Items einsackt, ohne ein Leben zu verlieren, während Neulingen und vielleicht jüngere Videospieler zu wenig Anleitung bekommen. Hier heißt die Devise ausprobieren und ganz viel sterben.

Captain_Toad_Treasure_Tracker_8Solltet ihr mehrfach ins Gras gebissen haben, erscheint ein Pilz, der euch bis zum Levelende Unverwundbarkeit verleiht. Dieses Feature kennt man schon von einigen New Super Mario Bros.-Spielen. Obwohl kein Koopmodus von Nintendo vorgesehen war, ist die Sternenjagd von Toad eine Angelegenheit, die man im Team am besten meistern kann. Am Anfang jedes Abschnittes betrachtet man gemeinsam mit seinem Partner alle Möglichkeiten, die das Level einem bietet, und entscheidet zusammen, welcher Weg am besten geeignet ist.

In den Lorenabschnitten kommen das extra Paar Augen noch besser zur Geltung. Spieler eins steuert in der Egoansicht Toad mittels Bewegungssteuerung und muss wie bei einem Railshooter Gegenstände mit Gemüse treffen. Der Clou bei der Sache ist, dass Spieler zwei auf dem großen Fernseher dank anderer Kameraeinstellung mehr Übersicht besitzt und so seinen Kumpel besser auf die folgenden Ziele vorbereiten kann. So geht auch kein verstecktes Extra verloren.




Dominic meint:

Dominic

Während der Testphase von Captain Toad: Treasure Tracker habe ich mir meine Freundin zur Seite genommen und wir hatten dank der hervorrangenden Spielidee eine Menge Spaß. Am meisten haben wir gelacht, wenn Toad mal den Turbogang einlegte und meine Freundin schreiend versuchte, ihren kleinen Helden nicht in den Tod springen zu lassen. Durch sie bin ich auch schnell auf die negativen Punkte gestoßen, die ich als erfahrenen Spieler nicht gesehen hätte. Das Puzzleabenteuer ist für Videospielneulinge dank der nicht vorhandenen Erklärungen vom Spieldesign ein bisschen schwerer als für Videospielprofis.

Positiv

  • Gamepad wird gut genutzt
  • Clevere Rätsel
  • Viel Umfang

Negativ

  • Bewegungssteuerung nicht so gut
  • Neulingen wird zu wenig erklärt
  • Kein echter Koopmodus
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6.8 22 Stimmen
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Forum
  • von Luftikus:

    So, DLC ist durch. 2 Stündchen hat es gedauert, um alles zu sehen. Die 5,99€ lohnen sich imo auf jeden Fall. Einige alte Level wurden leider recyclet, die neuen Herausforderungen darin sind aber super. Das allerletzte Level hat auch nochmal Laune gemacht. Fazit: Wer Captain Toad mag, der soll...

  • von Captnkuesel:

    Luftikus schrieb: Es ist ein ganz neues Kapitel dazugekommen. Sprich soviel wie ein Drittel des Hauptspiels. Preis ist 5,99€. Stimmt, weil die Kapitel im Spiel ja auch nur fünf Level haben......

  • von lumpi3:

    5 Level 18 Herausforderungen und noch Kleinigkeiten für 5.99 ist nicht gerade viel aber auch nicht wenig. aber 10 hätten es schon sein dürfen....

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