Grand Prix Rock'n Racing im Test

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Die Technik schreitet mit großen Schritten voran. Auch oder vor allem in dem von uns heißgeliebten Unterhaltungsbereich. Konsolen und Computer werden immer potenter, Grafik und Sound immer realistischer. In kaum einem Spielegenre macht sich das so stark bemerkbar  wie im Rennspielgenre. Was man, auch technisch, vor wenigen Jahren über den Klee gelobt hat gilt heute oft als unansehnlich. Man denke nur an die Highlights der Playstation Ära. Ridge Racer, Gran Turismo oder Destruction Derby galten damals als Vorzeigetitel, doch kaum einer würde sie heute mit der Kneifzange einlegen. Zu klobig sei die Grafik, verwaschen, schnell ist von Augenkrebs die Rede. Dieser Umstand ist der Tatsache geschuldet das der größte Teil der Games im jeweils aktuellen 3D Gewand erschien. Gehen wir etwas weiter zurück in der Zeit, als die Spiele noch flach und in gepixelter Bitmapgrafik daherkamen, entdecken wir, dass sich das Genre frühzeitig in zwei verschiedene Vertreter einteilte. Die bekannte „3D“ von hinten Ansicht (z.B. Outrun) und die Top Down Ansicht. Letztere kam, vor allem Ende der 80`er und den 90`er, vermehrt bei Fun Racern zum Tragen. Realismus war eher nicht gewünscht, Spaß sollte das ganze machen. Der bekannteste Vertreter dieser Art dürfte wohl die „Micro Machines“ Reihe sein. 

Grand_Prix_Rock_n_Racing_neXGam_11Doch bereits Ende der 70`er schuf Atari eine Spielereihe in Top Down Ansicht, die bis in die frühen 90`er überlebte. Die Rede ist von der „Sprint“ Reihe welche mit „Super Sprint“ und „Championship Sprint“ ihren Höhepunkt erlebte und in „Badlands“ ihr Ende fand. Die Strecken nahmen lediglich einen Bildschirm in Anspruch, vier Kontrahenten und ein paar Hindernisse auf eben dieser genügten, um stundenlangen Spielspaß zu garantieren. Zahlreiche Umsetzungen für Homecomputer entstanden. Dennoch geriet das Genre Ende der 90`er immer mehr in Vergessenheit. Die großen Publisher entwickeln seit Jahren keine neuen Vertreter des Genres. Wie also Abhilfe schaffen?
 
Die Antwort liegt, wie nicht anders zu erwarten, auch dieses Mal im Indiebereich.
 
Mit „Grand Prix Rock n Racing“ erschien Mitte 2016 ein Spiel, das auf den ersten Blick all das bietet, was uns bereits bei Ataris Oldies in Verzückung versetzt hat. Nur eben: größer, besser und schöner!
 
Grand_Prix_Rock_n_Racing_neXGam_16Also ran ans Pad und los geht’s. Im Menü wird zwischen Multiplayer, Singlerace und Championship gewählt. Dann kann das Rennen beginnen. Statt vier stehen stolze 20 Fahrzeuge an der Startlinie und die Strecke erstreckt sich über mehrere Bildschirme. Extrawaffen oder Hindernisse in Form von Öllachen etc. pp. gibt es nicht. Hier setzt man auf Realismus. So drehen wir also unsere Runden, vier an der Zahl, liefern uns Kopf an Kopf Rennen mit den Kontrahenten und setzen hier und da den spärlich vorhandenen Turbo ein. Das einzige Extra, in Zeiten von KERS aber durchaus als realistisch zu bezeichnen.
 
Was unterhaltsam klingt, ist in Bewegung eine einzige Qual. Abgesehen von der, für ein Top Down Rennspiel, passablen Grafik ist das Spiel von der Start- bis zur Ziellinie eine einzige große Sauerei. So ist bereits der Start alles andere als spannend. Ihr werdet euch fragen ob ihr die richtige Taste drückt, das Spiel zickt oder sogar ein Bug vorhanden ist. Denn was in der Formel 1 zum aufregendsten Teil des Rennens gehört, ist hier an Langeweile nicht zu überbieten. Quälend langsam setzt sich euer „Flitzer“ in Bewegung. Gefühlt ist das Rennen schon gelaufen, aber es ist tatsächlich kein Bug sondern offensichtlich so gewollt. Habt ihr dann mal Fahrt aufgenommen, ist das Spiel zwar schnell, in 9 von 10 Fällen aber nur bis zur ersten Kurve. Denn die Chance ist groß das ihr hier entweder in die Bande oder einen querstehenden Kontrahenten kracht. Beides endet für euch in einem Crash der euch erneut auf Null Km/h herunter bremst. Also beginnt die Quälerei von vorne. Zu diesem Zeitpunkt dürfte euch dann bereits schon die führende Hälfte des Fahrerfelds rücksichtlos überholen. Soll heißen: noch während ihr euren Boliden im Schneckentempo wieder in Fahrtrichtung ausrichten wollt, kracht mit großer Wahrscheinlichkeit der nächste Gegner in euch rein. Die Chance, dass ihr nochmal Geschwindigkeit aufnehmt, bevor der Erstplatzierte ins Ziel fährt, ist verschwindend gering. Wer also auch nur das erste Rennen auf einem halbwegs guten Platz beendet, kann sich als Held bezeichnen. 
 
Wer denkt, dass es nach dem ersten Rennen besser wird, der irrt. Es geht genauso weiter. Spielspass sieht anders aus.

Alexander meint:

Alexander
Optisch nett, ist alles andere eine Katastrophe. Es ist mir schleierhaft, wie man bei einem im Grunde simplen Spiel dermaßen viel verbocken kann. Bereits nach den ersten fünf Minuten tendieren Motivation und Spielspaß gegen null. Hier stimmt tatsächlich gar nichts. Selbst der Multiplayer Modus kann nichts retten, statt eines einzelnen sitzen hier eben mehrere Personen tierisch genervt vor ihrer Konsole. Mir fällt spontan kein Top Down Racer ein der schlechter sein könnte….obwohl ... Grand Prix Rock n Racing soll noch zwei Vorgänger haben. Die habe ich allerdings noch nicht gespielt. In Anbetracht der Leistung des Nachfolgers werde ich mir das aber auch sparen.
 

Positiv

  • Nette Grafik
  • Großes Fahrerfeld

Negativ

  • Laaaaaangsamer Spielablauf
  • Unfaires Fahrverhalten der KI
  • Insgesamt mieses Spieldesign
Userwertung
1.5 1 Stimmen
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1.5
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Forum
  • von Azazel:

    Brrrr, jetzt hat mich der Test doch wieder an das Spiel erinnert....dabei war ich gerade dabei dieses Machwerk zu vergessen.

  • von Civilisation:

    Azazel hat ein paar heiße Runden gedreht. Grand Prix Rock'n Racing Die Technik schreitet mit großen Schritten voran. Auch oder vor allem in dem von uns heißgeliebten Unterhaltungsbereich. Konsolen und Computer werden immer potenter, Grafik und Sound immer realistischer. In...

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