Xenoblade Chronicles Definitive Edition: Noch epischer als episch

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Ist es jetzt mittlerweile zehn Jahre her, dass Xenoblade Chronicles herauskam? Anscheinend ja. Auf jeden Fall gibt es nun  passend zu diesem Jubiläum die Definitive Edition für die Switch.

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Es war die Spätphase der Wii, als Nintendo innerhalb weniger Monate drei Rollenspiele herausbrachte, um noch mal Content für die Konsole zu liefern, dass sich an die Coregamer richtete. Die drei Titel waren Pandora’s Tower, The Last Story und Xenoblade Chronicles. Über die ersten beiden Spiele spricht heutzutage keiner mehr.
 
Aber bei letzterem Game liefen die Dinge anders. Nicht nur war Hauptcharakter Shulk ab Super Smash Bros. für den 3DS und die Wii U regulärer Teil der Beat’em Up-Serie. Ebenso wurde das Spiel für den 3DS aufgelegt, wenn auch mit gemischten Kritiken. Außerdem erschienen Fortsetzungen für die Wii U und die Switch.
 
Für diese Letztere hat man Titel in vielen Aspekten überarbeitet. Am offensichtlichsten ist natürlich die Grafik. Doch auch die Musik wurde neu arrangiert, die Steuerung angepasst und ein neues Szenario ins Game eingebaut. Über dieses, „Future Connected“ genannt, werde ich später eingehen.
 

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Xenoblade Chronicles findet in einer Welt statt, die aus zwei Titanen besteht, die vor Äonen sich gegenseitig bekämpften und schließlich dabei starben. Auf den Körpern entstanden im Laufe der Zeit Lebensformen. Auf dem von Bionis organische Lebewesen, auf dem von Mechonis mechanische. Eines Tages greifen diese die anderen an, um sie zu vernichten. 
 
Der eben erwähnte Shulk wird zu einem auserwählten Helden. Denn er ist der Einzige, der in der Lage ist, das Monado zu benutzen. Dabei handelt es sich um eine besondere Klinge, die dem Nutzer eine Vision einer nahen Zukunft gibt. Nur so lassen sich die angreifenden Mechons besiegen.
 
Wenn du Xenoblade Chronicles spielst, wirst du schnell von der Story gefangen genommen. Die Geschichte fängt einfach an und hört episch auf. So erlebt man im Laufe der Erzählung mit, wie das Universum des Games erschaffen wurde und was der Grund für die Existenz der Titanen ist.
 

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Bis du das Spiel insgesamt durchhaben wirst, vergehen gut und gerne so um die 100 Stunden. Die Zeit mag einem mitunter etwas lang vorkommen, was aber auch daran liegt, dass die Quests stellenweise einfallslos wirken. Die üblichen Fetchquests sind leider sehr oft vorhanden. 
 
Doch dem gegenüber stehen die Charaktere und die Spielewelt. Shulk und seine Freunde werden einem im Laufe des Spiels ans Herz wachsen. Und während der Reise durch die Titanen lernst du die unterschiedlichsten Biotope und Zivilisationen kennen, wie beispielsweise die langlebigen High Entia, Menschen mit Vogelmerkmalen.
 

In der „Definitive Edition“ wurde die gesamte Optik von Grund auf neu erstellt. Orientiert an der Wii-Fassung, sieht das Game jetzt wesentlich besser aus, als seinerzeit. Dabei wurde bei dem Design Wert darauf gelegt, dass die Darstellung einerseits frisch wirkt, aber andererseits noch genauso wie 2010. Beispielsweise hat man  das Kostümdesign von damals nicht verändert, sondern 1 zu 1 mit übernommen, nur eben hochauflösender. Doch nicht alle Figuren profitieren davon. Vor allem Nebencharaktere haben nicht annähernd dieselbe Liebe zur Überarbeitung erhalten, wie die Hauptfiguren und wirken besonders bei 720p im Docked Modus im Vergleich lieblos behandelt. Undocked beträgt die Auflösung immerhin immer noch 504p, wobei die FPS in beiden Modi 30 betragen.
 

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Xenoblade Chronicles bemüht sich, die Hürde für den Wiedereinstieg so gering wie möglich zu halten. Die Story wird jederzeit zusammengefasst wiedergegeben und du kannst überall speichern oder schnellreisen. Neu ist, dass das Game zwei Spielmodi erhalten hat, die sich an unterschiedliche Spieler richten. Der Casualmodus ist etwas für Neulinge. Das Kämpfen wurde erleichtert, man hat ein wenig mehr Leben und teilt mehr Schaden aus. Der Hardcore-Modus ist hingegen was für Veteranen. Hier ist das Game komplexer und herausfordernder, dadurch bedingt, dass man Erfahrungspunkte bunkern kann und bei jedem Kampf den Level der Partymitglieder höher oder niedriger stellen kann. Wodurch jede Auseinandersetzung eine Herausforderung werden kann.
 
Neu ist auch das Fashion Gear. Hierbei handelt es sich um Ausrüstungsgegenstände, die das Aussehen der Figuren beeinflussen und in einen Extraslot getragen werden können. Sie haben keine Auswirkung auf den Schaden oder die Rüstung, die man durch die normalen Rüstungsgegenstände und Waffen erhält. Dies war eine Neuerung, mit der ich persönlich am wenigsten etwas anfangen konnte, was aber vielleicht auch daran liegt, dass ich nicht so sehr Wert auf eine einheitliche Optik lege.
 
Zusätzlich zu den optischen, akustischen und Gameplayveränderungen wurde Xenoblade Chronicles Definitive Edition auch noch ein brandneuer Epilog gegönnt. Future Connected heißt dieser und findet ein Jahr nach dem Ende der Hauptstory statt. Die Geschichte fokussiert sich auf Shulk und Melia, die ein neues Gebiet erkunden, nämlich die Schulter von Bionis. Bis man in diesem Areal alles erforscht hat, dauert es nochmal gut und gerne 20 bis 30 Stunden. Doch diese Zeit lohnt sich, da Monolith Soft sich wirklich Mühe gegeben hat. Das Gebiet hat neue Charaktere und neue Feinde, wie auch neue Ausrüstungsgegenstände. Das Schöne ist, du kannst diesen Epilog jederzeit anfangen, egal wie weit du im Maingame bist, denn so oder so, deine Party startet mit Level 60 und allen Fähigkeiten freigeschaltet. 
 
Ich kann die Definitive Edition von Xenoblade Chronicles nur empfehlen. Hier wurde wirklich gute Arbeit geleistet und ein episches Spiel noch epischer gemacht.


Forum
  • von Captnkuesel:

    So habe endlich mal wieder Zeit gefunden weiter zu spielen. Bin jetzt nach 21 Stunden in dem Eryth Sea Gebiet. Was soll man sagen? Wunderschönes Spiel mit unfassbar schlechter Auflösung. Es blutet einem echt das Herz wenn man sieht wie schön designed die ganze Welt ist. Es ist einfach so...

  • von Phill XVII:

    Ich habe es jetzt knapp 15 Stunden. 50/50 auf Handheld und TV gespielt. Den Handheld Modus finde ich fast überhaupt nicht schlechter als Docked. Sobald man sich an die Grafik gewöhnt hat, sieht es auch Mobil nicht groß anders aus. Den einzigen Bereich den ich bisher wirklich grausam finde, ist...

  • von Captnkuesel:

    Wie scharf das Smartphone ist, nachdem man Xenoblade gespielt hat ...

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