Potata: Fairy Flower - Verwirrend

PC WindowsPlayStation 4Xbox One
Autor:

Potata ist die Tochter einer Hexe. Gemeinsam mit ihrer vielbeschäftigten Mutter lebt sie ein idyllisches Leben im Wald. Bis eines Tages sie feststellt, dass sich dunkle Magie verbreitet. Endlich geschieht etwas Aufregendes, weshalb sie sofort aufbricht, um ein Abenteuer zu erleben.

Potata_Fairy_Flower_neXGam_3

Potata: Fairy Flower ist ein Spiel, dass mich am Ende des Tages vor jeder Menge gemischter Gefühle hinterließ. Dass Momente der Schönheit besitzt, nur um sich dann am Ende grobe Schnitzer zu leisten, die den gut Gesamteindruck wieder vernichtete. Es ist einfach ein Game, das mich verwirrt zurücklässt.
 
Als positiv empfand ich die Story und den Hauptcharakter. Potata ist keine stereotypische Heldin. Sie ist die Tochter einer Hexe, wirkt etwas pummelig und sehr neugierig. Diese Neugierde rächt sich, als sie im Wald eine besondere Blume entdeckt und damit Chaos auslöst. Sie ist daher allein schon von der Optik her ein wohltuendes Gegenstück zu all den dünnen Heldinnen, die die Videospielindustrie noch heute bevölkern.
 
Dabei ist Potata: Fairy Flower ein Plattforming Game mit leichten Metroidvania-Einschlägen. Man läuft durch die Gegend und muss sich über Hindernisse hüpfend hinwegbewegen. Manchmal gibt es auch Barrieren, die sich durch Objekte beseitigen lassen. Bis zu fünf Stück gleichzeitig kann man von diesen tragen. Sollte man irgendwann mehr als die maximale Anzahl an Gegenständen bei sich führen, wird das Überflüssige automatisch in eine immer nahe gelegene Truhe gelegt. Ab und an gibt es Abzweigungen, die sich allerdings nie weit vom Hauptweg entfernen und wo man blaue Tokens einsammeln kann, die Währung des Titels.
 

Potata_Fairy_Flower_neXGam_4

Die Welt von Potata: Fairy Flower ist auch eine belebte. Immer wieder trifft man auf Figuren, mit denen man sich unterhalten kann und die Quests für die Protagonistin haben. Die natürlich, bei Lösung, Belohnungen und weitere Wege präsentieren.
 
Natürlich gibt es auch Feinde, denen man zu Beginn nur ausweichen kann. Erst später erhält man ein Holzschwert, womit die Gegner endlich erledigt werden können. Sollte man allerdings aus Versehen ein feindliches Vieh berühren, wird einem obligatorisch Lebensenergie abgezogen. Von der hat man zunächst drei Herzen, später kann man sie auf fünf hoch steigern.
 
Im Prinzip alles Zutaten für ein gutes Jump’n Run. Doch am Ende enttäuscht Potata, trotz der Voraussetzungen. Das liegt an verschiedenen Ursachen.
 
Zum einen ist da der Aspekt der Geschwindigkeit. Potata selbst bewegt sich eher gemächlich durch die Gegend, sogar dann, wenn sie eigentlich rennen sollte. Das wird insbesondere bei den Passagen zum Problem, wo es auf Speed ankommt, da hier die Fortbewegungsgeschwindigkeit im Widerspruch zum Ziel steht. Versagen ist hier an der Tagesordnung.
 

Potata_Fairy_Flower_neXGam_5

Das führt dazu, dass der Schwierigkeitsgrad des Games unausgewogen ist. Neben den Speedrun-Passagen existieren ebenfalls noch einige Bosskämpfe, die stellenweise unfair wirken. Immerhin gibt es fair gesetzte Rücksetzpunkte, so dass, selbst falls man sterben sollte, nicht allzuweit zurückfallen wird.
 
Überall im Spiel sind außerdem Puzzles verteilt, die, wenn man sie löst, gewisse Boni geben. Doch hier ist das Problem, dass die teilweise extrem schlecht erklärt sind. Man kann sie zwar im Tausch gegen die weit verstreuten Blauen Tokens lösen lassen. Nur wird man dafür von der entsprechenden Spielfigur beleidigt, was nun nicht bedingt sein muss und den Spielspaß deutlich herabsetzt.
 
Grafisch wirkt das Game sehr gut. Die Welt wirkt durchdacht und wunderschön designt, derweil die Figuren liebevoll gestaltet wirken . Auch der Sound ist grandios. Die jeweiligen Musikstücke sind gut komponiert und laden zum Mitwippen ein.
 
Wie eingangs geschrieben, hat mich das Game verwirrt zurückgelassen. Auf der einen Seite hat es viele positive Aspekte. Doch auf der anderen leistet es sich viele grobe Schnitzer, die nicht hätten sein müssen! Schade, aber am Ende ist Potata: Fairy Flower absoluter Durchschnitt.

Mehr zum Thema