Daemon X Machina - Action mit Ecken und Kanten

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Es geht futuristisch zu auf der Nintendo Switch, denn Kenichiro Tsukuda, seines Zeichens Schöpfer der in Japan durchaus beliebten Armored Core Reihe, hat ein Spiel auf Nintendos Konsole entwickelt. Daemon X Machina ist dabei ähnlich geraten, wie vorhergehende Games, doch kann sich der Titel auf dem System behaupten und die Fans um sich scharen? Wir begaben uns aufs Schlachtfeld und drehten eine Runde.

Daemon-X-Machina-07Zugegeben, die Story ist nicht gerade das Aushängeschild des Titels. Der Mond fällt auf die Erde, zerstört fast alles, eine entwickelte KI versucht alles wiederaufzubauen und ein Teil der Maschinen wendet sich gegen ihren Meister. Seitdem herrscht Krieg, in den sich natürlich die verbliebenen Menschen einmischen. Diese werden zur Verstärkung ihrer eigenen Kraft in einen Kampfmech gepackt, die Reclaimer genannt werden, und schließen Aufträge für die fünf verschiedenen Fraktionen ab, denen jeweils ein Landstrich gehört. Dabei sind wir nicht die einzigen Söldner, die für den Wiederaufbau und gegen einstürmende KI-Gegner antreten. Maximal zu viert treten wir die Missionen an, die in einem geschriebenen und voll vertonten Dialog euch nähergebracht werden. Dabei ist die wählbare japanische Sprachausgabe veritabel gelungen, die englischen Sprecher mühen sich, können aber nicht mit dem Original mithalten. Allerdings ist das nicht so schlimm, denn die Story ist ja eh nicht die Stärke des Spiels. Auch diese Dialoge bieten nur selten einen wirklichen Mehrwert und haben zur Geschichte nur wenig beizutragen. Oftmals wirken diese sogar befremdlich, weil man in einer Mission noch kumpelhaft miteinander spricht und in der Nächsten bereits um Leben und Tod kämpft, nur weil man ausnahmsweise in einen Interessenkonflikt gerät. Trifft man in einer späteren Mission erneut aufeinander, tun sie so als wären sie die besten Kumpels, aber möglicherweise tu ich mich da schwerer Privates und Berufliches voneinander zu trennen als meine virtuellen Kollegen.

 

Bei den Briefings selbst gab man sich Mühe, doch leider laufen die Aufträge oftmals nach demselben Schema ab: Ihr betretet ein Schlachtfeld und erledigt alle Feinde, die sich darin befinden. Der Begriff an sich ist leider etwas übertrieben, da das Kampfgebiet durch eine äußere Blockade begrenzt ist. So ist das eigentliche Gebiet, stark eingeschränkt, obwohl die Gegner auch außerhalb auf uns feuern können. Schlimmer noch, denn es kann sogar sein, dass uns ein Feind durch eine Explosion nach weit draußen schleudert und unser Mech automatisch explodiert. So heißt es Game Over und wir müssen die komplette Mission von vorne beginnen. Glücklicherweise geschah das nur ein einziges Mal während meiner Kampfeslaufbahn. Dabei ist der Start durchaus ansprechend. Die detaillierten Kampfmechs agieren äußerst agil und die Steuerung geht nach kurzer Eingewöhnungszeit leicht von der Hand. Hier merkt man die ganze Erfahrung der Spieldesigner, denn es macht richtig Spaß seine Feinde mit allen Waffen aufs Korn zu nehmen. Der eigene Mech nimmt einem das Zielen ab, sobald ihr den Gegnern nahe genug kommt, so dass ihr euch ganz auf eure Bewegungen konzentrieren und aus allen Rohren feuern könnt. Die Missionen an sich sind entweder schlichte Ausschaltmissionen oder ihr einen Konvoi oder ein Gebäude zerstören und feindliche Mechs ausschalten. Abwechslung bieten auch die Aufträge, in denen man im Inneren eines Komplexes agiert, wobei diese eher selten sind. Ebenso müsst ihr gegen feindliche Reclaimer antreten und sogar einige große Bosse vernichten. Vom Erfolg einer Mission hängt viel von eurer Ausrüstung ab.

 

Daemon-X-Machina-11Wie ihr dabei euer Kampfgerät ausrüstet, bleibt euch völlig selbst überlassen. Wahlweise könnt ihr zwei Waffen an den Armen installieren oder stattdessen ein Schild benutzen, um feindliche Attacken abzuwehren. Zusätzlich bestückt ihr euch mit Raketenwerfern auf der Schulter, um den Gegnern ordentlich die Hölle heißzumachen. Neue Ausrüstung erhaltet ihr entweder, indem ihr gegnerische Mechs zerstört und diese plündert oder ihr stellt in der Fabrik neue her. Neben den Standardgegnern trefft ihr in einigen Missionen auch auf haushohe Bossgegner, die euch weitere Apparaturen erforschen lassen. Die Bewaffnung ändert ihr dabei im Hangar, der als Stützpunkt für eure Aktionen dient. Dort könnt ihr von allen möglichen Ausrüstungsgegenständen die Stats studieren und euren Mech der Spielweise anpassen. Es macht Spaß seinen Mech nach und nach zu optimieren, wobei die Aufträge an sich leider selten eine echte Herausforderung sind. Den erhaltenen Sold der Missionen können für Augmentierungen am eigenen Körper verwendet werden, um Eigenschaften zu verändern. Dies hat allerdings nur Auswirkungen, sobald man aus seinem Mech im Kampf aussteigt, was aber eher selten der Fall sein dürfte, da die Überlebenschancen äußerst gering sind. Außerdem findet man im Hangar einen absolut deplatzierten Eisladen, bei dem man sich Buffs für die nächste Mission durch Zahlung eines Betrags leisten kann. Das hätte man auch irgendwie anders integrieren können. Zusätzlich zu den Storymissionen lassen sich hin und wieder freie Missionen abschließen, um zusätzliches Geld und Ausrüstung zu erwerben. Ebenso lassen sich Mehrspielermissionen abschließen, sowohl online als auch lokal mit bis zu vier Spielern, wobei jeder ein eigenes Spiel benötigt, denn Couch Coop wird nicht unterstützt. Der Onlinemodus des Spiels erinnerte mich sogar ein wenig an meine Monster Hunter Sessions, da man hier ebenfalls in einem Trupp von vier Kampfmechs zumeist gegen Bossgegner antritt und diese für Loot niederringt.

 

Im Großen und Ganzen gibt es sicherlich einiges, was man an Daemon X Machina aussetzen kann, seien es die kleinen Arenen oder die vorhersehbare Story, die in mäßigen Dialogen erzählt wird. Allerdings hat das Spiel aber auch so viel zu bieten, denn das actionreiche Gameplay macht durchaus Laune und die Möglichkeit seinen Kampfkoloss in verschiedenartigen Loadouts selbst zusammenstellen zu können motiviert ungemein. Die Missionen an sich sind auf Dauer etwas eintönig, jedoch gerät die durchaus schicke Cel-Shading Optik nie ins Stocken und so könnt ihr euch auf kurzweilige Balleraction freuen. Im Grunde müsst ihr selber entscheiden, ob euch das Gameplay zusagt. Da es eine Demo im Store gibt, solltet ihr diese vorab einfach mal ausprobieren und wenn ihr euren Spaß habt, dann wird euch wohl auch das komplette Spiel zusagen. Wollt ihr ein abwechslungsreiches Spiel und eine spannende Story, dann solltet ihr woanders weitersuchen. Für unkomplizierte Action seid ihr hier aber definitiv richtig.

 

 

Forum
  • von khaos:

    Ich hab das bis jetzt (zum Nexgam Test^^) gar nicht mitbekommen, dass da Armored Core Leute am Start waren. Warte ja schon immer auf einen neuen Teil. Dachte halt nur, dass das schlicht irgendein neues japano Mech-Spiel ist, von denen es ja auch immer mal wieder welche gibt. So muss ich mir den Teil...

  • von Phill XVII:

    Erinnert sehr stark an Amored Core. Selbst die Story wird ähnlich vermittelt. (man kapiert also fast gar nichts) Zum Glück macht es im Gegensatz zu AC aber Spaß....

  • von mitsurugagaga:

    Ich bin noch mehr neugierig, nachdem ich den Unterschied zwischen den Reviews (eher mittelmäßig) und den User Scores (eher sehr gut) gesehen habe. Das hört sich für mich ganz so an, als ob das Gameplay richtig gut geworden ist ...

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