Cadence of Hyrule: The Dance of Zelda im Test

Der Begriff Kadenz hat in der Musik viele Bedeutungen. Es bezeichnet einerseits eine Akkordfolge, die den Abschluss eines Abschnitts oder gleich ganzen Stücks artikuliert. Aber ebenso wird eine bestimmte klischeehafte Harmoniefolge damit tituliert. Des Weiteren ist die englische Übersetzung der Name einer Heldin, die in Cadence of Hyrule ein anderes Universum aufsucht.

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Es war 2015, als mit Crypt of the Necrodancer wieder eines jener Independentspiele für Aufsehen sorgte, die ein frisches und unverbrauchtes Gameplay boten. In diesem Fall war es die Mischung aus Rogue Like Dungeoncrawling und Rhythmusspiel. Kombiniert mit einer unverwechselbaren Pixeloptik und einem fantastischen Soundtrack wurde das Spiel ein Riesenerfolg. Und führte dazu, dass Entwickler Brace Yourself Games eines Tages eine ungewöhnliche Bitte an Nintendo hatten. Für die Switch-Adaption des Titels wollten sie einen DLC mit Zelda-Content erschaffen. Doch daraus erwuchs schnell mehr, so dass 2019 mit Cadence of Hyrule: Crypt of the Necrodancer featuring The Legend of Zelda ein eigenständiges Spiel herauskam. Dass noch dazu einen umfangreichen Seasons Pass erhielt.
 
Seit einigen Wochen gibt es jetzt das Komplettpaket in physikalischer Form zu kaufen. Sprich: Grundspiel, plus alle zusätzlichen Inhalte, die du damals im Laufe des Seasonspasses erhalten hast. 
 
Wer Crypt of the Necrodancer noch nie gespielt hat, für den eine kurze Zusammenfassung des Gameplays. Du steuerst deine Spielfigur durch einen zufallsgenerierten Dungeon und solltest dich tunlichst im Rhythmus der Musik bewegen. Doch nicht nur du, auch die Gegner tun dies. Die Art und Weise, wie sie sich fortbewegen, gilt es dabei zu berücksichtigen, um sie am besten zu besiegen.
 

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In Cadence of Hyrule steuerst du zunächst die titelgebende Cadence, die es ins Zelda-Universum verschlagen hat. In einer Tutorialmission lernst du das grundlegende Gameplay kennen. Danach heißt es sich zu entscheiden, zwischen Link oder Zelda als zu steuernde Figur. Es gibt keinen spürbaren Spielunterschied zwischen beiden, sieht man mal davon ab, wo sie jeweils aufwachen. Link schläft in seinem Haus im Sumpf und Zelda in ihrem Palast, aus dem sie nach Erwachen fliehen muss.
 
Beide verfügen über eine Grundausstattung: einem Schwert und einer Möglichkeit, sich zu verteidigen und bestimmte Geschosse zurückzuschleudern. Selbst wenn du stirbst, diese Objekte bleiben im Besitz. Doch andere Gegenstände, wie eine Fackel, mit der du die Sichtweite erhöhen kannst, Bomben zum Freisprengen oder eine Schaufel zum Weggraben von vorgegebenen Hindernissen, verlierst du, wenn du ins Gras beißt. Das Gute ist, dass du nicht komplett tot bist, sondern an vorbestimmten Stellen wieder zurück ins Leben kommt. Allerdings nicht ohne vorher einen Abstecher bei einer hilfreichen Frau zu machen, wo du Diamanten gegen Objekte eintauschen kannst.
 
Diese Edelsteine erhältst du, wenn du an der Oberwelt einen Bildschirm komplett von Feinden säubert. Und ein Diamant wartet immer auf dich, falls du gestorben bist, ohne vorher diese Steine gesammelt zu haben. Und du wirst oft ins Gras beißen.
 

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Der große Anreiz von Cadence of Hyrule ist eben, dass du dich, wie bei Crypt of the Necrodancer, im Rhythmus der Musik bewegen musst. Verpasst du mal einen Beat, kannst du dich für einen kurzen Augenblick nicht weiterbewegen. Was deinen Gegner eine Chance gibt, näherzukommen.
 
Dabei gleicht das Game, wenn es um das Bekämpfen von Feinden geht, einem Puzzlespiel. Jeder Gegner bewegt sich auf eine bestimmte Art und Weise. Manche heben bei jedem zweiten Beat die Arme hoch, andere preschen, wenn sie dich sehen, sofort vorwärts und du kannst ihnen ausweichen und sie dann von der Seite her bekämpfen. Das klingt soweit einfach, doch wenn du mit Massen an Gegnern zu tun hast, kann es schnell vorkommen, dass die Theorie grau ist und du überwältigt wirst und dementsprechend stirbst. Dir braucht bloß ein grober Fehler zu passieren, du bist zu übermütig und schon heißt es RIP. Der Schwierigkeitsgrad von Cadence of Hyrule kann mitunter einfach unfair und brutal sein.
 
Klar, es besteht immer noch die Möglichkeit, dass du das Bewegen im Beat ausschalten kannst. Allgemein bietet das Game jede Menge Einstellmöglichkeiten. Und eine Zeitlang habe ich das auch genutzt. Nur um dann festzustellen, dass damit eine Menge des eigentlichen Spielspaßes flöten geht. Also habe ich das wieder ausgeschaltet und mich irgendwie weitergekämpft.
 

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Und doch macht Cadence of Hyrule jede Menge Spaß. Ja, es ist unfair. Ja, diese zufallsgenerierten Dungeons nerven, wenn du einen bestimmten mehrere Male hintereinander angehen musst, um weiterzukommen. Aber man merkt dem Spiel an, dass die Entwickler mit Liebe an der Arbeit waren. Der Soundtrack ist umwerfend. Vor allem, wenn der aus Crypt of the Necrodancer bekannte Händler auftritt und seine gesamte Stimmgewalt zum Ausdruck bringt. Oder die liebevolle, bunte Pixeloptik, deren Stil an die GBA-Zeldas erinnert.
 
Es gibt viele Elemente, die du von anderen Zeldatiteln her kennst. Die Krabbelminen, Fackeln, Herzteile, aber auch bekannte Feinde sind in diesem Titel vertreten. „Neu“, bzw. aus Crypt of the Necrodancer übernommen sind einige Feinde, allerdings ebenso gewisse Objekte. So findest du beispielsweise ein Glasschwert, dass jede Menge Schaden verursacht. Doch beim kleinsten Fehler zerbricht eben dieses. 
 
Diese Klinge ist übrigens das perfekte Beispiel für ein weiteres Element auf Cadence of Hyrule. Es gibt neben den einfachen Objekten, die ewig halten, auch verbesserte Gegenstände, die zusätzlich noch gewisse Boni haben. Doch haben die nur eine begrenzte Benutzbarkeit. Je öfter du sie verwendest, desto näher rückt unwillkürlich der Zeitpunkt, wo du sie verlierst. Das Gute ist: Es braucht nicht so lange, bis ein Gegner wieder zum Beispiel eine Fackel fallen lässt.
 

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Ebenso hast du Spaß, wenn du endlich Fortschritt machst. Wenn du ein besseres Item findest. Oder einen der Challengeräume klärt und dadurch dem Boss erneut einen Schritt näher kommst. Oder wenn du ein Puzzle löst, an dem du lange Zeit geknabbert hast. Oder, oder, oder.... Cadence of Hyrule bietet jede Menge Sachen, an denen du dich erfreuen oder genießen kannst.
 
Und es ist ja nicht alleine mit dem Storymodus getan. Auch außerhalb davon erwartet einen jede Menge Material, mit dem du dich beschäftigen kannst. Etwa, wenn in einem anderen Spielmodus nicht nur die Dungeons zufallsgeneriert sind, sondern auch die Oberfläche. Oder du kannst als Horrorkid spielen. Oder, oder, oder... Bis du alles erkundet, alles freigeschaltet hast, können locker im oberen zweistelligen Bereich Stunden vergehen.
 
Cadence of Hyrule ist ein Titel, bei dem Freud und Leid nahe beinander liegen. Eben noch hast du dich darüber gefreut, dass du eine schwierige Stelle gemeistert hast, nur um anschließend wegen eines dummen Fehlers ins Gras zu beißen. Trotzdem, wenn du bereit bist, dich durchzubeißen, dann macht das Spiel jede Menge Spaß. Und der Soundtrack ist sowieso über alle Zweifel erhalten. Jetzt bin ich aber gespannt, was als Nächstes von Brace Yourself Games kommen wird. Die Messlatte haben sie mit diesem Titel nicht gerade niedrig gehängt....

 
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Forum
  • von Darkshine:

    Ich find's mit 38,98€ etwas überteuert, da aktuell die MWSt Aktion bei Media Markt ist, dürfte man es etwas günstiger bekommen.

  • von Undead:

    Cadence of Hyrule bekommt neuen DLC Inhalt was ja ok ist. ABER das beste kommt jetzt: Es wird einen Physical Release geben, in dem alle DLC Inhalte mit drin sind Bleibt nur zu hoffen, dass alles auf der Karte ist und nicht per DL Code beiliegt. Releasetermin ist der 23. Oktober 2020...

  • von Allgamer:

    Also ich bin wohl ein Rythmuskrüppel, ich hab das Spiel bei Seite gelegt ich sehe da kein Land.

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