The-Princess-Guide-01Man schlüpft in die Rolle eines alternden Helden, der nicht mehr ganz so taufrisch und spritzig ist als früher zu seinen besten Söldnertagen. Deshalb überlegt er, aus dem Tagesgeschäft auszusteigen und stattdessen als Berater zu fungieren. So ist es jetzt sein Ziel, als Mentor von Prinzessinnen einzutreten und sie in die Kunst des Kampfes einzuweisen und adäquat auszubilden. Nachdem man seinen Charakter generierte, darf man sich eine von vier Prinzessinnen auswählen, die zuerst betreut werden soll.  Diese könnten im Wesen nicht unterschiedlicher sein. Die eine ist eine naive Kämpferin, die an nichts anderes als Futtern denken kann, die andere gibt ihren Untertanen keine eigenen Namen, sondern nur Nummern und verwandelt sie in Frösche, wenn sie Widerworte haben.

Die Geschichte wird dabei in klassischer Visual Novel Manier erzählt und das in humoristischer Form. So bleibt die Erzählung stets locker und nicht langweilig. Irritierend ist jedoch, dass die Charakterbilder hüpfen, während sie sprechen, was nicht nur seltsam aussieht, sondern ebenso etwas vom eigentlichen Text ablenkt. Wie in den kürzlich erschienen Titeln von NIS America üblich ist The Princess Guide komplett auf Englisch, wobei man die Sprachausgabe auf Japanisch beibehielt und diese sich nicht in eine andere Sprache umstellen lässt. Während der Dialoge kommt auch bereits das „Lob und Tadel“ System des Spiels zum Tragen. In manchen Situationen trifft die Prinzessin eine Aussage oder macht einen Vorschlag, den man als ihr Mentor kommentieren muss. Je nachdem wie man diesen findet, kann man eben ein Lob aussprechen oder es nicht gutheißen. Ob diese Entscheidung die Richtung der Geschichte nachhaltig verändert, wage ich zu bezweifeln, jedoch erhält die Prinzessin daraus eine Erkenntnis, die direkten Einfluss auf ihre Charakterwerte hat.
 

The-Princess-Guide-03Neben den Gesprächen sind natürlich Missionen das Herzstück des Spiels. Die meiste Zeit über ist man auf einer Weltkarte mit verschiedenen Orten, die mit Straßen miteinander verbunden sind. Dort wird sowohl der Standort der nächsten Mission angezeigt, als auch die Heimbasis und das Trainingsgelände, um etwas zu grinden und die Spielfiguren stärker werden zu lassen. Neben den Hauptmissionen erhält man gelegentlich zeitlich begrenzte Nebenmissionen, die man für zusätzliche Schätze und Erfahrungspunkte abschließen kann. Hier müssen meist feindliche Patrouillen vernichtet oder eine Gegend beschützt werden oder Ähnliches. Bei den Missionen reist ihr zum entsprechenden Ort einer Karte, dort wird dann ein Dialog gestartet, der meist in einem Dungeon mündet, der anschließend abgeschlossen werden muss. Dungeon ist dabei allerdings übertrieben, denn die Kampfgebiete sind linear, verteilen sich aber über mehrere Bereiche.
 

Im Kampfmodus schaltet das Spiel in eine schräge Draufsicht um, in der man mit seinem Trupp umherstreift. Man selbst steuert dabei nur den Anführer, der zu Beginn entweder man selbst oder eben die Prinzessin ist. Jeder Commander hat seine eigene Gefolgschaft dabei, die auf Tastenkommando mitkämpfen und ebenso beim Erledigen von Gegnern Erfahrungspunkte sammeln und mit aufsteigen. Ein anfängliches Tutorial im Spiel zeigt auch, wie der Kampf funktioniert, doch leider ist dieses sehr knappgehalten und etwas verwirrend, so dass ich mir vor allem mit „Learning by Doing“ das Kampfsystem aneignete. Im Grunde gibt es einen normalen Angriffsknopf, mit dem der Hauptcharakter angreift, einen weiteren für den Trupp. Zudem gibt es eine Spezialattacke vom Gefolge, der aber nur begrenzt eingesetzt werden kann. Mit diesem können Feinde jedoch kurzzeitig betäubt werden und man kann schweren Schaden zufügen. Das ist meist bei Bossgegnern sinnvoll. Im Gelände findet man hin und wieder Fallen vor, die im Spiel Relikte genannt werden. Diese greifen alle an, die in die Nähe des Einflussbereichs gelangen. Gleichwohl kann man diese übernehmen und für die eigenen Zwecke nutzen. Allerdings lassen diese sich auch nur begrenzt oft aktivieren, machen dafür aber schweren Schaden.
 

The-Princess-Guide-06Ihr könnt euch aber sicherlich vorstellen, dass vor allem im späteren Spielverlauf das Geschehen sehr wuselig werden kann. Es ist oft schon schwer genug, aufgrund der kleinen Figuren zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können. Da erschwert es das Ganze natürlich noch, wenn man gleichzeitig die Relikte kapern muss und eventuell die ein oder andere Schatzkiste noch mitnehmen will.  So können die Auseinandersetzungen durchaus hektisch werden und man muss womöglich einiges einstecken. Falls die Lebensenergie auf 0 sinken sollte, gilt die Mission zwar als verloren, jedoch kann man die derzeitige Ebene so oft wiederholen, wie man will, aber manuell aufgeben. Solltet ihr mal zu schwachbrüstig unterwegs sein, könnt ihr abbrechen, auf den Trainingsplatz gehen um euch aufzuleveln und später wieder zurückkommen, um die Kampfmission zu beenden.
 

Neben dem Kampf und die Missionen gilt es auch, sich in der Basis vorzubereiten. Hier können gefundene Waffen ausgerüstet und erhaltene Erkenntnisse der Prinzessin dazu genutzt werden um entweder sie selbst oder den Hauptcharakter aufzuleveln. Leider ist hier das Tutorial ebenfalls eher zu kurz geraten. So weiß man anfangs gar nicht recht was man im Prinzip tun soll und hat irgendwie das Gefühl die Hälfte zu vergessen oder einen Fehler zu begehen. Wer sich aber auf das Spiel einlässt und etwas ausprobiert, wird sich dennoch schnell einfinden können.