The Caligula Effect: Overdose im Test

PlayStation 4

Bereits auf der PlayStation Vita durften Spieler in die Welt von Caligula Effect eintauchen, doch mit fortschreitendem Erfolg der Nintendo Switch dürfen sich nun auch Nintendojünger über eine passende Umsetzung freuen. Mit dem Nachsatz Overdose bietet NIS America den Spielern aber ein erweitertes Spielerlebnis. Jetzt stellt sich dabei nur die Frage, ob sich das Warten gelohnt hat und ob Spieler der ursprünglichen Fassung noch einmal zugreifen sollten. Das klären wir in unserem Test!

The-Caligula-Effect-Overdose-5Die Geschichte des Spiels wird erzählt von der Welt Mobius, die nicht die ist, die sie zu sein scheint. Es ist eine Welt, die nur dazu erschaffen wurde, damit die Menschen ihre Sorgen vergessen können. Dort sind sie alle wieder Schüler, die allesamt keine Probleme haben. Diese Welt wurde von einer KI erschaffen mit Namen µ, dargestellt durch ein weibliches Idol, was in unseren Breitengraden vergleichbar mit einem Popstar ist. Es geschieht während einer Schulveranstaltung, dass der Protagonist während seiner Rede vor seinen Schulkameraden komische Zeichen an ihnen entdeckt. Er erkennt, dass nicht alle das sind, was sie zu sein scheinen. Es existiert eine Gruppe namens Ostinatio Musicians, die dafür sorgen sollen, dass die Bewohner von Mobius auch weiterhin in dem Irrglauben leben, dass dies die reale Welt sei und das mit allen Mitteln. Angsterfüllt flüchtet man von der Veranstaltung und wird in einen Kampf verwickelt, doch kommt uns ein Verbündeter zu Hilfe. Da auch andere erkennen, dass es in dieser Welt nicht mit rechten Dingen zugeht und man selbst ein „Sehender“ ist, wird man aufgenommen in eine Art Geheimbund, dem Go Home Club. Es ist eine kleine Gruppe von fünf Jugendlichen, die aus dieser Welt entfliehen und endlich wieder in die normale Welt zurückkehren wollen.
 
Das ist auch die Basis der Geschichte, die sodann gleich nach Aktionen verlangt. Wir machen uns gleich auf den Weg durch das Schulgebäude, um erste Hinweise zu finden. Dort haben wir auch die Möglichkeit mit allerlei NPCs zu interagieren mit denen wir uns anfreunden und die uns bei Bedarf unterstützen können. Diese sollen über 500(!) an der Zahl sein, doch leider ist hier das Problem, dass die anzutreffenden Personen eher generisch sind und sich sogar in Sachen Optik kaum unterscheiden. Zwar haben sie allesamt eigene Namen, aber haben oft dieselben Textpassagen, die sie zum Besten geben. Je öfter man mit ihnen spricht, desto mehr erhöht sich der Freundschaftslevel mit ihnen und man erfährt über die Ängste und Sorgen der jeweiligen Personen. Über den Social Link Bildschirm werden die Verbindungen der Personen zueinander angezeigt. Nachdem man ein bestimmtes Level dann erreicht hat, kann man in Nebenmissionen sich den Sorgen der Charaktere annehmen und diese via Nebenquest ausmerzen. Diese sind aber relativ kurz und offensichtlich an den Fortschritt in der Hauptkampagne gebunden, sodass es sich ziemlich beliebig anfühlt, wann diese Nebenmissionen verfügbar sind. Leider sind es oft auch die Belohnungen gar nicht wert, diese Quests auszuführen.
 
The-Caligula-Effect-Overdose-1So kämpfen wir uns durch mehrere Gebiete, die oft mit viel Laufarbeit verbunden sind. Auch sonst fühlt es sich irgendwie nur so an, dass man recht linear von einem Gang zum nächsten wandert, um dort den Bereich von den jeweiligen Feinden zu befreien. Und zum auf der Karte markierten Zielpunkt zu gelangen. Dort erwarten uns kurze Zwischensequenzen, die die Story voranbringen und leider nur in englischer Sprache gehalten sind. Als Fanservice gibt es noch die japanische Sprachausgabe, die allerdings nicht auf Englisch gewechselt werden kann. In den jeweiligen Bereichen habt ihr dann auch diverse Aufgaben zu lösen, die einfachsten davon sind schlichte Botengänge, jedoch gibt es auch Quizfragen zu lösen, die bei einer falschen Antwort mit weiterem herumlaufen „bestraft“ werden. In Sachen Optik gleichen sich die verschiedenen „Dungeons“ leider sehr, da man sich nur in Teilen von Mobius fortbewegt, was für die Abwechslung natürlich nicht förderlich ist. Das macht es zudem schwer, erinnerungsträchtige Momente zu schaffen.
 
Kommen wir aber nun zu einem Herzstück des Spiels, der Kampf. Da man oft in solche verwickelt wird, macht dieser auch einen großen Teil des Spiels aus. Dieser wurde in Overdose auch erweitert mit dem sogenannten Chain System, dass wirklich richtig Spaß macht. Hier werden in den rundenbasierten Kämpfen die Angriffe der verschiedenen Charaktere miteinander verkettet, um die Angriffe des Gegners zu stören und selbst großen Schaden zuzufügen. Beispielsweise könnt ihr mit einem Spezialangriff eurerseits einen Gegner in die Luft befördern, nur damit euer Kumpan einen speziellen Angriff startet, der nur Feinde in der Luft schaden kann. Die Vielzahl an verschiedenen Möglichkeiten lassen einiges an Fantasie zu und bevor man die Angriffskette abschließt, kann diese in einer Animation noch einmal betrachtet werden. Ist der Angriff noch nicht nach den eigenen Wünschen, lässt sich auch der zeitliche Ablauf der Angriffe anpassen. Hätte man so viel Liebe wie beim Kampfsystem auch in den Rest der Welt gesteckt, könnte The Caligula Effect: Overdose ein großartiges Rollenspiel sein.
 
The-Caligula-Effect-Overdose-8Aber ihr habt bereits erkannt, dass das Spiel unter einigen Problemen leidet. Es ist die schnell eintretende Monotonie und die vielen oberflächlichen Charaktere, die der Welt zu wenig Leben einhauchen. Hier hätte ich lieber eine Handvoll, aber dafür einprägsame Charaktere gemacht. Die Geschichte wurde geschrieben von Tadashi Satomi, der bereits für die ersten drei Persona Spiele verantwortlich war. Von daher weiß man ja, dass eine gute Basis da wäre. Das Fundament der Spielwelt ist auch sehr gut, jedoch hat man permanent das Gefühl, dass man mehr daraus machen könnte. In der Overdose erweiterten Fassung hat man zwar insgesamt 9 Charaktere mit denen man die Story verfolgt. Nun kann man auch eine neue Storyline mit den Ostinatio Musicians spielen, doch die Probleme des Hauptspiels bleiben weiterhin vorhanden. So hoffe ich bei einem möglichen Nachfolger, dass man lieber mehr auf Qualität der Charaktere, als auf Quantität setzt.
 

Michael meint:

Michael

Eigentlich will ich The Caligula Effect: Overdose mögen, aber es tut einiges dafür, damit es nicht so ist. Die Basis mit der Idee der von einer KI erschaffenen Scheinwelt ist mehr als interessant, jedoch nur sehr oberflächlich umgesetzt. Das Gameplay ist zu monoton und die Dialoge zu generisch, um den Spieler lange bei Laune zu halten. Einzig das Kampfsystem vermag zu begeistern mit seiner Tiefe und unterschiedlichen Strategien, die man anwenden kann. Wenn der Rest des Spiels auch so viel Aufmerksamkeit erfahren hätte, wie das Kampfsystem, dann wäre aus dem Spiel definitiv ein Hit geworden. So bleibt nur ein durchschnittliches J-RPG für Fans, die momentan keine Alternative mehr haben.

Positiv

  • taktisches Kampfsystem mit Tiefgang

Negativ

  • Vielzahl an NPCs ohne Persönlichkeit
  • monotone Spielwelt
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  • von Azazel:

    Wer hat sichs angesehen? Der @Nognir Nexgam schrieb: Bereits auf der PlayStation Vita durften Spieler in die Welt von Caligula Effect eintauchen, doch mit fortschreitendem Erfolg der Nintendo Switch dürfen sich nun auch...

  • von Mistercinema:

    NIS America veröffentlicht einen neuen Trailer zu "The Caligula Effect: Overdose". Das JRPG erscheint am 15. März 2019 auf Nintendo Switch und PlayStation 4. Der Musician-Trailer stellt eine Vielzahl der Charaktere vor, auf die der Spieler im Verlauf der Spiels treffen wird. M.C....

  • von Phill XVII:

    Ich fande das Spiel gar nicht so schlecht, nur lief es halt nicht wirklich toll. Wenn die neueren Versionen es besser machen, schaue ich es mir definitiv noch mal an....

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