The LEGO Movie 2 Videogame: Richtungsweisend?

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Es ist ironisch. Einerseits wird mit The LEGO Movie 2 Videogame etwas Neues gewagt. Doch gleichzeitig ist dies einer der schlechtesten LEGO-Spiele aller Zeiten. Wie konnte das nur geschehen?

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Die Story von The LEGO Movie 2 ist schnell erzählt. Erneut steuert man hauptsächlich den normalen, etwas naiven Bauarbeiter Emmet Brickowski, der mit seiner Angebeteten Lucy in der Stadt Brickstown lebt. Die wird eines Tages jedoch von einer Apokalypse heimgesucht und auf ein Mal gilt es, das Universum, Raum und Zeit zu retten.
 
Zugegeben, die Story ist sehr grob zusammengefasst. Aber wer sie wirklich in Gänze erleben möchte, der sollte am besten den Film direkt angucken. Denn im Spiel selbst ist sie nicht von allzu hoher Relevanz.
 
Spielerisch gibt sich The LEGO Movie 2 eher mau. Dabei ist es jetzt nicht so, als ob Traveller‘s Tales sich auf seinen Lorbeeren ausruhte. Im Vergleich zu anderen Lego-Spielen wirkt ihr neustes Werk nämlich wie eine Innovationsbombe. Es gibt keine Unterlevel mehr, die Action findet meistens in einer Welt statt und die bekannten LEGO Studs, die einem den Weg zum nächsten Ziel wiesen, wurden durch einen auffällig unauffälligen Zielpfeil ersetzt. 
 

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Im Prinzip wurde also die Gameplay-Mechanik für LEGO-Verhältnisse kräftig überarbeitet, bzw. auch von LEGO Worlds übernommen. Trotzdem überwiegt am Ende die Enttäuschung! 
 
Denn der Wandel wird mit teilweise heftigen technischen Problemen erkauft. Auf der riesigen, offenen Welt ploppen beim Näherkommen plötzlich Objekte auf, was in der heutigen Zeit ein Unding ist! Und zusätzlich zu den Popups kommen auch Ruckler mit hinzu. Wiederholt hakelt es merklich. Zwar nie so extrem, wie bei der Switch-Fassung von LEGO Worlds. Aber doch wahrnehmbar. Woran das liegt, ist unklar. Den die Optik wirkt jetzt nicht so besonders hardwarehungrig.
 
Was sich ebenfalls veränderte, ist die Tatsache, dass nun jeder Charakter über dieselben Fähigkeiten verfügt. Zwar kann man immer noch im Laufe des Games viele verschiedene Figuren freischalten, doch die Unterschiede belaufen sich nur auf die reine Optik. Die Fähigkeiten selbst erhält man, in dem man Objekte scannt und dann nachbaut. So kriegt man zum Beispiel einen Sprinkler, ein Trampolin oder eine Schere, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
 

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Ebenso kann man an bestimmten Stellen neue Gebäude bauen. Genauso wie bei den kleineren Objekten gilt es dabei, dass man dafür eine vorgegebene Menge an gewissen Steinen einsetzen muss. Diese erlangt man jedoch nicht mehr ausschließlich durch das Zerstören der Umgebung. Das langt zwar aus, um die kleineren Gegenstände zu bauen. Doch für die großen Bauten braucht es wesentlich mehr Blocks. Und so kann es durchaus geschehen, dass man etwas errichten soll, das aber nicht kann, weil man nicht genug einer bestimmten Farbe hat. Und leider kann es dann vorkommen, dass es in der näheren und mittleren Umgebung keine Möglichkeit gibt, sofortigen Nachschub zu ergattern. Was ergo dazu führt, dass man lange Wege gehen muss, um die gewünschten Bauelemente zu kriegen. Spielspaßfördernd sieht anders aus.

 
Und dann sind da noch die Relikte: Es handelt sich um Boxen, in denen man neue Figuren, Vehikel oder Gebäude vorfindet. Wie bei Lootboxen kann es beim Öffnen durchaus zu Duplikaten kommen. Und diese einzulösen dauert, vor allem auch deshalb, weil man das nur an bestimmten Stellen im Spiel machen kann. 
 
Unterm Strich ist The LEGO Movie 2 Videogame enttäuschend. Hoffentlich steht der Titel nicht für die Zukunft der Lego Videospiele. Wenn ja, sieht die ziemlich düster aus.


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