TT Isle of Man 2 - Ride on the Edge im Test

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Es ist bereits eine Weile her, als ich eine Runde auf der TT Isle of Man gedreht habe. Seinerzeit wurde mir beim Spielen bewusst, warum es als eine der härtesten Motorradrennen auf der ganzen Welt gilt. Schon das Tutorial hatte mir einiges abverlangt und mich häufig auf die Nase fliegen lassen, obwohl ich mich eigentlich bei Rennspielen als bewandert ansehe und sicher auch genug gespielt hatte. Der Titel war damals zwar fordernd, hat den Spieler aber für seine Hartnäckigkeit für seine große Portion Realismus und Authentizität belohnt. Ob der Nachfolger jetzt etwas einsteigerfreundlicher wird, habe ich für euch herausgefunden.

TT-Isle-of-Man-2-11Ich habe mich durchaus gefreut, wieder auf die Straßen von Snaefell Mountain zurückzukehren, die zum Teil so eng und unerbittlich sind, dass sich nur die echten Profis auf diese Strecken trauen. Es ist auch im wahren Leben das Rennen, dass bisher die meisten Todesopfer gefordert hat und kaum ein Jahr vergeht, in dem nicht ein weiterer hinzukommt. Vielleicht mag das wohl den Reiz dieses Wettbewerbs ausmachen, doch bin ich froh darüber, nur virtuell auf meinen Drahtesel zu steigen und diese Insel erkunden zu können. TT Isle of Man – Ride on the Edge 2 beginnt dabei ähnlich wie der Vorgänger mit einem Tutorial, mit dem man kurz und knackig in die Steuerung des Rennspiels eingeführt wird. Während ich im ersten Teil aufgrund vieler Stürze meine liebe Not hatte, das Ziel nach einiger Zeit zu erreichen, geht die Handhabung beim Nachfolger deutlich besser von der Hand. Das liegt daran, dass man Amateuren ein paar Fahrhilfen an die Hand gibt, die sich stufenweise abschalten lassen wie ABS, Traktionssystem sowie ein Kontrollsystem gegen Wheelies und Stoppies. So kann man selbst als blutiger Anfänger seinen Drahtesel gut auf der Strecke halten. Dasselbe gilt auch für Bremsen, die auf Wunsch gekoppelt und so unfreiwillige Abflüge vermieden werden können.
 

Doch obwohl mit den Fahrhilfen das Handling um einiges erleichtert wird, macht es die Rennstrecke an sich nicht so viel einfacher. Wer den weitläufigen Asphalt in Genrekollegen wie MotoGP gewohnt ist, muss sich hier umstellen. Die Straßen auf Snaefell Mountain sind eng und haben zudem oft genug auch einen Bürgersteig. Ihr könnt euch vorstellen, dass eine Fahrt über den Bordstein sicherlich nicht förderlich für die Handhabung ist und so macht man gut und gerne noch einen Abflug, wenn man zu schnell dran ist. Eine Hilfe ist hierfür die Ideallinie, die für Profis abschaltbar ist, aber für Einsteiger eine praktische Orientierung für die jeweiligen Bremspunkte sind. Diese gab es  auch schon bei Teil 1 und hat dort bereits gute Dienste erwiesen. Allem voran, wenn man zu Beginn die Gegend aufklären und die Rennstrecken erlernen möchte. Dazu eignet sich die Testfahrt am Besten, bei der man nach eigenem Gusto die Insel erkunden und abfahren kann. Hierzu wählt man ein Bike aus dem allgemeinen Fuhrpark aus, der zugegebenermaßen nicht allzu üppig ist. Zwar gibt es offiziell lizenzierte Bikes von BMW, Triumph, Kawasaki, Suzuki oder Honda, jedoch stehen insgesamt nur 18 Stück zur Wahl.
 

TT-Isle-of-Man-2-10Die Streckenauswahl ist hingegen etwas umfangreicher ausgefallen. Neben den zahlreichen Rennabschnitten von Snaefell Mountain sind 17 weitere fiktive Kurse von Irland und Großbritannien enthalten, auf denen man ordentlich Gas geben kann. Man muss aber dazusagen, dass mehrmals Streckenteile wiederverwendet wurden, so dass euch des Öfteren Gegenden bekannt vorkommen dürften. Wo man auch erheblich geschraubt hat, ist die Karriere an sich. Während man sich im Erstling nach und nach auf vorgegebenen Rennen beweisen musste, um am Ende der Meister der Tourist Trophy zu werden, hat man sich jetzt etwas mehr einfallen lassen. Zunächst müssen wir uns nämlich überhaupt eine Einladung zum glorreichen Turnier verdienen und das geht auf mehrere Arten, die uns selbst überlassen wird.  So müsst ihr am Schluss der Saison entweder die Junior Trophy, alternativ die Irland-Rennserie gewinnen oder durch euren guten Ruf an eine Vorladung zu kommen. An jedem Rennwochenende habt ihr die Auswahl zwischen bis zu drei verschiedenen Wettrennen, die in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen unterteilt sind, doch könnt ihr nicht alle davon bereits zu Beginn ausführen. Schwerere Wettfahrten bringen euch dabei mehr Prestige und Geld ein oder wählt ihr lieber das leichtere Rennen, das vermeintlich sichere Einkünfte verschafft? Die Wahl obliegt euch.
 

Jedenfalls kann ich versichern, dass euch selbst auf der einfachsten Stufe die Konkurrenz nichts abtreten wird. Neben klassischen Rennen tretet ihr ebenfalls in Zeitrennen an, bei denen die Fahrer nach und nach an den Start gehen und um die beste Zeit buhlen. Die Kontrahenten sind dabei relativ zielsicher. Klar stürzen sie auch hin und wieder, jedoch schenken sie euch kaum etwas. Glücklicherweise hat man auf den Gummibandeffekt verzichtet, so dass wirklich nur die eigenen Leistungen im Wettrennen zählen. So solltet ihr nicht unbedingt erwarten, von Beginn an jedes Rennen zu gewinnen. Bereits nach kurzer Zeit erhaltet ihr einen Teamvertrag, und falls ihr die vorgegebenen Ziele erreicht, bekommt ihr Boni, mit denen ihr euer Bike verbessern und somit auch eure Chancen auf einen Sieg steigern könnt. Mit erlangtem Geld lassen sich in der Werkstatt verbesserte Teile für sein Bike kaufen und mit den Perks hat man tatsächlich eine Neuerung eingeführt. Mit abgeschlossenen Rennen erhalten wir diese Fertigkeiten, die mit einem Einsatz von Punkten uns verschiedene Vorteile verschaffen. Mal können die Reifen besser vorgewärmt werden, damit man von Beginn an mehr Grip hat oder die Rücksetzzeit nach einem Crash wird verringert.
 

TT-Isle-of-Man-2-09Der Schwierigkeitsgrad der Kontrahenten lässt sich selbst in der Karriere nicht anpassen. Ihr könnt euch nur aufgrund der Fahrhilfen das Leben leichter machen und trotz deren Aktivierung bleib TT Isle of Man 2 – Ride on the Edge eine waschechte Simulation. Das wird vor allem klar, wenn ihr mit der Helmkamera über die Rennstrecke heizt. Hier hört ihr nicht nur den Fahrtwind und seht wie sich kleine Tropfen auf dem Windschild befinden. Ebenso wird das Neigen der Maschine sehr gut und authentisch simuliert, so dass ihr euch fühlt, als ob ihr selbst auf dem Bike fahren würdet. Die Motorensounds sind druckvoll und es macht nach einiger Übung echt Spaß, die fordernden Rennpisten zu befahren. Allerdings gibt es immer noch etwas, was ich gerne gesehen hätte, wie zum Beispiel das Wetter. Es wäre schön gewesen, wenn man beispielsweise im Regen brausen könnte. Auch eine dynamische Wetterlage wie etwa in WRC 8 wäre als Sahnehäubchen notiert worden, aber vielleicht kommt das ja noch in Teil 3?

Michael meint:

Michael

TT Isle of Man 2 – Ride on the Edge war definitiv der richtige Schritt in die richtige Richtung. Der Erstling war beileibe kein schlechtes Spiel, machte es Anfängern aber äußerst schwer einen Einstieg in das Rennspiel zu finden. Das ändert sich mit Teil 2, der nicht nur zahlreiche Fahrhilfen mit sich bringt, ohne die Authentizität aufzugeben, sondern weitere Verbesserungen in Sachen Gameplay mitbringt. Hier sei vor allem die erweiterte Karriere zu erwähnen, die mit sinnvollen Neuerungen wie dem Perksystem aufwartet und viele freie Entscheidungsmöglichkeiten bietet, wie man an die begehrte Einladung zur Tourist Trophy kommen möchte. Die Rennen sind weiterhin spannend durch herausfordernde Gegner und die Streckenauswahl ist üppig. Alleinig der Fuhrpark könnte größer sein und verschiedene Wetterbedingungen hätte ich ebenfalls begrüßt, aber das sind Dinge, die man in kommenden Teilen noch einbauen wird. Wer ein authentisches Motorradrennspiel will, der sollte dem Spiel auf jeden Fall eine Chance geben, denn auch vom Umfang her wird für längere Zeit einiges geboten.

Positiv

  • authentisches Fahrerlebnis
  • einsteigerfreundlicher als der Vorgänger
  • spannende Karriere

Negativ

  • keine unterschiedlichen Wetterverhältnisse
  • Fuhrpark recht klein
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Forum
  • von khaos:

    Ganz witzig. Würde ich mir ansehen.

  • von Mistercinema:

    NACON und KT Racing kündigen heute in Zusammenarbeit mit den Isle of Man Races ein Online-Event an: TT Ride on the Edge 2020. Das Event findet vom 13. bis 25. Juni 2020 im Videospiel TT Isle of Man – Ride on The Edge 2 statt. Als Teil des TT Lock-in-Unterhaltungsprogramms der Regierung der Isle...

  • von Nognir:

    @Buggi da hättest dir lieber Teil 2 gönnen sollen. Der erste ist beinhart, vor allem am Anfang. Beim zweiten Teil hast viel mehr Einstellmöglichkeiten bei Fahrhilfen, so dass man es besser für sich anpassen kann. Auch allgemein find ich haben sie das Fahrverhalten sehr verbessert, dass es nicht...

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