In Other Waters im Test

PC Windows

Es sind die ungewöhnlichen Spielkonzepte, die bei mir Interesse auslösen. So geschehen bei In Other Waters, einem erzählerischen Adventure für die Nintendo Switch, das zwar nicht unbedingt mit einer effektreichen Optik punkten kann, dafür in zahlreichen anderen Dingen. Bereits bei den ersten Screenshots wusste ich, dass ich dieses Spiel ausprobieren musste und was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht.

In-Other-Waters-10Man wird förmlich einfach so hineingeworfen bei In Other Waters. Man spielt eine KI, die in einem Unterwasseranzug einer Xenobiologin namens Dr. Ellery Vas sitzt und sie auf ihrer Reise durch die Flora und Fauna des Planeten Gliese 677Cc begleitet. Die Biologin ist nicht ohne Grund auf diesem Planetoiden, denn sie hat einen Hilferuf ihrer Kollegin erhalten, die sie suchen möchte. Wir sind dabei ihre einzige Stütze auf dieser Exkursion, um die fremdartige Welt zu erkunden und ihre Kollegin aufzuspüren. Da wir ja nur die Rolle einer KI übernehmen, sehen wir die Realität nicht mit eigenen Augen, sondern nur in Form einer Schaltzentrale in der wir einige Hebel und Regler zur Verfügung haben, um Dr. Vas zu helfen.
 

Ein Tutorial an sich bietet das Spiel nicht, jedoch kommuniziert Dr. Vas mit uns und erklärt die nächsten Schritte. Hier lernen wir nach und nach die Funktionen, die wir mit Hilfe des Interfaces ausführen. Zentral befindet sich eine Art Radar, mit dem wir die nähere Umgebung scannen und uns zu möglichen Punkten auf dem Sonar bewegen können. Auf dem Display erkennt man verschiedene Pflanzen und Tiere, die ebenfalls durchleuchtet werden können. So sammelt man Proben, um diese fremde Welt besser zu verstehen. Übrigens existiert Gliese 677Cc auch in der Realität und gilt als einer der Planeten, die der Erde sehr ähnlich sind. So entsprang womöglich die Idee zu diesem Spiel. Habt ihr eure ersten Schritte getan und einige Proben gesammelt, erreicht ihr nach kurzer Zeit eine Forschungsbasis, auf der ihr die Daten analysieren könnt. Je mehr ihr davon analysiert, desto mehr füllt sich eure Datenbank mit Informationen. Hier werden Details über das Vorkommen und Verhalten, sowie Aufbau beschrieben und Dr. Ellery Vas legt dort sogar Skizzen über das Aussehen der Lebewesen ab. So haben wir als Spieler die Möglichkeit, uns die zahlreichen Geschöpfe und Pflanzen zumindest als Bleistiftskizze plastisch sehen zu können.
 

In-Other-Waters-11Zwar ist man bei der Erkundung des Außengebiets auf bestimmte Punkte festgelegt, die man ansteuern kann, allerdings steht einem völlig frei, wohin man sich fortbewegt. So ist die Neugierde der größte Antrieb, diese fremde Welt auskundschaften, auch wenn sie nur in wenigen kleinen Pixeln dargestellt wird. Mich erinnerte das Gameplay an die guten, alten Textadventures, die damals auf dem C64 noch die eigene Vorstellungskraft förderten und man so seine persönliche Welt erschuf. Hier ist das ebenfalls so und wird von einer fantastischen Musikuntermalung unterstützt. Die stimmungsvollen Ambientklänge stammen von Amos Roddy, die sich wirklich perfekt in das Spiel einfügen und neben vereinzelten Soundeffekten der Tiere eine unheimlich dichte Atmosphäre erzeugen. Viel trägt die gewählte Farbpalette dazu bei, die meist nur aus wenigen Farben besteht und relativ schlicht ist. Es ist ja schließlich auch ein Computerinterface.

 

Ihr werdet auf eurer Reise richtige Gefahren nicht antreffen. Ihr habt zwar eine Treibstoffanzeige, die irgendwann zur Neige geht. Aber ihr werdet im schlimmsten Fall nur anhand einer Drone zurück zum Stützpunkt gebracht. Es gibt zudem Orte, die aufgrund der Strahlung dem Schiff schaden, allerdings dienen diese Stellen auch nur dazu euch anzuhalten, den Weg weiter zu beschreiten und ein wenig mehr anzutreiben. Auf jeden Fall könnt ihr versichert sein, dass ihr in Ruhe die Umgebung erkunden und so nach und nach eure Datenbank füllen könnt. Neben den Hauptaufgaben der Story gibt es zahlreiche Sammelaufträge, die ihr nebenbei erfüllen könnt. Diese werden in der Basis angezeigt und zeigen euch so ungefähr die Richtung an, in die ihr wandern müsst.
 

In-Other-Waters-03Obwohl In Other Waters ein narratives Adventure ist, ist die Spielzeit ordentlich lang geworden. Ich habe mir zwar gut Zeit gelassen und musste manchmal auch etwas die Gegend absuchen, habe aber gut acht Stunden mit dem Spiel verbringen können. Wollt ihr die Datenbank komplettieren, kann es sogar ein wenig länger dauern. Es gibt jedoch zwei Dinge, die ich am Titel zu mäkeln habe. Zum einen ist die Textschrift auf der Switch Lite schon sehr klein geraten. Die Möglichkeit zu zoomen ist vorhanden, allerdings ist sie immer noch recht klein. Zum Zweiten ist es zwar löblich ein Logbuch mit einzubauen, um nachlesen zu können, was im Spiel kommuniziert wurde. Doch leider ist dieses leer, sobald man das nächste Mal seinen Spielstand lädt. Sofern man nicht mehr weiß, wo man beim letzten Mal hinwollte, erhält man also keinen Hinweis darauf, was es als Nächstes zu tun gibt. Ich hoffe, dass dies in naher Zukunft mit einem Patch behoben wird.

Michael meint:

Michael

Ich kann mit Sicherheit sagen, dass In Other Waters kein Spiel für jedermann sein wird. Seine schlichte Präsentation mag viele abschrecken, ist aber meiner Meinung nach genau das richtige Stilmittel, um diese einzigartige Atmosphäre zu erschaffen, wie es kaum ein anderes Spiel vermag. Unterstützt von der genialen Hintergrundmusik, ist das Game eine hervorragende Abwechslung und hat mich stets motiviert, immer weiter zu spielen. Zwar ist der Text im Handheldmodus schon sehr klein geraten, speziell bei der Switch Lite, dennoch fand ich die Immersion beim Handheld deutlich größer. Dort hatte man einfach das Gefühl, wirklich ein Teil dieses Anzugs bzw. dieser Vorrichtung zu sein. Alles in allem ist In Other Waters für mich eine wahre Perle, die jeder einmal gespielt haben und sich zumindest einmal darauf einlassen sollte.

Positiv

  • immersives Adventure
  • genialer Soundtrack
  • insgesamt viel zu entdecken

Negativ

  • speziell auf der Switch Lite Schrift sehr klein
  • Logbuch beim Laden des Spielstands leer
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Forum
  • von Civilisation:

    Michael hat das Spiel besprochen. In Other Waters Es sind die ungewöhnlichen Spielkonzepte, die bei mir Interesse auslösen. So geschehen bei In Other Waters, einem erzählerischen Adventure für die Nintendo Switch, das zwar nicht unbedingt mit einer effektreichen Optik punkten...

  • von Nognir:

    Auf den Screenshots im eshop sieht man die Standardansicht des Spiels. Man kann aber auch etwas reinzoomen dann geht's noch auf der Switch Lite, aber eine größere Schrift wäre mir schon lieber. Bin immer noch schwer begeistert von dem Game und grad auf dem Weg zur zweiten Station....

  • von sYntiq:

    ich hab gestern gesehen dass es inzwischen erhältlich ist. Wenn ich mir die Screenshots im eShop anschaue ist der Text aber auch auf der normalen Switch VIEL zu klein. Also schon mal irgendwie ein Docked Only Game... Ich bin trotz (oder gerade Wege?) des minimalistisch Desingns inzwischen doch sehr...

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