WRC 9 im Test

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Die Rallyesaison ist bereits gestartet und auch Nacon bringt den neuesten Titel der WRC-Reihe auf den Markt. Nachdem WRC 8 sehr gut bei uns punkten konnte, stellt sich nun die Frage, wie viel man denn beim Nachfolger noch verbessern konnte. Wir geben einen Überblick.

WRC-9-01Um die Sache abzukürzen, die Veränderungen zu WRC 8 sind nicht zahlreich und man hat eher an dem bisherigen Spiel geschraubt, als das man etwas grundsätzlich Neues geschaffen hat. Dies war ja auch nicht nötig, denn WRC 8 war ein durchweg gutes und vor allem spaßiges Rallyerennspiel. Wenn man bedenkt, wie die Reihe mit Teil 5 gestartet ist, ist das eine durchaus beachtliche Steigerung. Mit WRC 8 konnte man nun die Simulationsenthusiasten um sich scharen, die eine Alternative zu Dirt Rallye suchen.

Karriere – alles beim Alten

Wie im letzten Jahr bildet der Karrieremodus das Herzstück, der sich von dem des Vorgängers nur marginal unterscheidet. Wer Genaueres dazu wissen möchte, den verweise ich auf meinem damaligen Testbericht. Hier habt ihr nicht nur die Aufgabe in den verschiedenen Rennklassen zu fahren, um schlussendlich in die Königsklasse aufzusteigen. Ihr müsst euch zudem noch um Crewmanagement, Sponsoren, Forschung und Entwicklung und andere Aktivitäten wie Trainings kümmern. Das geschieht natürlich zum aktuellen Rennkalender und den offiziellen Strecken, auch wenn der Streckenverlauf nicht immer dem realen Pendant entspricht.

Fahrgefühl – intensiver denn je

WRC-9-06Die größte Steigerung hat man unumstößlich beim Gameplay gemacht. Spielt ihr mit Lenkrad, werdet ihr mit einem äußerst authentischen Fahrgefühl belohnt. Wer mit Controller spielt, hat hier meiner Meinung nach etwas das Nachsehen, da die Boliden mit dem Stick sehr empfindlich reagieren. Zwar lässt sich dies in den zahlreichen Optionen etwas anpassen, jedoch sollte man definitiv überlegen ein Lenkrad anzuschaffen. Offizieller Unterstützer von WRC 9 ist Fanatec. Die gängigen Lenkräder anderer Hersteller wie Logitech oder Thrustmaster werden aber auch unterstützt. Mit passendem Equipment lassen sich die zum Teil echt langen Strecken deutlich besser meistern. Manche Etappen sind sogar bis zu 20 Minuten lang, das gab es in den vorherigen Teilen nicht. Eine präzise Steuerung ist durchweg gefragt, denn in den engen Streckenpassagen sind präzise Lenkmanöver gefragt. Wer eine Xbox Series X oder eine PlayStation 5 sein Eigen nennt, kann sich übrigens  über eine konstante Framerate von 60fps freuen.

In Sachen Authentizität wurde noch einmal nachgelegt. Die Unterschiede von Asphalt-, Schotter- oder Eisstrecke sind spürbar. Nicht nur durch das Force Feedback von Lenkrad oder Controller. Die Boliden verhalten sich unterschiedlich und das selbst wenn Regen noch dazu kommt. Das Wetter ist außerdem etwas, was verbessert wurde. Teilweise ändern sich die Witterungsbedingungen sogar während des Rennens. In Einzelrennen kann man selbst festlegen wie sich das Wetter verändert. So kann man bei strahlendem Sonnenschein, Nebel, Regen und Blitz und Donner zu jeder Tag- und Nachtzeit auf der Strecke sein Glück beweisen. Ein wahnsinnig spannendes und intensives Erlebnis.

Clubs – organisiert euch!

WRC-9-10Neu in WRC 9 ist das Club System. Nacon und KT Racing haben schon länger den eSport mit einbezogen und auch eigene Rennen mit integriert. Im Club Modus jedoch könnt ihr euch mit euren Freunden online miteinander innerhalb einer Liga organisieren und einen eigenen Rennkalender zusammenstellen, der dann gegeneinander gefahren wird. Diese Rennen können ebenso über einen längeren Zeitraum organisiert werden, was ich persönlich für ein spannendes System halte. Per Update kommt zu einem späteren Zeitpunkt ein Coop-Mode hinzu. Hier übernimmt einer die Position des Fahrers und der zweite ist derjenige, der mit dem Gebetbuch seinem Fahrer die kommenden Kurven ansagt. Wie gut das funktioniert, wird sich zeige müssen. Zum Testzeitpunkt konnte der Modus nicht ausprobiert werden.

Mehr Umfang denn je

In diesem Jahr erhaltet ihr  mehr Spielumfang als in der Vergangenheit. Neben den mehr als 50 offiziellen Teams der WRC, WRC2, WRC3, Junior WRC und legendären Teams wurden in diesem Jahr drei neue Rallyes  mit mehreren Wertungsprüfungen hinzugefügt. Zum Einen könnt ihr mit Kenia einenoch nicht enthaltene Rallye fahren. Hier brettert ihr oft mit Vollgas durch die Savanne, wobei diverse Abstecher durch kleinere Dörfer eine willkommene optische Abwechslung bieten. Ein Comeback feiert Neuseeland, das mit seinen technisch orientierten Schotterpisten erneut mit von der Partie ist. Zum anderen dürft ihr Rallyes in den asphaltierten Bergstraßen von Japan erkunden, die gespickt sind mit engen Kurven. Je nachdem wie ihr die Schwierigkeit mit dem stufenlos anpassbaren Regler festlegt, könnt ihr die für euch perfekte Challenge generieren. Zudem wird per kostenlosem Update eine neue Special Stage für Finnland und Portugal nachgeliefert werden. So hat man mehr als genug Content, um sich über Wochen und Monate zu beschäftigen.
 

Michael meint:

Michael

 

WRC 9 ist erneut eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers, wobei sich die Änderungen eher im Detail verstecken als wirklich offensichtlich sind. So dürfen sich Gelegenheitsrennfahrer und Besitzer von WRC 8 selbst fragen, ob sich für sie ein Kauf lohnt, denn im Grunde werden nur Profis die Änderungen sofort zur Kenntnis nehmen. Neue Rallyes, das neue Clubsystem und das verbesserte Fahrgefühl vor allem für Lenkräder rechtfertigen aber einen Kauf für Fans der Reihe, die ihre meiste Zeit mit Rallyespielen verbringen.

Positiv

  • authentisches, realistisches Fahrgefühl mit Lenkrad
  • alle lizensierten Teams und Rennstrecken der WRC
  • neues Clubsystem für eigens organisierten Meisterschaften

Negativ

  • kaum Veränderungen zum Vorgänger.
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