MotoGP 20 im Test

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Dieses Jahr 2020 ist schon echt etwas Besonderes, aber leider bisher im negativen Sinne. Die Pandemie hat uns völlig im Griff und das hat zur Folge, dass viele Sportereignisse abgesagt worden sind oder erst später stattfinden. Letzteres ist auch für die aktuelle MotoGP Saison der Fall, doch dank Milestone können wir dieser Tage immerhin virtuell uns auf die Rennstrecke begeben. Wie schlägt sich allerdings der neueste Output der Reihe?

MotoGP20-13Im Vorfeld hatte man ja viele Verbesserungen versprochen und bereits MotoGP 19 hat gezeigt, dass man auf das Feedback der Community eingehen möchte. Das Hauptmenü an sich ist schon sehr aufgeräumt. Ihr habt die Wahl zwischen Einzelveranstaltungen wie eine selbst erstellte Meisterschaft, einem einfachen Grand Prix oder einem Zeitrennen. Herzstück bildet dabei natürlich die Karriere, die diesmal aber deutlich umfangreicher ausfällt wie noch in damaligen Spielen. Während man vor einigen Jahren nur von einem Rennen zum nächsten reiste und zwischendurch vielleicht mal in seinen eMail Posteingang schaute und Vertragsverhandlungen beiwohnte, habt ihr dieses Mal entschieden mehr zu tun. Selbstverständlich ist eure Hauptaufgabe für ein Team erfolgreich bei der Meisterschaft mitzufahren. Zu Beginn habt ihr sogar die Wahl, ob ich ganz unten in der Moto3 starten möchtet oder gleich als MotoGP Fahrer ins Geschehen einsteigt. Selbstredend ist die Moto2 mit von der Partie, mit einem späteren Update werden sogar der Red Bull Rookies Cup und die MotoE nachgeliefert werden.

Habt ihr euch für ein Team entschieden und den Fahrer per umfangreichen Editor erstellt, geht es zunächst ins Fahrerlager, in dem ihr auch einige Manageraktivitäten verfolgen dürft. Ihr stellt einen Personal Manager ein, der sich um Sponsoren und andere Vertragsgeschichten kümmert, und heuert zusätzlich Ingenieure und Datenanalysten an, die sich um die Weiterentwicklung eures Bikes kümmern. Die Daten für die Entwicklung liefert ihr selbst, und zwar in den freien Trainings vor dem Qualifying der jeweiligen Rennen. Hier könnt ihr aus drei verschiedenen Fahrtests wählen, bei denen ihr bestimmte Aufgaben erfüllen müsst. Beispielsweise muss man in der Distanzanalyse so nahe wie möglich an der Ideallinie und dabei eine gute Zeit einfahren, um wichtige Messwerte für die Crew zu liefern. Im Fahrerlager wählt ihr dann, noch wo die Ingenieure ihr Know-how hineinstecken sollen. So könnt ihr das Bike in den Kategorien Aerodynamik, Motor oder Elektronik verbessern, um Leistung und Effizienz des Gefährts zu erhöhen.

MotoGP20-16Neben der Verbesserung des fahrbaren Untersatzes sind auch die Rahmenbedingungen wichtig. Beispielsweise welche Bereifung ihr auswählt, denn das Reifen- und Treibstoffmanagement ist ein weiterer Punkt, der im Spiel Einzug gehalten hat. Wollt ihr auf der bewölkten Strecke mit Regenreifen euch auf den Asphalt wagen? Oder doch lieber normale? Ist jetzt die weiche Gummimischung besser oder eine mittelharte? Einblendungen und Erklärungen helfen euch im Spiel diese Entscheidung zu treffen, jedoch könnt ihr selbst wählen, wie eure Strategie sein wird. Ähnliches gilt mit dem Treibstoff. Die Tankstrategie kann wie im realen Leben bei längeren Rennen den Unterschied über Sieg oder Niederlage ausmachen. Auch an der Fahrphysik hat Milestone noch einmal ordentlich geschraubt. Anfänger können sich wie bisher mit zahlreichen Fahrhilfen wie gekoppelte Bremsen, Anti-Wheelie, einblendbare Ideallinie oder eine Bremshilfe freuen, Profis aber schalten diese Dinge ab und wechseln sogar auf manuelle Schaltung. Die Schwierigkeit der Gegner ist dabei stufenlos von 20 bis 120 Prozent einstellbar, damit jeder seinen für sich passenden Schwierigkeitsgrad einstellen kann. Zudem kann man auch den Schaden einschalten, so dass man bei einem Crash eine spürbare Veränderung am Handling feststellen kann. Weiterhin kam noch die Abnutzung der Reifen hinzu, die für jeden Motorradreifen einzeln in drei Zonen am Bildschirmrand angezeigt werden. Diese beeinflusst neben dem Fahrzeughandling eure Rennstrategie nachhaltig. Wenn ihr also stark bremst, vor engen Kurven wird sich das alsbald bemerkbar machen.

Ebenso fühlen sich die KI-Gegner authentischer an, die nicht immer an der Ideallinie unterwegs sind. Im Gegenteil: Es kommt sogar vor, dass sie selber Unfälle bauen oder sich in Kehren verbremsen, so dass sich ein realistisches Renngefühl einstellt. Zudem werden sie um jede Rennposition kämpfen. Ich selbst habe mich gleich zu Beginn zu einem langen Grand Prix mit 15 Runden aufgemacht und war einem stets spannenden und intensiven Rennen ausgesetzt. Der Fahrspaß rührt nicht ausschließlich vom ausgezeichneten Fahrgefühl her, sondern auch von der stark verbesserten Technik. Nicht nur, dass die Reihe seit dem Umstieg auf die Unreal Engine profitiert, in diesem Jahr hat man optisch zahlreiche Verbesserungen vorgenommen. Dazu zählt nicht nur die optimierte Spielgrafik in Sachen Wetter und Vegetation, vor allem die 60 FPS auf Xbox One X und PS4 Pro leisten einen großen Beitrag hierzu. Auch an der Optik der Fahrer wurde geschraubt. Durch den 3D Body Scan wirken die Piloten und ihre Animationen deutlich realistischer. Dieses Mal wurden erstmals sogar bekannte Teammanager gescannt, damit sie ins Spiel transferiert werden konnten. Allerdings sind die Blicke der Damen zu Rennbeginn immer noch leer und lassen jede Emotion vermissen, da gibt es durchaus Potential zur Verbesserung.

MotoGP20-02In der Karriere fahrt ihr nach dem offiziellen Rennkalender, der alle zwanzig Strecken beinhaltet, inklusive der neuen finnischen Kymring Rennstrecke, die dieses Jahr zum ersten Mal von der Partie ist. Selbstverständlich könnt ihr diese auch online gegen andere menschliche Spieler im Mehrspielermodus fahren, die dank dedizierte Server eine niedrige Latenz und verbesserte Verbindungsqualität bieten sollen. Zu unserem Testzeitpunkt war leider noch niemand online, so dass wir das nicht testen konnten, aber sobald ich dazu Informationen habe, werde ich diese mit euch im Forum teilen. In MotoGP 20 wurde außerdem der historische Rennmodus runderneuert. Hier wählt ihr eines von drei Rennen unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen aus, die mit vorgegebenen Renneinstellungen aufwarten. Diese werden täglich erneuert und ebenso, wenn ihr ein Event davon fährt. Könnt ihr euch in den Top 3 platzieren, erhaltet ihr Punkte und habt so die Möglichkeit klassische Rennteams und Fahrer aus der MotoGP Geschichte freikaufen. Dabei sind manche seltener als andere und dementsprechend teurer, so dass ihr euch überlegen solltet, für was ihr Geld ausgebt. Zudem gilt hier, je schwieriger die Herausforderung, desto größer ist auch eure Belohnung.

Michael meint:

Michael

MotoGP 20 hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Dieses Jahr hat man sich nicht lumpen lassen, ordentlich an der Schraube zu drehen und endlich den Spielern eine Rennspiel zu bieten, dass sie sich erhofft haben. Es macht einfach durchweg Spaß, über die Piste zu heizen und um jeden Platz zu kämpfen. Dabei lässt das verbesserte Brake Management und die Abnutzung der Reifen sowie das Tankmanagement viel Raum für die eigene Rennstrategie, so dass die bisher schlichten Rennen durchaus taktisch werden, wenn man das so möchte. Das man zumindest auf Xbox One X und PS4 Pro auch mit 60 FPS über den Asphalt rast, macht das Spiel deutlich realistischer und so bin ich rundum zufrieden mit dem Rennspiel. So kann es weitergehen!

Positiv

  • offizieller Rennkalender inkl Kymring Circuit
  • spannende Rennen und verbesserte Optik
  • Management Karriere mit vielen Entscheidungsmöglichkeiten

Negativ

  • zum Verkaufsstart noch nicht alle Spielmodi verfügbar
Userwertung
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Forum
  • von Buggi:

    Der Link führt zu einem Test aus dem Jahr 2016.

  • von Civilisation:

    Michael hat es sich nicht nehmen lassen, ein paar Runden auf dem virtuellen Motorrad zu drehen. MotoGP 20 Dieses Jahr 2020 ist schon echt etwas Besonderes, aber leider bisher im negativen Sinne. Die Pandemie hat uns völlig im Griff und das hat zur Folge, dass viele...

  • von Mistercinema:

    MotoGP20 ist draussen und wird vom üblichen Launch Trailer begleitet: ...

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