Persona Q2: New Cinema Labyrinth im Test

Nintendo 3DS

Das Persona Franchise gehört mittlerweile zu einer der populärsten JRPG Serien der neueren Geschichte. Mit Teil 5 vor zwei Jahren hat man auch hier im Westen einige Verkaufsrekorde gebrochen und so ist es kein Wunder, dass Atlus neben den Hauptspielen die Reihe mit einigen Spin-Offs versorgt. Zugleich mit den Rhythmusspielen, die von Teil 3 bis 5 auf PS4 und Vita erschienen sind, wurde ebenfalls der 3DS mit Persona Q: Shadows of the Labyrinth beglückt, einem Dungeon Crawler der klassischen Sorte mit farbenfroher Chibi-Optik. Da auch dieser von den Fans wohlwollend angenommen wurde, ist es nicht verwunderlich, dass jetzt mit Persona Q2: New Cinema Labyrinth der Nachfolger in den Startlöchern steht.

Persona-Q2-New-Cinema-Labyrinth-01Es ist ein gewöhnlicher Schultag, bei dem unser Alter Ego scheinbar wieder einmal im Unterricht eingeschlafen ist. Als er aufwacht, wird er von Morgana, dem tapferen Katzenwesen aus Persona 5, geweckt und begrüßt. Die Schulstunde ist anscheinend  vorbei, denn niemand ist mehr im Klassenraum, so beschließen die beiden ihn zu verlassen und ihre Freunde zu suchen. Die Schulfreunde sind die restlichen Mitglieder der Phantom Thieves, eine Gruppierung die in Persona 5 für Recht und Ordnung kämpfte, wenn auch nicht immer mit legalen Mitteln. Nach Schulschluss wollen sich die Freundetreffen, um in der Zwischenwelt zu trainieren, doch dieses Mal verläuft alles anders als es sein sollte. Das Ende vom Lied ist, dass sie in eine Parallelwelt geschleudert werden, in der andere Regeln gelten. Eine Mega-City in der sie zwar noch ihre Kräfte besitzen, jedoch ihre Waffen zu Spielzeugen degradiert wurden. Als sie sich orientieren wollen, geraten sie an die Polizei und müssen flüchten, was nun den Spieler auf den Plan ruft.

Von jetzt an wird das Spiel in der Egoperspektive gesteuert, in der man sich schachbrettartig durch die Stadt bewegt, wie in einem klassischen Dungeon Crawler. Ziel ist es, sich zurechtzufinden und einen Ausweg aus der Stadt zu finden, was nicht allzu leicht ist, denn die Gassen sind verwinkelt und haben durchaus ihre Tücken. Wir befinden uns sozusagen im ersten Dungeon und bewegen uns am durch die Straßen. Das Spielsystem hat Atlus von ihrer erfolgreichen Etrian Odyssey Reihe übernommen. So habt ihr auf dem oberen Bildschirm den Dungeon im Blick, während auf dem Touchscreen die Karte abgebildet wird. Diese wird allerdings nicht automatisch mitgezeichnet, dies kann aber im Optionsmenü eingeschaltet werden. Wer hingegen mag, kann eigenhändig mit dem Stylus Wände in der Karte markieren. Diese Freiheit bietet auch die Möglichkeit spezielle Punkte wie Rätsel, Truhen oder Türen zumarkieren, um später diese leichter wiederfinden zu können.

Persona-Q2-New-Cinema-Labyrinth-03Natürlich lauern in den Dungeons auch Gefahren in Form von Zufallskämpfen und den so genannten FOEs. Diese kennen Spieler der Etrian Odyssey Reihe bereits, doch stellen sie in Persona Q2 ein unüberwindbares Hindernis dar. Vielmehr müssen wir hier erkennen, wie diese übermenschlichen Feinde über die Karte patrouillieren und sie möglichst ausmanövrieren, ähnlich wie man es aus Persona5 kennenlernte, da man dort ja auch hin und wieder durch das Gebäude schleichen musste, um Gegner aus dem Weg zu gehen. Kommt es einmal doch zu einem Kampf, wird in einen speziellenKampfbildschirm umgeschaltet. In den rundenbasierten Kämpfen können wahlweise physische Angriffe getätigt oder Items verwendet werden. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad sind die Auseinandersetzung durchaus fordernd und vor allem am Anfang des Spiels sind Heilitems rar gesät und die Lebenspunkte pro Charakter nicht allzu üppig.

Um dem Kampf mehr Tiefgang zu geben, kann man hier ebenfalls mit Personas jonglieren. Zwar ist jedem Charakter ein Hauptpersona zugeordnet, jedoch können zahlreiche Nebenpersonas zwischen den Figuren frei verteilt und später auch fusioniert werden. Durch das Fusionieren entstehen völlig neue Personas mit eigenen Fertigkeiten und so ist der Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt. Es gilt im Kampf herauszufinden, welcher Feindtyp gegen welchen Elementarschaden besonders empfindlich ist und das möglichst auszunutzen. Hat man eine spezielle Attacke gefunden, die dem Gegner besonders geschadet hat, erhält der Charakter einen Boost, dass seine nächste Spezialattacke keine Punkte kostet, allerdings nur, solange er nicht getroffen wird, denn dann ist der Bonus dahin. Ebenso wird mit Glück der Gegner zu Boden geschleudert, sodass er kurzzeitig kampfunfähig ist. Geschieht das mit allen verbleibenden Feinden, kann man einen All-Out-Angriff starten, bei dem die komplette Party auf die Gegner eindrischt und verheerenden Schaden verursacht. Diese Option sollte auch bereits aus dem Hauptspiel bekannt sein und war ein probates Mittel den Kampf unmittelbar für sich zu entscheiden.

Persona-Q2-New-Cinema-Labyrinth-04Nach einigen harten Kämpfen, muss auch der stärkste Recke einmal rasten und das geschieht über eine Art Dimensionstor durch das die Phantom Thieves in ein verlassenes und verbarrikadiertes Kino gelangen. Dort angekommen können sie sich im Souvenirladen mit neuen Waffen und Gegenständen eindecken oder wie vorher erwähnt neue Personas fusionieren lassen. Ebenso lässt sich hier das Spiel speichern, denn in den Dungeons selbst, kann man nur einen temporären Speicherpunkt erstellen. Auch findet man hier einen Ticketcounter, bei dem ihr zahlreiche Nebenmissionen annehmen könnt. In den insgesamt 45 Nebenbeschäftigungen bekommt ihr zwar keine neuen Dungeons zu sehen, dafür gibt es aber wirklich nützliche Belohnungen, die einem im fortlaufenden Spiel eine echte Hilfe sind. Die Missionen reichen vom schlichten Erledigen von Gegnern bis hin zu Logikrätseln und mehr.

Während Persona 5 zum Teil auch ernstere Themen behandelte, ist die Story in Persona Q2: New Cinema Labyrinth relativ leichtfüßig. Das wird zudem durch die knallbunte Optik und der Chibi-Optik der Charaktere noch unterstrichen. Das hilft dem Spiel ebenfalls, sich von der Hauptserie abzugrenzen und seinen eigenen Stil zu entwickeln. Famos ist ebenso der Soundtrack, der leicht jazzig angehaucht ist und gut ins Ohr geht. Das Game an sich ist sehr dialoglastig und diese sind sogar zum Großteil vollvertont worden, leider aber nur auf Japanisch. Auch die Texte im Titel sind ausschließlich auf Englisch gehalten, so dass ihr der Sprache mächtig sein solltet, um wirklich vollumfänglich euren Spaß am Titel zuhaben.

Michael meint:

Michael

Atlus schaffte es doch tatsächlich, beim vermutlich letzten 3DS Titel noch einen richtigen Knaller zu veröffentlichen. Persona Q2: New Cinema Labyrinth überzeugt sowohl als Dungeon Crawler mitbewährter Etrian Odyssey Technik, seinen witzigen Dialogen und motivierender Geschichte. Die bunte Chibi-Optik und der jazzige Soundtrack bilden einen passenden Rahmen für ein tiefgründiges Rollenspiel, dass euch für längere Zeit am 3DS beschäftigen wird. Mit einem üppigen Cast an Charakteren, zahlreichen Nebenmissionen und eine umfangreiche Story warten etwa 50 Spielstunden auf euch, in der ihr bestens unterhalten werdet. Allerdings ist die Kenntnis der Hauptserie von Vorteil, weil ihr sonst einige Anekdoten nicht mitbekommt. Das ist aber schon das einzige Manko des Titels. Für Rollenspielfans auf dem 3DS ein Muss!

Positiv

  • motivierende Geschichte
  • zahlreiche Nebenmissionen
  • umfangreicher Cast aus Charakteren

Negativ

  • Sprachausgabe nur auf japanisch
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