Mario & Luigi Superstar Saga + Bowsers Schergen im Test

Nintendo 3DS

Habt ihr euren Wunschzettel für Weihnachten ausgefüllt? Ich schon. Dieser steht ganz klar im Zeichen von Nintendos Klempner. Neben Mario & Rabbids: Kingdom Battle findet sich auch der Jump‘n Run-Knüller Super Mario Odyseey ziemlich weit oben auf der Liste, so dass das Warten bis zum 24 Dezember schwerfällt. Doch zum Glück versüßte mir Nintendo die Wartezeit mit einer anderen Videospielperle, von der ich euch gerne erzählen möchte.

mario_luigi_1Ich gehörte zum Anfang des Millenniums nicht zu den Befürwortern des Gameboy Advance, was in diesem Fall meinem Alter geschuldet war. Ich war zu dieser Zeit 22 Jahre alt, als der Handheld den Markt betrat, und ich suchte Hardwarepower im PC-Lager. So habe ich damals bedauerlicherweise viele gute Videospiele verpasst, die auf dem kleinen Handheld erschienen. Erst mit der Anschaffung eines Nintendo DS konnte ich nichtsdestotrotz diese Wissenslücken dank der GBA-Abwärtskompatibilität schließen. Freilich gönnte ich mir ein paar Jahre später letztendlich doch noch einen Gameboy Advance, aber dies ist eine andere Geschichte. Einer meiner persönlichen Lieblinge war das RPG Mario & Luigi: Superstar Saga, welches mit wunderbarem Humor und seiner Andersartigkeit bei mir punktete. 14 Jahre später hat sich Entwickler AlphaDream an ein Remake gewagt, um das damalige RPG auf den neusten Stand zu bringen.

Storytechnisch ist alles beim alten geblieben und mit dem Brüderpaar gilt es immer noch die Stimme von Prinzessin Peach zurückzubekommen, die von der Hexe Lugmilla gestohlen wurde. Bei soviel Übergriffen auf ihre Person wäre es nicht verwunderlich, wenn die süße Königstochter früher oder später von posttraumatischen Anfällen geplagt wird. Wenigstens sind die beiden Mario-Brüder vor Ort und zusammen mit Bowser verfolgen sie Lugmilla nach Bohnenland, wo es bedauerlicherweise zu einem Absturz kommt. Von dort an bewegt ihr die Mario-Brüder, wie in einem normalen Rollenspiel, mit dem feinen Unterschied, das viele Sprungpassagen vorhanden sind. Hierdurch ist es den Entwicklern damals wie heute gelungen dem Rollenspiel dieses typische Super Mario-Feeling zu verleihen. Das ist bei den rundenbasierten Kämpfen genauso. Diese sind sehr timingsintensiv. Mit Sprung-bzw. Hammerattacken wird Runde für Runde der Feind beharkt. Sollte dieser zum Angriff übergehen, könnt ihr mit punktgenauen Knopfeingaben entweder ausweichen oder zum Konter ansetzen.

mario_luigi_2Zum Glück könnt ihr die Gegner schon von weitem sehen und Zufallskämpfe sind wie bei anderen RPG‘s dieser Art nicht vorhanden. Am Ende des Gefechtes erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die sich auf fünf Gattungen verteilen. Zudem habt ihr noch die Chance eigenhändig einen Wert nach oben zu versetzen. Neben den vielen Sprungpassagen gibt es einfache Rätsel zu bewältigen die eindeutig für ein jüngeres Publikum designt wurden. Das spiegelt sich auch in den Kämpfen wieder. Erneut hat der Entwickler AlphaDream den Schwierigkeitsgrad sehr niedrig angelegt, was ich nicht als negativen Punkt ankreiden möchte. Doch sucht ihr eine Herausforderung, ist der Titel vielleicht zu leicht. Dafür punktet die Erzählweise der Geschichte mit viel Humor und einer Portion Wortwitz. Mit der Schergen-Saga, die ihr nach ein paar Stunden Spielzeit zugänglich macht, erzählen die Entwickler eine Nebengeschichte, die zur selben Zeit spielt, wie Mario und Luigis Abenteuer. Hier schlüpft ihr in die Haut eines Koopas, der eine Armee um sich schart, um seinen Chef zu finden. Diese Storykampagne ist trotz kleinerer Abzweigungen recht gradlinig und wird wie das Hauptspiel gut erzählt.

Negativ punktet das eigentliche Spielprinzip, welches euch zum größten Teil zum Zuschauen degradiert. Mit einem Team von acht Einheiten geht es in kurze Scharmützel, die auf einem klassischen Stein-Schere-Papier-Prinzip basieren. Mittels Anführer-Fähigkeiten, die ihr je weiter ihr in der Geschichte voranschreitet, freischaltet und gelegentlichen Tasteneingaben habt ihr sehr geringen Einfluss auf das wilde Geschehen. Truppenzusammenstellungen sind leider vom Spiel vorgegeben und so verkommt diese Nebengeschichte zu einem spielerischen Totalausfall.

Kenner des Originals werden an vielen kleinen Punkten die Unterschiede merken, die AlphaDream in ihrem Remake vornahm. So können beide Helden nun mittels dem X-Knopf simultan springen, während man auf dem GBA noch beide Sprungknöpfe gleichzeitig drücken musste. Dank dem zweiten Bildschirm herrscht jetzt mehr Übersicht, zudem könnt ihr jederzeit speichern. In der Urfassung ging das nur an Speicherpunkten. Die größte Änderung ist die Präsentation, dieim Vergleich zum Original einen wahren Quantensprung macht. So auch der Soundtrack. Bedauerlicherweise unterstützt das Remake von Mario & Luigi keine 3D-Darstellung. Wieso und Warum weiss wohl nur Nintendo.

 

Dominic meint:

Dominic

Das Remake von Mario & Luigi Superstar Saga ist genau wie seine Urversion ein duftiges Rollenspiel mit sympathisch geschrieben Texten. Die kleinen, aber feinen Verbesserungen Drumherum machen Sinn, doch trüben zwei Punkte das Allgemeinbild. Zum einen die fehlende 3D-Darstellung. Obwohl die Grafik gut aussieht, hat man nicht das Gefühl, das der Nintendo 3DS an seine technischen Grenzen getrieben wird, wo schlussendlich die Frage aufkommt, warum der 3D-Effekt außen vor gelassen wurde. Zum anderen ist die Nebengeschichte um Bowsers Schergen zwar nett erzählt, spielerisch aber ein Reinfall. Somit ist mein Fazit kurz und bündig: Besitzer der Urfassung müssen dieses Remake nicht wirklich haben, während ich es Neulingen der Spielreihe durchaus empfehlen kann.

Positiv

  • Schöne Präsentation
  • Gut geschriebene Texte
  • Perfekter Mix aus Jump'n Run und Rollenspiel

Negativ

  • Zusatzgeschichte spielerisch belanglos
  • Kein 3D-Effekt
Userwertung
5.5 2 Stimmen
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