Call of Duty im Test

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Der Zweite Weltkrieg ist jetzt über 60 Jahre her, aber immer noch so aktuell, als wäre er erst gestern gewesen. Im Fernsehen sieht man Reportagen, welche die Grausamkeit des Krieges zeigen, und Kinofilme füllen mit der Thematik die Säle. Als Electronic Arts 2002 Medal of Honor: Allied Assault für den PC veröffentlichte, hat die Spielindustrie Lunte gerochen und schlachtete von da an dieses Thema aus. Als direkter Konkurrent schickt das ehemalige Entwicklungsteam von Medal of Honor unter der Flagge von Activision ihr Call of Duty ins Rennen.

Call_of_Duty_5Innerhalb der 24 Missionen erlebt ihr die Grausamkeit des Zweiten Weltkriegs aus drei Sichtweisen. Als amerikanischer Fallschirmjäger Privat Martin springt ihr über Frankreich ab, als britischer Soldat Sergeant Evans seid ihr nicht nur in Deutschland tätig und als eingezogener russischer Soldat Alexei müsst ihr Mütterchen Russland wieder befreien. Die amerikanische Kampagne beginnt mit dem genretypischen Tutorial, bei dem ihr die Steuerung erklärt bekommt. Hierbei glänzt schon die gute deutsche Synchronisation. Habt ihr das Tutorial bestanden ohne euch oder andere zu verletzen, geht es auch gleich los in den Krieg.

Als Fallschirmspringer werdet ihr über Frankreich abgeworfen und müsst versuchen, euer Team wiederzufinden. Ihr landet bei Nacht in der Nähe eines kleinen französischen Dorfes und sofort bricht die Hölle los. Aus den Häusern feuert die deutsche Wehrmacht auf alles, was sich bewegt. Wenn euch das Dauerfeuer der Gegner nicht killt, wird es sicherlich der Sound tun. Habt ihr eine EAX-Soundkarte im Rechner, kommt es euch vor, als wärt ihr hautnah dabei. Überall hört man Schreie, Artilleriegeschütze feuern wild um sich und feindliche Bomber fliegen über eurem Kopf hinweg. Das hebt die Stimmung.

Mit eurem Trupp stürmt ihr vor, um das Dorf einzunehmen. Dabei braucht ihr die Teamkollegen nicht zu befehligen. Sie reagieren völlig frei, decken euch den Rücken oder geben Flankenfeuer. Wer jetzt hofft, sich nur in die Ecke stellen zu können und zu warten, dass alles vorbei geht, hat sich getäuscht. Wenn es darum geht, eine Stellung oder ein Gebäude zu stürmen, wartet die Computer-KI meist darauf, dass ihr als Erster voranschreitet. Die Gegner verhalten sich genau wie die Teamkollegen recht clever. Manchmal gibt das aber ein paar Aussetzer wie z. B., wenn einer euer Teamkollege sich selbst eine Granate vor die Füße wirft und dabei den ganzen Trupp mitnimmt. Ziemlich oft passiert es, dass eure Kameraden den Weg blockieren, wenn ihr Deckung sucht. Das ist leider sehr ärgerlich, aber die Quicksave-Funktion hilft darüber hinweg.

Die Feinde suchen meistens Schutz und stürmen in Teams voran. Zu beobachten ist z. B., dass die deutschen Soldaten sich hinter Mauern verstecken und um die Ecke schießen. Nach ungefähr zwei Stunden wechselt ihr die Stiefel und seht dann den Krieg aus Sicht von Sergeant Evans und müsst z. B. einen deutschen Zerstörer unschädlich machen. Nach weiteren zwei Stunden Spielzeit kommt der letzte Charakterwechsel zu Alexei, der versuchen muss, Stalingrad einzunehmen. Was dabei auffällt, ist, dass es keine zusammenhängende Storyline bei den Protagonisten gibt. Eigentlich kann man Call of Duty am besten als ein zusammengewürfeltes Spiel beschreiben, wo nur Missionen ohne einen roten Faden zusammengeschustert wurden. So ist es auch nicht möglich, sich mit den Charakteren zu identifizieren.

Call_of_Duty_8Wo das Game storytechnisch schwach ist, punktet es aber mit Abwechslung und guter Action. In einem Abschnitt müsst ihr Schützengräben ausnehmen, dann wieder Flakpanzer zerstören oder wichtige Dokumente sichern. Im Wortschatz von Call of Duty ist keine Langeweile zu finden. Während der Gefechte passiert es oft, dass ihr neue Missionsziele zugeteilt bekommt. Euer Alter Ego kann in den Missionen nur drei Knarren plus Granaten mit sich führen.

Wollt ihr eine andere Waffe aufnehmen, müsst ihr als Gegenleistung eine wegwerfen. Munitionsmangel gibt es zum Glück nicht, weil eure besiegten Gegner genug davon haben. Die Waffenauswahl ist bei jeder Partei anders und es sind exakte Kopien der Originalwaffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Wurdet ihr Mal angeschossen, könnt ihr die Lebensenergie mit Medipacks wieder aufwerten. Nach ungefähr sechs Stunden habt ihr die 24 Missionen gemeistert und die Deutschen besiegt. Für einen Ego-Shooter ist diese Spielzeit mangelhaft.

Als Grafikgerüst hat Infinity Ward eine modifizierte Quake 3-Engine verwendet. Im Vergleich zu Allied Assault oder Return to Castle Wolfenstein haben die Entwickler den Sourcecode erweitert. So sind die Außenlevels viel größer geraten und das Wasser sieht authentischer aus. Leider ist zu erkennen, dass manche Level sehr kahl gehalten wurden, was auch bei Jedi Knight II sowie anderen Titeln mit der Quake 3-Engine zu bemerken ist. Natürlich kann man die Grafik nicht mit Half Life 2 oder dem damals fantastisch aussehenden Far Cry vergleichen. Trotzdem stellt sie denn Zweiten Weltkrieg gut dar. Soundtechnisch ist Call of Duty ein echtes Brett. Wie schon vorhin erwähnt, wird ein Spitzensound geboten, der von dem monströsen Orchestersoundtrack unterstützt wird. Die Waffen- sowie Fahrzeuggeräusche können überzeugen. Die deutsche Synchronisation verdient an diesem Punkt mal ein dickes Lob.

Der Multiplayermodus bietet mit fünf Modi genug Abwechslung, damit der Titel nicht zu schnell in der Schublade verschwindet. Bis zu 32 Spieler dürfen sich bei „Hinter den feindlichen Linien“, „Bergung“, „Suchen & Zerstören“ sowie „Deathmatch & Teamdeathmatch“’ die Granaten um die Ohren werfen. Mich persönlich stört bei den Multiplayervarianten, dass es zu viele Spawnkiller und Camper gibt, die sich in den Levels herumtreiben. Eine Botunterstützung ist leider nicht vorhanden.

Minimale Systemvoraussetzungen
Pentium III, 700MHz oder vergleichbarer Athlon 128 MB Ram
32-Bit-kompatible Grafikkarte
1,4 GB Festplattenspeicher
Kompatible Soundkarte
8x CD-Rom Laufwerk

Testrechner
Pentium 4 2,66Ghz
1 GB Ram
Geforce FX 5950 Ultra (256 MB RAM)
Creative Audigy 1




Dominic meint:

Dominic

Infinity Ward hat es wirklich geschafft, ihr eigenes Spiel zu toppen. Call of Duty ist ein gutes Game geworden, welches den Zweiten Weltkrieg beeindruckend wiedergibt. Die Action ist gut und bei den sechs Stunden Spielzeit kommt keine Langweile auf. Trotzdem ist die Kampagne sowie die schwankende KI eurer Teamkollegen der einzige Minuspunkt bei Activisions Vorzeigetitel.

Positiv

  • Bombastsound
  • Gute Atmosphäre
  • Viel Abwechslung

Negativ

  • KI-Patzer
  • Respawnkiller vermiessen den Multiplayermodus
Userwertung
8.0 6 Stimmen
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  • von Civilisation:

    Dominic hat das erste Call of Duty rezensiert. Call of Duty Der Zweite Weltkrieg ist jetzt über 60 Jahre her, aber immer noch so aktuell, als wäre er erst gestern gewesen. Im Fernsehen sieht man Reportagen, welche die Grausamkeit des Krieges zeigen, und Kinofilme füllen mit der...

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