Doom History

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20 Jahre Ballern aus der Ego-Ansicht, 20 Jahre Kontroverse! Id Softwares Ego-Shooterserie feiert Geburtstag und wir huldigen der Arbeit der Texaner mit einer Doom-History.

quake_IIIErst kam die Grafikengine, dann die Kettensäge.
Nachdem id Software mit ihrem Ego-Shooter Wolfenstein 3D neue Standards in dem noch jungen Genre setze und auch verkaufstechnisch Erfolge erzielte, machte sich das Programmiererteam erneut auf. Sie hoben ihr wohl populärstes Projekt aus der Asche. Als Grafikgerüst sollte eine neue Engine in Erscheinung treten, die John Carmack überwiegend allein entwickelte.

Die Doom-Engine, auch bekannt als id Tech 1, sollte zum Release neue Maßstäbe im Bereich der 3D-Grafik setzen. Der Zeitpunkt war auch mehr als passend. DOS-basierte PCs wurden zum Standard und die geeignete Hardware wie Prozessoren wurden durch den Preisverfall erschwinglicher. Natürlich war das Raycasting bei id Tech 1 wieder ein großes Thema, doch bot die Engine viele Neuerungen zu seinem Vorgänger. Während die Wolfenstein 3D-Engine nur rechtwinklige Grundrisse darstellte, besaß die Doom-Engine die Fähigkeit schräge Winkel aller Art darzustellen.

Unter anderem war es endlich möglich Raumhöhen zu variieren, was dem Leveldesign zugutekam. Hierdurch wurden die Levelbauten komplexer und vielseitiger. Doch leider konnte man immer noch nicht nach unten oder oben schauen. Zudem bestanden Feinde, Gegenstände und Waffen nicht aus Polygonen, sondern aus zweidimensionalen Sprites, die sich je nach Blickwinkel des Spielers ausrichteten.

doom_2Die Hölle, ein Space Marine und die Kettensäge.
Die Geschichte von Doom spielt in einer fernen Zukunft, wo die Menschheit andere Planeten kolonisierte. Auf den beiden Marsmonden Phobos und Deimos experimentieren Wissenschaftler mit Teleportern, wobei sie versehentlich einen Eingang zur Hölle öffnen. Sofort beginnt ein Angriff und die wissenschaftlichen Einrichtungen werden von Höllenwesen heimgesucht und Mitarbeiter zu Zombies verwandelt.

Als namenloser Space Marine gilt es nun auf beiden Marsmonden sowie der Hölle nach dem Rechten zu sehen und mit Waffengewalt der Sache ein Ende zu bereiten. Das Waffenarsenal war für damalige Zeiten recht umfangreich. Während der Spieler anfangs noch mit einer normalen Pistole durch die langen Gänge streifte, traf er schnell auf weitere Ballermänner. Somit gesellten sich Wummen wie Schrottflinte, Raketenwerfer, Plasmawaffe, Gatlinggun oder die alleszerstörende BFG 9000 in das Inventar.

Auch fand die Kettensäge, eigentlich ein Spielzeug für Handwerker und Förster, ein neues Tätigkeitsfeld, indem sie als Nahkampfwaffe zweckentfremdet. Doom war für damalige Verhältnisse und je nach Schwierigkeitsgrad ein hartes Programm, was durch das Fehlen von Checkpoints erschwert wurde. Zwar verfügte der Spieler über unendliche Leben doch lag der Frustfaktor teils auf hohem Niveau.

doom_3Kontroverse, Indizierung und Kultstatus.
Schnell mauserte sich Doom auch durch den Umstand, dass die erste Episode als gratis Shareware angeboten wurde, zum Publikumsmagneten. Gelobt wurde die grafische Arbeit, die gute Action sowie der Mehrspielermodus. Doch entfachten schnell Wellen der Entrüstung über den hohen Gewaltfaktor wie auch die offene Thematik des Satanismus.

Dies brachte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften dazu Doom auf den Index zu setzen. Somit durfte das Programm in Good old Germany nicht mehr frei vertrieben werden. Doch deutsche Spieler umgingen dieses Problem und bedienten sich im umliegenden Ausland. Schnell erlangte das Game auch durch die Möglichkeit des Speedrunnings Kultstatus, wurden doch je nach Levelabschluss die Spielzeit, die Anzahl Geheimnisse und getöteten Monster aufgezählt.

So setzten sich viele ambitionierte Zocker vor ihrem Rechner und versuchten die Bestzeiten anderer Spieler zu unterbieten. Später sollten durch die Verbreitung des Internets ganze Communitys entstehen, die sich im Speedrun untereinander messen. Obwohl Mehrspielerduelle nichts Neues waren, galt Doom doch als Wegbereiter dieser Bewegung und bot Deathmatches mit bis zu vier Spielern. Auch Videospieler, die keinen High-End-Rechner unterm Tisch stehen hatten, sollten in den Genuss des Ego-Shooters kommen.

doom64Umsetzungen, Listenstreichung und Neuveröffentlichung
Die Liste der Portierungen von Doom auf Handhelds und Konsolen ist überragend. Es wurden 16 Bit-Konsolen wie das Super Nintendo und sein Konkurrent Mega Drive bedient. Auch 32 Bit-Konsolen a la Sonys PlayStation oder Segas Saturn waren mit von der Partie. Außerdem bekammen die beiden Außenseiter 3DO und der Jaguar jeweils einen Ableger. Nicht zu vergessen dass selbst der Gameboy Advance seine eigene Portierung erhielt.

Extra für das Nintendo64 entwickelte Midway Games mit Genehmigung von id Software einen Nachfolger zu Doom II, den die Programmierer am Ende Doom64 tauften. Das Spiel wurde mit 32 brandneuen Levels ausgestattet. Die id Tech 1 wurde stark erweitert und an die 64 Bit-Hardware angepasst. Das kam den Sprites zugute, die jetzt größer und dank Anti-Aliasing runder wirkten. Hobbyentwicklern öffnete man Tür und Tor, als man den Quelltext 1997 veröffentlichte, was viele nicht kommerzielle Spiele hervorbrachte.

Ein Ende der Indizierung von Doom und seinem Nachfolger folgten dann zum 4. August 2011, als man beide Teile von der Liste strich und mit einer USK-Freigabe ab 16 Jahren kennzeichnete. Somit stand einer Neuveröffentlichung der Serie nichts mehr im Weg, die mit der Doom 3 BFG-Edition vollzogen wurde. In dieser erweiterten Version für PC, Xbox360 und Playstation 3 hat man die Grafikengine id Tech 4 überarbeitet und hauptsächlich an Konsolen angepasst. Weitere Eckpfeiler sind 3D-Support sowie kleinere Spieländerungen. Zudem befinden sich in der BFG-Edition Doom und Doom II die somit zum ersten Mal in Deutschland regulär auf den Markt kommen.

doom_II_6Die Hölle auf Erden.
Genau ein Jahr später stand schon Doom II in den Händlerregalen und erzählte die Geschichte des Space Marines weiter. Nachdem er aus der Hölle entkommen konnte, begab dieser sich auf die Erde und musste mit erschreckend feststellen, dass die Höllenwesen diese erobert haben. Somit blieb dem Ein-Mann-Schlachthaus nichts anderes übrig auch dort alle Kreaturen zu erledigen. Technisch wurde die id Tech 1-Grafikengine für den zweiten Höllentrip mit frischen Texturen versehen.

Zudem gab es neue Gegner und eine brandneue Waffe. Abgesehen von neuwertigen Levels bot das Spiel dieselben Erfahrungen wie sein Vorgänger, was aber von der Presse nicht weiter negativ bewertet wurde. Und genau wie Doom landete sein Nachfolger schnell in Deutschland auf der Liste der jugendgefährdenden Medien. Natürlich war der ausufernde Gewaltgrad wieder ein Indizierungsgrund - ebenso die zwei geheimen Levels, welche fast vollständige Kopien einiger Wolfenstein 3D-Bauten beinhalteten, die mit Hakenkreuzen und Adolf Hitler-Motiven geprägt waren. Selbst heute ist die US-Version immer noch indiziert. Erwähnenswerte ist zudem, dass mit dem Xbox-Live-Release zu Doom II die Firma Nerve Software eine neue Episode mit acht brandneuen Levels veröffentlichte, die auch in der Doom 3 BFG-Version vorhanden sind.

Übersicht: Doom History

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Forum
  • von Flat Eric:

    Toll. Jetzt habe ich wieder Bock auf DooM! Übrigens: Wie im '93er id-Video schon angeschnitten, waren die Entwickler große Metal-Fans... Hört man heute noch gern! ...

  • von Taku:

    "Schrottflinte"? Ich fand die gar nicht schrottig. Doom 3 BFG Edition auf Steam enthält Doom 1 & 2, die Versionen sind weltweit gleich, heisst also die Bonuslevel aus Doom 2 sowie das Easteregg aus Doom 1 wurden entsprechend entschärft. Ausserdem wurde auf Wunsch des kanadischen...

  • von pseudogilgamesh:

    Jo, wir hatten den Detail-Level ja auch auf "grob" und ein recht kleines Fenster; deshalb ja auch "rein nach Gehör auf Pixelknoten geschossen" ...

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