| Genre: | Funracer |
| Spieleranzahl: | 1 - 4 |
| Regionalcode: | - |
| Auflösung / Hertz: | - |
| Onlinefunktion: | - |
| Verfügbarkeit: | 29. September 2005 |
| Vermarkter: | TDK Mediactive |
Wertung |
Es gibt Softwareschmieden, die mit 200Mann-Teams einen guten Titel erschaffen. Es gibt aber auch Entwicklerteams, die mit einer Mannschaft von gerade einmal neun Leuten ebenfalls Spiele erschaffen. Setzt man hier einen Vergleich zur Automobil-Industrie und schaut sich Edelschmieden wie z.B. Wiesmann oder Morgan an, versteht man schnell, dass kleine Teams nicht automatisch mit schlechterer Ware gleichzusetzen sind. Eher ist es oftmals genau das Gegenteil. So durften wir nun endlich den finalen Test zu World Racing 2 vom Gütersloher Entwicklerstudio Synetic in unserem Laufwerk testen. Ob das Spiel nach fast dreijähriger Schaffung meinem Vergleich standhält, erfahrt Ihr auf den nächsten Seiten.
Der Name „Synetic“ ist im Rennspielgenre bereits seit Jahren ein fester Begriff. Nach ihrer erfolgreichen Nice-Serie bekamen wir mit World Racing einen nur auf Mercedes-Fahrzeuge ausgelegten Racer in die heimischen Gefilde. Vor allem die genutzte Landscape-Engine sorgte damals für viele staunende Blicke, da man durch sie jeden Punkt eines Levels erreichen kann, sofern man über das richtige Auto verfügt. Dennoch gab es noch einige Kritikpunkte, deren man sich für den Nachfolger bei Synetic konstruktiv annahm. Bereits im Februar diesen Jahres konnten wir uns bei unserem Besuch bei den Entwicklern davon überzeugen, dass man sehr gut zugehört hat.
Mit World Racing 2 müssen wir uns nun nicht mehr nur auf einen Automobilhersteller konzentrieren, sondern dürfen uns aus einem Pool von 16 Fahrzeugherstellern bedienen. Neben den Marken Alfa, Mercedes, Skoda und VW dürft Ihr Euch ans virtuelle Steuer von vielen europäischen Edelschmieden wie z.B. Wiesmann, Westfield, Pagani, PGO, AC Cobra, Noble, Rinspeed und Irmscher setzen. Sogar der in diesen Tagen erst auf der IAA vorgestellte Golf V R32 ist detailgetreu mit allen technischen Daten im Spiel enthalten. Als Spielplatz für den ansehnlichen Fuhrpark von 92 Fahrzeugen dienen Euch dieses Mal sechs verschiedene Areale von Italien, über Miami, Ägypten, Hawaii und einem speziellen Testcenter, bis hin zum originalgetreu nachgebildeten Hockenheimring.
Jetzt könnte man meinen, dass dies nicht gerade viele Lokationen sind. Durch die mehrere km²-großen Areale befinden sich in jedem Gebiet aber 16 einzelne Strecken. Zusätzlich integrierte Waypoint-Strecken sowie die Möglichkeit des gespiegelten Fahrens summieren das Ganze im Endeffekt auf satte 181 Strecken - schon haben wir zwei kritisierte Punkte des Vorgängers abgehakt.
Nach dem Starten des Titels erscheint das neue und nun wesentlich übersichtlicher gehaltene Menü des Spiels. Auf der Hauptebene könnt Ihr auf Wunsch in den Musik-Manager klicken, der es Euch ermöglicht, die zur Verfügung gestellten Titel zu bearbeiten und eigene Songs von der Xbox-Festplatte zu integrieren. Das Hauptaugenmerk liegt nun im Karriere-Modus. In diesem müsst Ihr in 36 Missionsgruppen mit insgesamt 71 Rennen verschiedenster Art Eurer Können beweisen. Das Ganze teilt sich hierbei in 26 Pokalrennen, 23 Sonderprüfungen und 22 Multi-Speedbuck Rennen auf. Speedbucks sind quasi die Währung des Spiels. Jede gestellte Aufgabe wird mit einer vorher festgelegten Prämie honoriert. Zusätzlich könnt Ihr weitere Speedbucks durch gute Drifts, Überholmanöver und eine waghalsige Fahrweise gewinnen. Ihr solltet es hierbei aber nicht übertreiben, da Unfälle, unfaires Verhalten dem Gegner gegenüber, sowie das Ausnutzen von Abkürzungen negativ in Eure Bewertung fallen und teilweise mit Abzug von Speedbucks bestraft werden.
Apropos waghalsige Manöver... legt Ihr richtig gute Einlagen in einem Rennen hin, werden Euch diese sofort im Spiel als Live-Kamera-Wiederholung wiedergegeben. Diese ist in den Optionen auf Wunsch aber auch abschaltbar. Die gestellten Aufgaben sind hier über die gesamte Distanz sehr unterschiedlich angesiedelt. Angefangen von einfachen Rennen gegen einen oder mehrere Gegner gesellen sich Abschnitte, in denen Ihr Wegpunkte innerhalb einer gewissen Zeit abfahren müsst. Dies kann sowohl im Gelände als auch quer durch die Stadt passieren. Manche Missionen unterteilen sich dann auch in so genannte K.O.-Rennen, in denen z.B. in jeder Runde der Letztplatzierte aus dem Rennen fliegt bzw. Ihr bei jedem Rennen einen besseren Platz erreichen müsst wie noch davor. In der Regel schalten sich mit Bestehen einer Aufgabe die nächsten 1-2 Prüfungen frei, so dass Ihr nicht zwingend das nächste Event absolvieren müsst.
Mit den errungenen Speedbucks könnt Ihr Euch dann im Modus Freie Fahrt austoben. Hier heißt es erst einmal Strecken und Fahrzeuge kaufen, damit Ihr loslegen könnt. Die Fahrzeuge können in dieser Rubrik auch mit speziellen Car-Body-Vinyls vom bekannten Hightech-Autofolien-Hersteller CFC CarFilm Components sowie anderen Felgen aufgepeppt werden. Hier findet Ihr auch den Multiplayer-Modus, welcher es Euch erlaubt, im Splitscreen mit bis zu vier Spielern Euren Spaß zu haben. Wer nicht gleich die Katze im Sack kaufen möchte, kann sich unter dem Punkt Probefahrt auch erst einmal einen Wagen zu wesentlich günstigerem Preis mieten. Im Punkt Einzelrennen könnt Ihr zwischen Standard-Rennen, K.O.-Rennen, Waypoint-Rennen oder Training gezielte Einsätze fahren. Im letzten Punkt Spritztour dürft Ihr dann nach Herzenslust mit den von Euch erworbenen Fahrzeugen auf den gekauften Strecken durch die Gegend cruisen. Im Optionsmenü dieser Rubriken könnt Ihr vorher die Verkehrsdichte bestimmen, Nitroboost und Schäden an- und ausschalten sowie über einen in 25%-Schritten beweglichen Regler das Fahrverhalten der Boliden zwischen Arcade und Simulation verändern. Selbst auf 100% Simulation wird aber immer noch genügend auf den Spaßfaktor geachtet. Wieder ein paar Punkte zum Vorgänger gut gemacht.
Spaß – genau das ist es nämlich, was die Entwickler bei World Racing 2 in den Vordergrund stellen wollten. Um dies zu erreichen, wurde u.a. der bereits oben angeführte Nitroboost im Spiel integriert. Dieser steht Euch auch bei einigen Missionen im Karriere-Modus zur Verfügung. Neben diesem Feature integrierte man nun auch einen teils regen Verkehr auf den Strassen, welcher auf Eure rasante Fahrt mit Aufblinken und Hupen reagiert. Kommt es zu einer Kollision, ertönt auch recht schnell das Geheul von Feuerwehr- und Polizeisirenen. Auch Eure Gegner fahren nun nicht mehr an der Perlenschnur, sondern beharken sich teils gegenseitig und machen gerade im Grenzbereich selbst Fehler, was Ihr teilweise taktisch ausnutzen könnt. Legt Ihr selbst einen Unfall nach dem anderen hin, wirkt sich dies langfristig auch auf das Fahrverhalten Eurer Boliden aus. Dies kann im Extremfall bis zum Motorplatzer führen.
Die bereits eindrucksvolle Grafik der Landscape-Engine wurde im zweiten Teil nun nochmals aufgebohrt. Der zur Verfügung stehende Fuhrpark glänzt mit detaillierten Ebenbildern der Automobilkonzerne, welche zwischen 14.000 bis 17.000 Polygone haben. Auch die Umgebungsgrafik wurde weiter aufgemöbelt und beinhaltet nun etliche Details und Hindernisse, welche bei einer Kollision weit durch die Landschaft fliegen. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft tummeln sich viele Dinge, die dem Spiel viel Leben einhauchen. Kenner der „Nice-Serie“ erblicken gar das ein oder andere Vehikel wieder. Auch die Bäume bestehen nun nicht mehr aus einfachen Bitmaps und können somit ein schmerzliches Hindernis werden. Farblich schön in Szene gesetzte Wechsel der Tageszeit verwöhnen das Auge ebenso wie die Spiegelungen des Lacks, welcher im Laufe des Geschehens recht stark leiden kann. Sofern es sich nur um Dreck handelt, lässt sich dieser mit einer Fahrt durch ein Wasserloch oder die Waschanlage wieder entfernen. Die Entwickler integrierten in World Racing 2 aber eins der wohl besten Schadensmodelle, welches die Xbox zu bieten hat. Angefangen bei leichten Kratzern über herumflatternde Teile bis hin zu abreißenden Kotflügel, Türen und weiteren Teilen wird hier alles geboten.
Durch den Einsatz der originalen technischen Daten der Hersteller, bekommt Ihr in World Racing 2 ein realitätsnahes Fahrverhalten der Boliden geliefert, welches durch die gelungene Steuerung von Euch unter Kontrolle gehalten werden muss. Voraussetzung hierfür ist aber, in den Fahroptionen die von Hause aus eingeschaltete Arcade-Plus Funktion abzuschalten. Durch diese erhalten alle Wagen quasi einen virtuellen Vierradantrieb, damit „Anfänger“ es leichter haben. Neben dieser Einstellung kann man dort auch noch den Bremsassistenten sowie die „ASR“ ein- und ausschalten. Entgegen dem realen Verhalten beim Fahren wird beim Kollidieren oder Auftreffen auf Wasser dem Fun-Faktor eine kleine Extraportion spendiert. Durch Drücken der „Back-Taste“ steht Eurer Fahrzeug ins solchen Situationen dann aber recht schnell wieder auf der Strecke. Damit Ihr in den Kurven nicht zu schnell seid, signalisieren Euch farbliche Pfeile durch Einmessen Eurer Geschwindigkeit, ob Ihr vom Gas gehen bzw. die Funktion des Bremspedals benutzen solltet. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist hierbei stetig ansteigend und gut dosiert, wobei hier die Streckenkenntnis mit Sicherheit ein Schlüssel zum Erfolg ist und anfängliche Wiederholungen der Aufgaben nicht ausbleiben werden.
Der in Dolby-Digital 4.1 gelieferte Sound ist ebenfalls recht ordentlich gelungen. Jeder Bolide tönt hier anders. Vor allem die bulligen, großvolumigen Maschinen der Offroader oder der schnellen Rennwagen kann hier überzeugen. Etwas schwächer fällt die Geräuschkulisse des vorhandenen Gegenverkehrs aus. Der integrierte Soundtrack ist bunt gemischt und kann jederzeit über auf der Festplatte vorhandene Titel ergänzt werden.
Stefan meint:
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Im finalen Produkt seid Ihr aber online für Eure Freunde erreichbar und könnt Euch in den kommenden Monaten über weiteren Download-Kontend freuen. Beim in der Einführung erwähnten Hinweis auf die Größe des Entwickelteams, welches bei World Racing 1 übrigens nur aus fünf Leuten bestand, muss man hier ganz klar den Hut ziehen. Interessierte sollten sich auf jeden Fall noch unseren knapp 30MB großen Review-Trailer zum Spiel im .wmf Format angucken.
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Negativ