Genre: -
Spieleranzahl: 1 - 2
Regionalcode: PAL
Auflösung / Hertz: 50 / 60 Hz
Onlinefunktion: Ja
Verfügbarkeit: 29. August 2008
Vermarkter: Microsoft Game Studios

Wertung

7.5

Userwertung

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1999 wurde Too Human zum ersten Mal auf der E3 angekündigt und gezeigt, damals noch als PlayStation 1-Entwicklung. 2000 folgte dann der Umstieg auf den Gamecube, wegen der kurz zuvor erfolgten Bindung des kanadischen Entwicklern Silicon Knights an Nintendo. Als dann auch diese Zusammenarbeit beendet wurde, folgte 2005 dann die offizielle Ankündigung, dass der Titel mitsamt seinen zwei Nachfolgern offiziell auf der Xbox 360 erscheinen wird. Dabei ist es dann auch (wahrscheinlich mangels weiterer Alternativen) geblieben. So sind wir nun nach fast 10 Jahre endlich in der glücklichen Lage, den Titel spielen zu können. Doch stellt sich bei einer solch langen Entwicklungszeit natürlich die Frage, ob die Macher es wirklich geschafft haben, mit der aktuellen Entwicklung Schritt zu halten.
Too-Human-1.jpgStorytechnisch nimmt Too Human verschiedene Aspekte der nordischen Sagenwelt auf und transferiert sie in ein überaus modernes Science Fiction-Setting. So übernehmen wir die Rolle von Baldur, von der Rasse der Aesir. Selbige werden von der Menschheit als Götter verehrt, vor allem wegen ihrer Überlegenheit ihr gegenüber, verursacht durch ihre mit Cyber-Implantaten verbesserten und aufgewerteten Körper. Diese sichern ihnen so einen nicht zu verachteten Fähigkeitenvorsprung. Darüber hinaus sind die Menschen aber sowieso dringend auf etwas angewiesen, an dass sie sich klammern können und das ihnen Hoffnung gibt, wurden sie doch durch einen Krieg mit den Ymir, einem Maschinenvolk, fast vollständig ausgelöscht. Nur ein spärlicher Haufen von einigen Millionen konnten sich in einer Enklave mit dem Namen Midgard flüchten. Doch lauern die Ymir noch immer in den Weiten des Weltalls, nur auf die Gelegenheit wartend, ihr angefangenes Werk zu vollenden. Die Aesir lassen ihre Jünger aber nicht so einfach im Stich und fühlen sich ihrer doch soweit verpflichtet, um sich gegen den gemeinsamen Feind zu stellen... zumindest einige.

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Zunächst noch der einleitende Hinweis, dass es sich bei Too Human um ein klassisches Action RPG handelt. Das Spiel nimmt also wichtige Elemente von Rollenspielen, zum Beispiel die Erfahrungspunkte und damit verbunden das Level Up-System und vermischt das Ganze mit einem kampfreichen Actionspiel. Nachdem wir das nun geklärt hätten, starten wir nun mit dem eigentlichen Spiel und damit auch mit dem eigentlichen Test. So gelangen wir nach einem einleitenden und stimmungsvollen Intro erst einmal ganz klassisch in das Hauptmenü, das nebenbei bemerkt ziemlich hässlich ausgefallen ist. Im selbigen ist es unsere erste Aufgabe, unserem Baldur eine Klasse aus der gesamten Auswahl von fünf zuzuweisen. Das wären im einzelnen:

  • Der Kämpfer, der sich vor allem durch seine Vielseitigkeit auszeichnet. Er hat keine eklatanten Schwächen, aber auch kein wirkliches Spezialgebiet, so stellt er vor allem für Anfänger die erste Wahl da, aber auch für Singleplayer Spieler ist er die bessere Alternative.
  • Der Berserker, ein Meister des Nahkampfes, der jede Form der Verteidigung vernachlässigt.
  • Der Verteidiger, bei dem der Name Programm ist und er damit im direkten Gegensatz zum Berserker steht, denn seine Rüstung kann ihm nicht schwer und dick genug sein.
  • Der Kommandosoldat ist auf Fernkampf spezialisiert und darauf, seine Mannen aus der zweiten Reihe zu unterstützen.
  • Der Bio-Ingenieur, kann zwar auch gut zuschlagen, ist aber vor allem wegen seiner heilenden Fähigkeiten geschätzt.

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Die Auswahl der Klasse sollte dabei gut überlegt sein, denn das Gameplay variiert dadurch nicht unerheblich und so sind auch nicht alle gleich gut für den Einzelspieler-Part geeignet. Da dort ansonsten viele Fähigkeiten ungenutzt ins Leere laufen und das Gameplay arg ins Schwanken kommt. Nach dieser Erkenntnis ist jetzt auch ein guter Zeitpunkt, um auf den sehr lobenswerten Coop-Modus einzugehen, der es uns ermöglicht, uns mit einem zweiten Spieler zu verbünden. Eigentlich sollte das Ganze ursprünglich mit bis zu vier Spielern funktionieren, diese Idee wurde aber leider ziemlich schnell wieder verworfen, wahrscheinlich war für die nötige Optimierung einfach die Zeit zu knapp. Das Ganze funktioniert dabei auch überraschend gut, sieht man von ein paar kleineren Bugs ab. Nennenswert ist dabei noch, dass sich der automatisch anpassende Schwierigkeitsgrad am stärkeren Spieler orientiert und dass es während des Spieles jederzeit möglich ist, Gegenstände und Waffen mit seinem Kollegen zu tauschen.

Aber die Auswirkungen, die sich durch die Auswahl der Klasse ergeben, beschränken sich natürlich nicht nur auf die anfänglichen Attribute und vorgegebenen Stärken alleine (um damit noch einmal kurz auf das anfängliche Thema zurück zu kommen), denn auch viele Waffen und Rüstungen können nur von den passenden Klassen ausgerüstet und damit benutzt werden. Auch der im Spiel enthaltene Fähigkeitenbaum mitsamt seinen zur Verfügung gestellten Möglichkeiten passt sich der Auswahl an.

Too-Human-6.jpgDiese haben natürlich vor allem auf einen Bereich im Spiel Einfluss, auf den die Entwickler generell auch den meisten Wert und sicherlich auch die meiste Arbeit investiert haben, nämlich dem Kampfsystem und allem was dazu gehört. Hier haben sie auch an vielen Stellen versucht, relativ neue Wege zu gehen. So steuert man die meisten Nahkampfangriffe nicht wie gewohnt über die Buttons, sondern fast ausschließlich mit dem rechten Analogstick. Will heißen man drückt einfach in die Richtung des nächsten Gegners und unser Held gibt selbigem dann automatisch eines auf den Deckel. Das funktioniert dabei nicht nur, wenn er direkt neben einem steht und damit in Reichweite ist, sondern auch, wenn er sich weiter entfernt in Stellung oder in vermeintliche Sicherheit gebracht hat. Denn dann gleiten wir automatisch in die Richtung bevor wir unser Werk vollenden. Natürlich ist der Nahkampf nicht bei jedem Gegner ratsam, denn das kann bei dem doch recht knackigen Schwierigkeitsgrad schnell mal ins Auge gehen, vor allem wenn es sich um größere Feinde handelt. So stehen alternativ auch verschiedene Fernkampfwaffen zur Verfügung (zumindest wenn es die Klasse zulässt). Selbige steuern sich dabei etwas gewöhnlicher mit den beiden Triggern des Xbox 360 Pads. Dabei ist es auch möglich und ratsam beide Varianten zu kombinieren, so kann man zum Beispiel (ähnlich wie in Devil May Cry) die Gegner mit einem Nahkampfangriff in die Luft schleudern, um sie anschließend zu durchlöchern.

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Dabei werden diese kombinierten Angriffsmanöver auch besser belohnt, denn mal von der gesteigerten Durchschlagskraft und den zu verdienten Erfahrungspunkten-Boni abgesehen, profitieren wir auch durch das verwendeten Combo System, das sich so schneller auflädt und uns so mit Attributsverbesserungen und Spezialangriffen und Fähigkeiten belohnt, die nur im aufgeladenem Zustand funktionieren. So bietet das Kampfsystem insgesamt also einiges an Abwechslung, bleibt dabei dank der unkomplizierten Steuerung aber trotzdem immer sehr gut spielbar. Es gibt aber auch Schattenseiten des relativ selbstständig ablaufenden Kampfsystems, denn dadurch fühlt man sich an manchen Stellen eher als unbeteiligter Zuschauer, als ein wirklicher Akteur. Da merkt man dem Titel dann doch recht deutlich an, dass man es nicht mit einem reinen Actionspiel zu tun hat. Aber das ist sicher Geschmackssache und damit nicht für jeden relevant und störend.

Unter etwas anderem dürfte aber wirklich jeder Spieler zu leiden haben, nämlich der Kamera. Wobei ich noch einmal kurz daran erinnern will, dass der rechte Stick durch das Kampfsystem blockiert ist, so dass ihm (und uns) sein eigentlicher Verwendungszweck verwehrt bleibt. So ist man fast komplett auf die viel zu langsame, fehleranfällige und oft zuckende automatische Kamera angewiesen. Diese neigt auch gerne dazu, unseren Helden von vorne zu zeigen, anstatt so, wie es sich gehört. Die einzigen Möglichkeiten der Einflussnahme ist das direkte Zentrieren mit RB und die Auswahl von verschiedenen Entfernungsstufen, was aber beides nicht mal ansatzweise eine zufrieden stellende Lösung des Problems darstellt.

Too-Human-9.jpgAuch an anderer Stelle krankt der Titel an technischen Minderwertigkeiten, dies betrifft vor allem den grafischen Bereich (was wenig überraschend ist). So sind die verschiedenen Figuren mitsamt ihren Gesichtern teilweise richtig hässlich und nicht mehr wirklich zeitgemäß. Auch die meisten Texturen innerhalb der Level sehen aus, als kämen sie direkt aus der letzten Konsolengeneration und bieten dabei auch zu wenig Abwechslung. Zwar können die gigantischen Levenkonstruktionen und die beeindruckende Kulissen das ein ein wenig kaschieren, aber auf Dauer verbergen können sie das Problem nicht. Genauso sind die Level in sich zwar sehr weitläufig, aber auch sehr gradlinig und etwas abwechslungsarm. So gibt es innerhalb selbiger wenig mehr zu entdecken und zu tun, als die fest vorgegebenen Kämpfe, die entlang des Hauptpfades positioniert sind. Da machen leider auch die Ausflüge in den Cyberspace keine Ausnahme. Zwar bietet diese durch ihre Verbindung mit der realen Welt theoretisch eine Vielzahl von Möglichkeiten, denn dortige Aktionen wirken sich auch hier aus. Aber leider wurde das ganze wenig überzeugend und sehr einfallslos umgesetzt. So besteht die einzige Einflussnahme darin, zum Endpunkt zu laufen und eine vorgegebene Fähigkeit einzusetzen. Da überrascht auch das jegliche Fehlen eines Questlogs und einer Übersichtskarte nicht weiter, sondern ist nur konsequent.

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Schmerzlicher vermisst wird dagegen ein brauchbares Tutorial und/oder einen Trainingslevel, so blickt man anfangs etwas hilflos auf die vielen Möglichkeiten und Features des Spieles. Die einzigen Hilfen sind also die viel zu kurz eingeblendete Texte und/oder die Anleitung. Aber auch hier wird das meiste nur sehr oberflächlich und damit wenig hilfreich abgehandelt.

Das Problem betrifft auch das recht ausführlich ausgefallen Inventarsystem, das es einem nicht nur ermöglicht, die unzähligen Waffen und Rüstungen zu verwalten, sondern auch komplett neue zu erschaffen (so lange die entsprechenden Bauskizzen und genug Geldmittel dazu vorhanden sind) und sie mit Runen zu verbessern. Dabei sind die Items nach ihrer Seltenheit und damit ihrem Wert sortiert und farblich markiert, so das es auf den ersten Blick ersichtlich ist, was sich lohnt zu behalten und was nicht. Dabei braucht man sich auch nicht selbst um die Verwaltung und die Entsorgung zu kümmern, denn das eingebaute Ablagesystem erledigt das nach festgelegten Regeln selber.

Too-Human-12.jpgAber auch der recht knackige Schwierigkeitsgrad erfordert überraschenderweise kaum mehr von unserer geschätzten Aufmerksamkeit. So erscheint anstatt dem gewohnten Game Over eine Walküre in einer beeindruckenden goldenen Rüstung und nimmt uns mit. Aber nicht mit dem Ziel Walhalla, sondern mit dem des letzten erreichten Checkpoints. Das nette dabei ist aber, dass das Spielgeschehen während dessen ungestört weiter läuft, also alle besiegten Gegner liegen bleiben und die noch unerledigten weiter von ihren zugefügten Verletzten gezeichnet sind. Die einzige nennenswerte Strafe dabei ist (neben der fast zwei minütigen, nicht abbrechbaren Sequenz), dass die angelegte Ausrüstung geringen Schaden davon trägt und der Combo Meter wieder auf Null zurück fällt, so dass man sich doch recht schnell nach dem Sinn des ganzen fragt, entzieht dieses System doch jeder unnötigen Anstrengung und jedem taktischen Element die eigentliche existentielle Grundlage. Denn das Lösen einer jeder Herausforderung ist so nur eine Frage der Zeit. Wobei man auch im Extremfall kaum mehr als 15 Stunden für das einmalige Durchspielen des Titels benötigen wird.

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Zum Schluss möchte ich aber noch einige gelungene Aspekte nicht unerwähnt lassen, nämlich zum Einen die absolut geniale und atmosphärische Musik, die es in Verbindung mit dem schon angesprochenen monumentalten Leveldesign mit Leichtigkeit schafft, stimmungsvoll eine beeindruckende Atmosphäre aufzubauen. Aber auch die gelungenen Zwischensequenzen tragen dazu ihren Anteil bei. Genauso ist die deutsche Synchronisation mehr als brauchbar ausgefallen und gibt kaum Grund zur Beanstandung. Für alle Skeptiker ist aber auch die englische Tonspur auf der DVD vorhanden.

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Too Human - Trailer
(click play to start)




Carsten meint:

Carsten

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Was für ein Wechselbad der Gefühle, denn einerseits krankt das Spiel an vielen technischen Unzulänglichkeiten, wie der schwachen Kamera und Grafik, sowie der schon fast erdrückenden und einengenden Linearität. Auf der anderen Seite bietet es ein geniales Kampfsystem, eine große Vielzahl von Items und eine beeindruckende musikalische Untermalung, so dass der Titel sicherlich kein Totalausfall ist, aber im gewissen Rahmen eine Enttäuschung - vor allem bei einer so langen Entwicklungszeit.

Positiv

  • Geniale Musik und monumentales Leveldesign
  • Gelungenes Kampfsystem
  • Coop-Modus

Negativ

  • Kameraprobleme
  • Schwieriger Einstieg
  • Einengende Linearität

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Die neuesten Beiträge: insgesamt 185 Beiträge | zum Forum...

  • 11.10.2011 05:07:56 von aldi404:

    Es ist eigentlich ziemlich cool, wenn du dich nicht an hackeliger Steuerung und teils unfairen Gegnern störst. Schade ist auch dass die Story wenn sie gegen Ende mal in Fahrt kommt dann auch schon wieder vorbei ist und man merkt dass es eigentlich als eine mehrteilige Reihe geplant war. Hmm, ich...

  • 11.10.2011 00:42:31 von Darkshine:

    Bei Gamestop bekommt man das Spiel neu für 10€. Was meint ihr, lohnt es sich für den Preis? Spiele wie Baldurs Gate Dark Alliance und Champions of Norrath habe ich damals recht gern gespielt und Too Human scheint ja in eine ähnliche Richtung zu gehen.

  • 22.09.2009 09:47:47 von aldi404:

    Jemand hat das Audio Optionsmenü und die Minimap Funktion geklaut....

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