| Genre: | - |
| Spieleranzahl: | Multiplayer |
| Regionalcode: | PAL |
| Auflösung / Hertz: | 50 / 60 Hz |
| Onlinefunktion: | Ja |
| Verfügbarkeit: | 06. November 2008 |
| Vermarkter: | Ubisoft |
Wertung |
Inzwischen taucht der Name 'Tom Clancy' ja bei so einigen bekannten und beliebten Spieleserien auf. Man denke nur an Splinter Cell, Ghost Recon oder auch an Rainbow Six. Wobei zumindest die letzteren beiden, mitsamt ihren unzähligen aber nicht weniger erfolgreichen Fortsetzungen von 'Red Storm Entertainment', einer von Tom Clancy im Jahre 1996 ins Leben gerufene Spieleschmiede entwickelt wurden. Vier Jahre nach ihrer Gründung übernahm Ubisoft das Ruder in der Firma. Doch das alleine reichte ihnen noch nicht, so dass sie sich im Jahr 2008 zusätzlich alle Namensrechte sicherten, was sich nicht nur auf die vorhandenen Spiele mit all ihren Figuren bezieht, sondern auch auf den Namen 'Tom Clancy' im Allgemeinen. Das bedeutet wiederum, dass der Name bei jedem halbwegs passenden Spiel verwendet werden darf, ohne dass der umstrittene Schriftsteller aktiv an der Entwicklung beteiligt ist. Die ersten beiden Titel, die von diesem fragwürdigen Verfahren Gebrauch machen, sind die Flugsim H.A.W.K. und das EndWar, zu dessen Test wir uns heute hier eingefunden haben.

Bei jenem Titel handelt es sich weder um einen Stealth-, noch um einen Taktikshooter. Nein, diesmal haben wir es mit einem etwas abgespeckten, aber trotzdem reinrassigen Strategiespiel alter Schule zu tun. Ich weiß was euch jetzt durch den Kopf geht, nicht umsonst sagt man, Strategiespiele und Konsolen passen zusammen wie Straßenverkehr und Frauen. So ist gesunde Skepsis durchaus angebracht. Aber Ubisoft hat dem Spiel ein Feature verpasst, das es zumindest in der Theorie von einem großen Genreproblem befreien kann, nämlich von der zu langsamen und ungenauen Steuerung. So lässt sich fast das komplette Spiel per Sprache bedienen. Aber ob das ausreicht? Finden wir es heraus.
Auch wenn 'Tom Clancy' mit dem Spiel und seiner Entwicklung arg wenig zu tun hatte, hätte er an der Story sicherlich seine Freude gehabt. So basieren alle Ereignisse auf einer gar nicht mal so abwegigen und sich inzwischen schon abzeichnenden Ölkrise, die sich im Jahr 2016 infolge eines Atomkriegs im nahen Osten noch weiter zuspitzt. Infolge dessen kommt die weltweite Öl- und Gasversorgung fast komplett zum Erliegen. Doch kaum ein Ereignis kann so schrecklich und endgültig sein, dass nicht mindestens ein Nutznießer daraus hervor geht, der in diesem Fall eindeutig Russland ist, steigt das Land von einem Augenblick zum anderen doch zum weltweit größten Öllieferanten und damit zu einer wahren Wirtschaftsmacht auf. Kaum in der neuen Rolle angekommen, lassen es sich die dortigen Machthaber natürlich nicht nehmen, mit den unverhofft eingenommenen Milliarden das marode Militär aufzurüsten und ihnen so wieder zu alter Stärke und damit Bedeutung zu verhelfen. Durch diese neue und unmittelbar vor der Haustür stehende Bedrohung angestachelt, vereinigen sich die ansonsten zerstrittenen Länder Westeuropas zu einem starken Bündnis, der Europäischen Föderation. Selbiges wird auch recht schnell zu einer neuen und gewichtigen Supermacht. 2020 schicken die USA sich dann an, das sowieso schon instabile Gleichgewicht der Mächte komplett ins Schwanken zu bringen, ausgelöst durch die kurz bevorstehende Inbetriebnahme einer kampfstarken orbitalen Waffenplattform, der Freedom-Star. Als Reaktion darauf tritt die Europäische Föderation unter Protest aus der Nato aus und auch mit den Beziehungen zwischen Russland und den USA steht es unter diesen Bedingungen nicht zum Besten und so endet alles im Unvermeidlichen: Dem Dritten Weltkrieg.
Die auf diesen Ereignissen beruhende Story findet vor allem im Singleplayer Verwendung, der in zwei Kampagnen aufgeteilt ist. Zum einen in 'Der Weg zum Krieg', in dem auf alle Ereignisse eingegangen wird, die vor dem eigentlichen Ausbruch stattgefunden haben. Dieser Part umfasst 10 Missionen, die zugleich auch als Tutorial dienen und jeweils einen bestimmten Aspekt des Gameplays in den Vordergrund rücken und behandeln. Hier hat man weder Einfluss auf die Seite, auf der man steht, noch auf die jeweils unterstellten Einheiten. Das ist bei der zweiten Kampagne, dem eigentlichen Dritten Weltkrieg, nicht der Fall. Hier kann man sich anfangs nicht nur auf eine der drei Seiten schlagen, sondern sich dabei auch ein eigenes schlagkräftiges Bataillon zusammen stellen.
Dabei sollte man nicht nur auf Ausgewogenheit achten, sondern auch auf seine Leute gut acht geben, erwerben doch alle Einheiten innerhalb der Gefechte und Missionen Kampferfahrung und steigen so nach und nach innerhalb der sechs zur Verfügung stehenden Ränge immer weiter auf. Die Vorteile eines solches Aufstiegs liegen dabei nicht nur in einer besseren Kampfkraft und Moral, sondern auch in der besseren Ausrüstungen. Diese lässt sich nämlich in vier verschiedenen Bereichen upgraden: Angriff, Verteidigung, Mobilität und Fertigkeit. Die so geschaffenen Vorteile fangen bei so banalen Dingen wie mehr Lebenspunkten und einer höheren Fortbewegungsgeschwindigkeit an, gehen weiter über so nützlichen Features wie Tarnfähigkeit und Minenteppiche und enden bei eher speziellen Dingen wie einer Scharfschützenausbildung für die Fußtruppen. Insgesamt gibt es so weit über 100 Upgrades, die dem taktischen System auf diesem Wege gekonnt eine nicht zu verachtende Tiefe verleihen.

Aber natürlich gibt es auch im Krieg nichts geschenkt und so muss man sich beim Upgraden zwangsläufig an der momentanen finanziellen Situation orientieren. Bezahlt wird nämlich mit den Credits, die man sich durch das erfolgreiche Bewältigen von Missionen verdient. Beim eigentlichen Kampfsystem findet das bekannte Schere, Stein, Papier-Prinzip seine Anwendung. Das heißt, dass jede Einheit besonders anfällig oder stark gegen eine andere ist. So sind die Transporter absolut tödlich für Hubschrauber, Hubschrauber tödlich für Panzer, Panzer tödlich für Transporter und so weiter. Man sollte demnach wirklich aufpassen, welche Einheiten man gegen welche Gegner entsendet, ansonsten kann alles ganz schnell in einer vernichtenden Niederlage enden. Um den Spieler dabei nicht mit einer Unzahl von unterschiedlichen Einheiten zu überfordern, waren die Macher beim Einbau derselben ziemlich knauserig und so haben es gerade einmal sieben grundsätzlich verschiedene in das fertige Spiel geschafft. Im einzelnen wären das die Schützen und Pioniere als Vertreter der Fußtruppen, der Transporter, die Panzer und die Artillerie als Vertreter der motorisierten Landverbände, der Kampfhubschrauber als alleiniger Herrscher der Lüfte und letztlich das Kommandofahrzeug, das aber nicht aktiv am Kampf teilnimmt. Dabei verfügt jede der drei Fraktionen grundlegend über die gleichen Einheiten. Zwar gibt es dabei marginale Unterschiede, so dass die Russen etwas stärker, die USA etwas genauer und die Europäer etwas schneller sind, aber großartig auswirken tut sich das auf dem Schlachtfeld nicht.
Natürlich gibt es darüber hinaus auch weitere taktische Komponenten, die für die Kämpfe wichtig und für die Schlachten entscheidend sind. So sollte man immer darauf achten, dass die Fußtruppen bei Kampfhandlungen aus einer Deckung heraus agieren - sind diese dadurch nicht nur besser geschützt, sondern auch effektiver im Angriff. Genauso wichtig ist es, recht früh die in den Leveln vorhandenen Uplinks zu besetzten, erhält man durch das Einnehmen derselben nicht nur zusätzliche Befehlspunkte, sondern kann durch den Ausbau auch auf kampfstarke Unterstützung zurückgreifen. Diese reicht von Bombern, über EMP-Impulse bis hin zu kampfstarken Aufklärungsverbänden. Selbige lassen sich mit weiteren entsprechend ausgebauten Uplinks noch weiter verstärken.

Dabei ist die Inanspruchnahme dieser Dienste natürlich begrenzt, da der Einsatz eine nicht zu verachtende Anzahl von Befehlspunkten verbraucht. Aber auch das Ordern neuer Einheiten vermindert selbige beträchtlich, denn anders als in dem Genre üblich, stellt man keine Einheiten in der eigenen Basis her, sondern bekommt sie per Transporter geliefert. Dabei ist die eigene Basis ein gutes Stichwort, selbige existiert nämlich nicht, genauso wie das sonst übliche Ressourcen-Management.
Auch die Anzahl der zu erreichenden Missionsziele wurde stark reduziert, so gibt es gerade mal vier verschiedene, die sich dabei auch noch recht ähnlich sind. So muss man bei Belagerung ein Uplink sichern und halten, während es bei Eroberung die Hälfte aller vorhandenen sind. Bei Sturmangriff muss man dagegen alle Feinde vernichten, während man bei Sabotage alle Ziele innerhalb eines Zeitlimits ausschalten muss. Das war es auch schon, was insgesamt nicht unbedingt für ein abwechslungsreiches Gameplay abseits der taktischen Kämpfe spricht.

Dabei trifft dieser ärgerliche Umstand den Singleplayer-Modus natürlich besonders hart, der sich zusätzlich noch viel zu wenig von der Mehrspieler-Variante unterscheidet und so arg wenig Anreize bietet. Denn bis auf ein kurzes Briefing am Anfang und einen Abschlussbericht am Ende einer Mission, gibt es kaum mehr nennenswerte Storyelemente zu entdecken und erleben. So fehlen ernstzunehmende Zwischensequenzen genau so wie geskriptete Events während der Schlachten oder eine mitreissende Story, weshalb man auch nie wirklich das Gefühl hat, eine vollwertige Einzelspieler-Kampagne zu spielen, sondern eher ein schnell abgewandeltes und lieblos zusammengeschustertes Multiplayermatch. Was für mich auch der größte Kritikpunkt des gesamten Spieles darstellt. Einzig die gelungene deutsche Sprachausgabe kann hier überzeugen.
Zum Glück beeinträchtigt dieser ärgerlich Umstand den Mehrspieler-Modus nicht. So kann man sich nicht nur mit bis zu drei Mitspielern in einem gediegenen Gefecht austoben, das sich dabei nicht von denen im Singleplayermodus unterscheidet, sondern auch am sogenannten Kriegsschauplatz teilnehmen. Hier ist das fast weltumspannende Kriesengebiet in rund vierzig verschiedene Territorien und damit Karten eingeteilt. Jede von ihnen ist dabei im Besitz einer Fraktion. Welche das ist, wird am Ende eines jeden Tags neu bestimmt, Ausschlaggebend ist dabei, welche Fraktion im Laufe des Tages die meisten Siege darauf erringen konnte, so dass sich nicht nur der Frontverlauf ständig ändert, sondern auch die damit zusammenhängenden und somit zur Verfügung stehenden Missionen.

Dabei betrifft die größte Neuerung des Spieles auch den größten Schwachpunkt der sonstigen Genrevertreter auf Konsolen, nämlich der umständlichen und viel zu langsamen Steuerung. Dieses Problem umgeht Ubisoft gekonnt durch die konsequente Integration einer zuverlässigen und innovativen Sprachsteuerung. Diese ist auf einem einfachen und damit verständlichen System aufgebaut. So fangen alle Befehle damit an, wer etwas tun soll, also zum Beispiel Einheit 1 oder Verband 3. Als zweites folgt dann die Angabe, was getan werden soll, zum Beispiel vorrücken, angreifen oder zurückziehen. Als letztes teilt man dann noch mit, wo es getan werden soll, also welchen Gegner man angreifen oder zu welchem Punkt man vorrücken möchte. Dabei versteht das System auch komplette und schnell gesprochene Sätze überraschend gut und zuverlässig. Trotzdem ist es hilfreich, dass es auch weiterhin möglich ist, das Geschehen komplett über den guten alten Controller zu steuern, denn erst durch die Kombination dieser beiden Möglichkeiten entsteht das wohlwollende Gefühl der absoluten Kontrolle.
Aber auch in Sachen Inszenierung geht der Titel neue Wege, denn anders als bei Strategiespielen sonst üblich, erlebt man die Schlachten nicht von oben, sondern schaut der jeweils aktiven Einheit direkt über die Schulter, was einerseits ein wirklich fantastisches und neuartiges Mittendrin-Gefühl vermittelt, ist man doch viel näher am Geschehen dran. Andererseits verwehrt einem dieses Feature aber auch ein gewisses Maß an Planbarkeit und leider auch Übersicht. Denn ganz der Realität verpflichtet ist man an das feste Sichtfeld der Einheit gebunden. Erst durch den Einsatz des Kommandofahrzeugs und der damit verbundenen strategischen Karte löst sich das Problem in Wohlgefallen auf, denn diese zeigt nicht nur alle Ereignisse auf dem Schlachtfeld in Echtzeit an, sondern ermöglicht auch ein unverzügliches Eingreifen.Carsten meint:
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Diskutiere mit anderen über diesen ArtikelDie neuesten Beiträge: insgesamt 57 Beiträge | zum Forum...
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09.02.2010 18:18:58 von Darkshine:
Machen die DS und PSP Versionen Spaß? Ist da ja wohl ein reines Rundenstrategiespiel à la Advance Wars.
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09.02.2010 11:18:12 von Arcadion:
'EndWar' war ja schon nicht sonderlich erfolgreich. Wundert mich daher auch nicht, dass der Nachfolger eingestellt wurde....
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09.02.2010 09:46:48 von Harry87:
http://www.nexgam.de/news/Tom-Clancys-En…ingestellt.html...
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