Genre: Action
Spieleranzahl: 1 - 16
Regionalcode: PAL
Auflösung / Hertz: 50 / 60 Hz
Onlinefunktion: Ja
Verfügbarkeit: 15. Januar 2009
Vermarkter: Electronic Arts

Wertung

5.2

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Pandemic Studios haben im Jahr 2004 mit Star Wars Battlefront für den PC, PSP, PS2 und Xbox einen kleinen Überraschungshit gescort indem sie das Spielprinzip von Battlefield 1942/Battlefield 2 mit dem Star Wars-Universum vereinten. Zwar war dank John William-Soundtrack, Originalschauplätzen, fahrbaren Vehikeln und bekannte Charakter für Star Wars-Fans der Mehrspielershooter ein erfüllter Traum. Andere, die von dem Charme der Kinoserie nicht angetan waren, sahen recht schnell wo das Spiel krankte. Unkoordiniertes Geballer ohne jeweillige Teamarbeit. Nach einem Nachfolger (Star Wars Battlefront II) kommt von dem amerikanischen Entwicklerstudio jetzt dasselbe Spielprinzip in einem anderen Universum. Nämlich das von J. R. R. Tolkien!
Der-Herr-der-Ringe-Die-Eroberung-1.jpgBei Spielen ist es wie mit Musik oder Filme. Durch neue Trends oder technischer Weiterentwicklung wächst das betreffende Genre in neue Bereiche. Bei Spielserien merkt man das auch sehr oft, wobei das Call of Duty-Franchise hier ein sehr gutes Beispiel ist. Die Serie fing als Medal of Honor-Klon an und mauserte sich von Fortsetzung zu Fortsetzung zu einem immer packenderen Shooterabenteuer, wo auch dessen Mehrspielermodus eine große Methamorpose durchlaufen hat. Seit Star Wars Battlefront II sind gut vier Jahre vergangen und da sollte man glauben das sich im Genre der Mehrspielershooter einiges getan hat. Leider haben die Designer von der Herr der Ringe – Die Eroberung dies wohl verschlafen und vermurksen ein Spiel, was vielleicht Potenzial gehabt hätte. Aber vielleicht muss ich erst ein echter Tolkienfan sein, um dies zu übersehen. Apropro Tolkienfan! Diese können theoretisch mit der Zunge schnalzen weil mit die Eroberung dürfen alle wichtigen Ereignisse der Filmtrilogie nachgespielt werden.

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Der-Herr-der-Ringe-Die-Eroberung-2.jpgDer Singleplayermodus läuft wie folgt ab: Vor jeder Mission werden euch kurze Videos aus dem Film präsentiert um den Joypadbesitzer in eine Herr-der-Ringe-Stimmung zu versetzen. Hierzu poltert und kracht der bekannte Soundtrack im Hintergrund, während ein Märchenonkel mit seiner Fahrstuhlstimme das Letzte bisschen Atmosphäre zerstört. Ist das vollbracht, werdet ihr schnurstracks ins Geschehen katapultiert. Als einer von vier Helden (Krieger, Bogenschützen, Magier, Späher) gilt es immer (und ich meine wirklich immer!) Flaggenpunkte zu sichern oder zu halten. Ist eure Klasse gewählt schnetzelt und feuert ihr auf Orks und Monster ein, bis der Flaggenpunkt gesichert ist. Um den Tolkienfan weiter zu blenden, heißt es im Missionsdesign: ’’Halte die Burgmauern’’ oder ’’Verteidige das Burgtor’’! Und das tut ihr auch immer für gut sieben bis acht Stunden, wobei ihr in einer alternativen Geschichte auch Saurons Armee zu Sieg führen könnt.

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Der-Herr-der-Ringe-Die-Eroberung-3.jpgDie Klassenwahl ist wohl die einzigste Abwechslung, die der Titel wirklich bietet. Mit dem Krieger prügelt ihr euch mit Flammenschwert durch die feindlichen Armeen. Der Magier ist der Medic und Panzer zugleich. Dieser kann nämlich Einheiten heilen und dank Schutzschild bietet er die perfekte Deckung gegen Pfeile und Magierzauber. Der Bogenschütze ist die Ferneinheit, ausgestattet mit Gift-und Feuerpfeile die sich zwar auf dem Papier schön anhören aber im Kampf nicht viel bringen. Die nutzloseste Einheit (im Einzelspielermodus) ist der Späher der mit zwei Doppeldolche und Unsichtbarkeitszauber von sich reden lassen tut. Aber um den Singleplayermodus zu überstehen, braucht ihr nur den Magier und den Krieger! Um der Buch/Filmvorlage gerecht zu werden besucht ihr Helms Klamm, Isengart, die Minen von Moria oder das schwarze Tor. Weil das Herr der Ringe-Universum wenig Fahrzeuge (im Vergleich zu Star Wars) bietet liegt der Fokus mehr auf Mann-Gegen-Mann-Scharmützel. Und diese wirken oft recht chaotisch. Oft in den Missionen werdet ihr von Armeen begleitet, die euch theoretisch zur Seite stehen, aber im Endeffekt nicht tun. Diese lasse sich gerne vom Gegner verprügeln oder töten sich selbst, indem sie von scharfen Kanten abrutschen und somit den Heldentod in der Tiefe von Mittelerde antreten.

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Der-Herr-der-Ringe-Die-Eroberung-4.jpgDie Gegnerhorden sind gleich viel gewiefter. Diese greifen nämlich in großer Zahl an und schnetzeln von allen Seiten auf euch ein. Werdet ihr zu Boden gestreckt, habt ihr überhaupt keine Möglichkeit euch vom Acker zu machen, weil ihr zu Tode geprügelt werdet, obwohl ihr euch nicht wehren könnt! Ab und zu wandert eine Offiziereinheit vor eurer Klinge, die in der Regel mehr aushalten als das allgemeine Fußvolk. Helden zu spielen war ein großes Feature von Star Wars Battlefront II, das auch seinen Weg in Pandemics neusten Spiel geschafft hat. Habt ihr einen Schlüsselmomente aktiviert lässt euch das Programm die Wahl, ob ihr jetzt als Gandalf, Aragorn oder Faramir die Bösen verprügeln wollt (das geht auch später mit den bösen Jungs). Diese verfügen meist über dieselben Spezialattacken und sind genauso schnell wieder Tod wie normale Feldeinheiten. Ab und zu dürft ihr auch Reittiere verwenden die aber kaum von nutzen sind, weil der Feind euch recht schnell vom Ross holen wird. Somit stellt sich schon recht früh ein gewisses Frustpotenzial ein, was nur nervenstarke Spieler ansprechen wird.

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Der-Herr-der-Ringe-Die-Eroberung-5.jpgDer Multiplayermodus sieht eigentlich nicht anders aus. Mit nur 16 Spielern via Xbox-Live erobert ihr auf 13 Karten Flaggenpunkte, schnetzelt im Team-Deathmatch aufeinander ein oder jagt den Gegner in einem Capture the Flag-Modus der sich hier ’’Finde den Ring’’-Modus nennt. Größtes Problem mit menschlichen Mitspielern ist das Balacing, was sprichwörtlich grottenschlecht ist und das unausgegorene Klassensystem. Teamarbeit das viele von Battlefield kennen werdet ihr auf den Servern überhaupt nicht finden. Wie denn auch, denn die einizgste Klasse die zu Teamarbeit einlädt, ist der Magier mit seiner Heil-und Schildfunktion. Auch nach ein paar Runden wird schnell klar das man mit wildes drauf prügeln- bzw. schießen besser bestellt ist. Als Extras finden sich auf dem Maps stationäre Geschütze um große Gegner zu beseitigen sowie einige Reittiere, die ihren Nutzen gar nicht gerecht werden. Verfügt ihr über keinen Internetanschluss, dürft ihr strunzdumme Bots hinzuschalten.

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Der-Herr-der-Ringe-Die-Eroberung-11.jpgZuguterletzt bleibt die Präsentation die genau, wie das ganze Spiel mittlerer Durchschnitt ist. Zwar haben Heldenfiguren einen gewissen Erkennungswert aber die schwach texturierten Umgebungen und die mauen Spezialeffekte lassen beim ersten Hinblick glauben, dass es sich hier um ein Xbox 1-Spiel handelt. Ein echtes gräul ist die Kamera, die euch nie wirklich zufrieden stellt. Dadurch lauft ihr oft in euren Heldentod (Sprichwort Kante) oder seht den Gegner überhaupt nicht. Somit sollte euer Daumen immer am zweiten Analogstick bleiben weil nachjustieren ist der Alltag bei die Eroberung. Der original Herr der Ringe-Soundtrack kann leider durch die schlechte deutsche Synchronisation die Atmosphäre auch nicht mehr retten.

Dominic meint:

Dominic

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Als Star Wars-Fan erster Stunde habe ich damals voller Ungeduld auf Star Wars Battlefront gewartet und nach kurzer Spielzeit war ich von dem ganzen Spielkonzept recht enttäuscht. Der Nachfolger hatte zwar einen besseren Einzelspielermodus und Weltraumschlachten, war aber immer noch weit von perfekter Spielbarkeit entfernt. Pandemic hat mit "Die Eroberung" den kreativen und spielerischen Absturz erreicht. Der Einzelspielermodus ist Grundweg langweilig und unspektakulär, während der Mehrspielermodus mit vielen Krankheiten (Balacing, Klassensystem u.s.w.) zu kämpfen hat. Für mich jetzt schon die Enttäuschung des Jahres!

Positiv

  • Herr der Ringe-Lizenz
  • Guter Soundtrack

Negativ

  • Langweiliger Einzelspielermodus
  • Mehrspielermodus bei weitem nicht perfekt
  • Klassensystem unbrauchbar
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