Genre: -
Spieleranzahl: 1 - 2
Regionalcode: PAL
Auflösung / Hertz: -
Onlinefunktion: Ja
Verfügbarkeit: 1994
Vermarkter: Sony

Wertung

8

Userwertung

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Es sollte das Geburtstagsgeschenk schlechthin für den beliebtesten Charakter auf unseren Planeten werden. Und es sollte auch die erste Pionierarbeit eines noch jungen Studio aus Knutsford (England) sein, die erst später mit unter anderem Lego Star Wars, Lego Indiana Jones und Lego Harry Potter sich einen Namen in die Gamercommunity machten. Was ist im Endeffekt herausgekommen? Eine spielerische Reise durch 62 Jahre Cartoongeschichte von Walt Disneys Mickey Mouse.
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Für das damals noch junge Entwicklerstudio Traveller’s Tales sollte die Kooperation zwischen Disney und Sony (fungierte damals noch als Publisher für einige SNES-Games) einen wichtigen Punkt markieren, denn bis dato fielen die Entwickler aus England nicht gerade mit positiven Arbeiten auf. Bram Stoker’s Dracula (basierend auf dem Film von 1992) war sowohl in der Mega Drive- als auch Super Nintendo-Version Lizenzschrott erster Güte, was verständlicherweise wenig Absatz brachte. Zum 65 jährigen Geburtstag von Mickey Mouse wollte Disney ihrem eigenen Charakter ein Denkmal in der Videospielindustrie setzen und suchten händeringend nach einem Entwicklerstudio, das der Arbeit gewachsen ist. Traveller’s Tales hat somit den Zuschlag bekommen und konnte schon nach gut sechs Monaten Entwicklungszeit ein fertiges Produkt vorweisen. Die Idee hinter Mickey Mania ist etwas ganz besonderes, weil der Spieler klassischen Mickey Maus Cartoon von 1928 bis 1990 (natürlich grafisch angepasst) erneut durchleben darf, mit dem 65 jährigen Protagonisten der später auf sein jüngeres Ich treffen wird.

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Gepackt wurde das alles (damals typisch) in
ein 2D-Jump’n Run der Marke Super Mario. Doch als Lizenzschrott oder Abklatsch des klassischen Nintendospielprinzips kann man diesen Titel nicht zählen. Der Startschuss fällt mit dem Cartoonklassiker Steamboat Willie. Mit Mickey aus der moderne landet ihr in seinem dritten Zeichentrick-Abenteuer und müsst laufend sowie springend das Levelende erreichen. Hier fällt schon die enorme Liebe zum Detail auf, den die Entwickler in der kurzen Programmierzeit an den Tag gelegt haben. Anfangs sind sowohl Sprites als auch die Hintergründe in Schwarz/Weiss gehalten um den Flair des Zeichentrickfilms aus dem Jahr 1928 nahe zu kommen. Hier trifft dann der tierische Protagonist auch auf seine jüngere Variante, die vor lauter Schreck wegläuft. Ihm also schnell hinterher und nach ein paar kurzen Sprungeinlagen tritt Kater Karlo auf den Plan, den ihr nach erfolgreichen flachlegen als Sprungbrett missbrauchen dürft. Hier bleibt Mickey den Gesetzen des Jump’n Run’s treu. Entweder erlegt ihr Gegner indem ihr ihnen auf den Kopf springt oder mit eingesammelten Murmeln den Garaus macht.

Je weiter ihr euch durch das Level bewegt, umso mehr werdet ihr merken, dass Mickey dem ganzen alten Design seinen Stempel aufzwingt, indem er Hintergründe oder Objekte Farben verleiht. Der erste Bosskampf ist auch gleich eine gute Anregung für euer Gehirn. Mittels eines Krans werden Bomben auf euch geworfen, denen ihr natürlich ausweichen müsst. Gelegentlich fällt eine Sprungfeder zu Boden, die ihr dann richtig platzieren müsst um die vier Zahnräder (zwei an jeder Seite) zu zerstören. Somit ist dann das erste Level erledigt und weiter geht es ins Jahr 1933, worin ihr Pluto aus den Händen eines wahnsinnigen Professors befreien müsst. Das ist leider kein leichtes Unterfangen, weil grandios animierte Skelette und eine knallharte Lorenfahrt knabbern an euren Nerven. Ab hier wird schnell klar das Mickey Mania im Kern ein hartes Spiel ist. Ganz besonders unfair ist die Fahrstuhlsequenz. Hier seit ihr auf engsten Raum und müsst den Knochenteilen der Skelette ausweichen. Das ist leider leichter gesagt als getan, weil wie vorhin schon geschrieben der Raum zum manövrieren stark eingeschränkt ist.

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Habt ihr Ambitionen das ganze Spiel zu schaffen, wird einiges an Geduld und Nervenstärke von euch abverlangt. Zwar könnt ihr im Optionsmenü die Wahl der Leben und Continues einstellen, doch der mörderische Schwierigkeitsgrad und das Fehlen eines Passwortsystems schmälern den sonst guten Eindruck des Spiels. Kommen wir aber wieder zurück zu dem Entführer von Pluto, der euch im finalen Kampf von der Zeichentrickepisode The Mad Doctor euch mit Reagenzgläsern bewirft. Hier ist die Taktik allen Geschossen auszuweichen und dem werten Professor auf den Kopf zu springen. Sollte im Kampf euer Lebensbalken (wird von einer Hand mit vier Fingern dargestellt) leiden, sammelt die Sterne an der Decke ein um die Lebensenergie wieder zu füllen. Ist das erledigt, macht ihr euch mit Pluto auf Elchjagd im Wald. Doch fallende Äste und Steinbrocken sowie der wilde Elch selbst machen es euch nicht leicht. Hier tritt Pluto spielerisch ins Geschehen ein, indem er euch warnt, wo die Fallen und wann der tobende Elch von hinten kommt.

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Das endet leider auch wieder auf dasselbe Prinzip von Trial & Error. Sehr schade. Das der Titel zu jeder Zeit technisch eine Granate ist beweist auch der 3D-Abschnitt, wo ihr mit Mickey dem tobenden Elch entkommen müsst, während Hindernisse wie Steinformationen oder Wassergräben euch verlangsamen. Doch bleiben wir eben noch kurz bei der Grafik, weil diese zu dem Besten gehört, was auf einer 16Bit-Konsole zu haben ist. Die Fülle der Animationen des Protagonisten sowie Feinde oder Endgegner sind wirklich verblüffend. Die nervigen Ladezeiten werden so gekonnt wegkaschiert, indem Mickey wütend auf seine Uhr schaut. Technisch ausgereifter ist noch die Mega-CD-Variante sowie das 1996-Remake für Sony’s Playstation. Diese punkten durch noch bessere Grafik, neue Spielabschnitte und einem Soundtrack in CD-Qualität. Doch ist es bemerkenswert wie viel technischer Inhalt in der Super Nintendo-Cardridge schlummert. Sogar einige 3D-Spielereien versüßen die Sprungpassagen. Hier kann ich nur sagen: ’’16Bit at its best!’’

Dominic meint:

Dominic

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Trotz seines kindlichen Looks ist das Game, dank seines hohen Schwierigkeitsgrades, für Hardcoregamer bestimmt, die schon einschlägige Erfahrungen gemacht haben mit Mega Man und Konsorten. Aber jetzt werdet ihr euch Fragen, wieso das Spiel heute ein Klassiker ist. Das liegt zum größten Teil an der technischen Aufmachung und die Nähe zu den Zeichentrickfolgen aus über 60 Jahren Mickey Maus-Geschichte. In meinen Augen ein Pflichttitel für Mickey Mouse-Fans!

Positiv

  • Famose Bitmapgrafik
  • Viel Charme
  • Homage an Disneyklassiker

Negativ

  • Sehr hoher Schwierigekeitsgrad
  • Trial & Error-Passagen
  • Kein Passwortsystem

Andrej meint:

Andrej
Was für ein geiles Stück Software! Als Kind habe ich mir die Zähne an dem Spiel ausgebissen und doch immer wieder angemacht, nur um alle Level zu meistern und es dann wieder von vorn anzufangen. Mickey Mania erzeugt sehr viel Charme, blinkt das Hauptmenü erst einmal auf; und das auch heute noch. Die Gründe dafür hat euch Kollege Dominic ja schon im Test und in seinem Fazit nähergebracht. Ich persönlich finde es sogar besser als Capcoms Magical Quest: Starring Mickey Mouse. Disney und Jump and Run Fans, die das Spiel verpasst haben, den SNES aber immer noch besitzen, greifen bedenkenlos zu!
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