| Genre: | Sport |
| Spieleranzahl: | 1-2 |
| Regionalcode: | PAL |
| Auflösung / Hertz: | - |
| Onlinefunktion: | Ja |
| Verfügbarkeit: | 06. April 1994 |
| Vermarkter: | Capcom |
Wertung |



Die ersten Spielminuten zeigen gleich recht schnell das Mega Man’s Soccer keine wirkliche Simulation ist. Dafür ist die Steuerung zu arcadelastig, die Spielgeschwindigkeit zu langsam und das fehlen eines Schiedsrichters machen von dem Gekicke einen unkomplizierten Funsport. Genau wie bei Nintendo World Cup besitzt jeder Roboter einen Spezialschuss den Serienkenner sofort erkennen werden. Sollte Cut-Man den Superschuss gen Tor schießen, verwandelt sich das weisse Leder in eine Schere und schnetzelt den Torwart in kleine Stückchen. Fire-Man hinterlässt bei seinem Spezialmanöver nur noch verkohlte Reste, während Mega Man mit seinem Buster-Spezialschuss jeden Spieler von den Socken wirft. Generell sind die Spezialmanöver nur schwer vom Torwart zu halten. Meist könnt ihr schon ab dem Mittelfeld mit gehaltener R-Taste denn Superschuss aktivieren. Sollte ein Abwehrspieler diesen Schuss abbekommen, ist dieser für ein paar Sekunden ausser Gefecht gesetzt und das Tor gerettet. Standardmäßig kann jedes Team pro Spiel zwei Spezialmanöver gebrauchen. Dies lässt sich aber im Optionsmenü verändern.
Als eine Hommage an alle Mega Man-Spiele könnt ihr die Robotmeister die ihr zuvor besiegt habt in eurem Team aufnehmen, die dann eure Standardspieler ersetzen. Hier hat jeder Charakter von Mega Man 1-4 seine Vor- und Nachteile. Der bullige Toad-Man hat dank seiner Maße eine gute Verteildigungsrate, während der aus Mega Man 3 bekannte Needle-Man den stärksten Schuß im 22-Mann starken Spielerkader hat. Jeder Spieler besitzt verschiedene Attribute die in ’’Run ’’, ’’Kick ’’, ’’Tackle ’’ oder ’’Defense ’’ unterteilt sind. Schaut man sich die lange Liste genauer an, fällt recht schnell auf das auch gewisse Prominenz vertreten ist. Proto-Man, Mega Man’s Bruder ist genau wie Dr. Wily mit von der Partie und somit Anwählbar. Während wir gleich genauer über die Spielmechanik auf dem Platz sprechen, wollen wir eben noch die anderen Spielmodis kurz erwähnen. Neben dem ’’Capcom Championship’’ findet ihr auch noch einen ’’Tournament Modus’’, wo acht Teams via ein K.O-System gegeneinander antreten, während im ’’Liga-Modus’’ ihr eine ganze Fußball-Session nachspielen könnt. Natürlich lassen sich schnell Matches erstellen mit dem ’’Exhibition Matches’’ die ihr zum Beispiel mit einem Freund zusammen oder gegeneinander spielen könnt.

Wollt ihr dem buntem Treiben einfach beiwohnen ohne einen Finger zu krümmen, könnt ihr den Computer bei CPU vs. CPU zuschauen wie dieser sich selbst schlägt. Aber jetzt kommen wir zur Spielmechanik: Zusammen mit dem Torwart steuert ihr acht Feldspieler auf dem Platz, die jedes Mal sobald der Ball an einem eurer Mannen kommt sofort spielbar ist. Dies könnt ihr leider nicht selbst bestimmen. Das erledigt für euch das Spiel. Das hat leider den Nachteil, das gerade ein Roboter aktiviert wird, der gar nicht oder zu weit vom Ball entfernt ist und ihr bekommt vor lauter Spielerwechsel nicht wirklich mit welchen Ballschupser ihr gerade unter Kontrolle habt. Generell fehlt dem Spiel eine gewisse Dynamik. Das Spieltempo ist sehr langsam und einen fließenden Übergang zwischen den Feldspielern wie zum Beispiel eines Passes machen das Gebolze ziemlich hölzern. Schnelles Passspiel ist egal bei welchen Spielmodus Pflicht. Habt ihr den Ball nur für ein paar Sekunden in eurem Besitz wird euer Spieler schon gefault und kann sich für ein paar Sekunden nicht bewegen. Um ein bisschen mehr Übersicht zu bekommen gibt es am oberen Bildschirmrand eine Mini-Map, wo ihr euer Team und das des Gegners seht.

Soll diese für eine klare Struktur bei eurem Passspiel sorgen, geht hierbei die Übersicht auf dem Spielfeld flöten. Zum Glück kann man diese mit der Select-Taste ausschalten, dann aber wisst ihr nicht wo sich gerade ein freier Spieler befindet. Geht ihr in den Angriff über ziehen eure Mannen (vom Computer gesteuert) sofort mit und versuchen sich für Kopfbälle oder Flankenschüße in die richtige Position zu bringen. Natürlich werden diese dann vom gegnerischen Team gedeckt. Hier gibt es zu kritisieren das sobald ein Spieler seine Position erreicht hat, tatenlos dort verharrt und wartet bis ihr ihm den Ball zukommt. Der Keeper, zu deutsch Torwart ist eine Sache für sich: Dieser vehaart wie eine blutgeile Mücke am Tor und selbst wenn ihr im Strafraum umher wandert macht dieser keine Anstalten um sich den Ball zu schnappen. Das gilt natürlich auf für euren Keeper den ihr selbst oder von der CPU steuern lassen könnt. Abgesehen der Spezialmanöver ist es recht schwer mittels normalen Schüssen zu punkten. Hierzu ist der Torwort zu gut zu Fuss oder die Abwehr zu dicht. Generell gilt das der Schwierigkeitsgrad nicht gerade für Anfänger geeignet ist.

In technischer Sache macht Mega Man’s Soccer vieles richtig. Abgesehen vom Spielfeld sind alle Roboter schön gezeichnet, haben eine stattliche Größe und die Animationen können sich sehen lassen. Jeder Robotmeister hat nach einem Siegpunkt eine eigene Siegerpose die passend zu seinem Charakter ist und der typische Mega Man-Charme ist auch bei diesem so ungewöhnlichen Sportspiel vorhanden. Das kann man leider nicht von dem Soundtrack sagen. Waren in der Vergangenheit die Soundtracks der Mega Man-Serie ein starker Stützpfeiler im Spieldesign, dümpeln leicht vergessene Musikstücke aus den Fernseherboxen.
Dominic meint:
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Sobald es auf dem Platz geht, merkt man dem Spiel an das Capcom keine Ahnung hat wie man ein Fußballspiel richtig programmiert. Zu undynamisch, zu langsam spielen sich die Matches und die Idee mit den bestimmten Spielfeld-Themen wurde nicht konsequent umgesetzt. Wirklich Spaß kommt zudem erst auf, wenn ihr zusammen oder gegeneinander mit einem Kollegen vor der Glotze sitzt. Als Mega Man-Fan muss man Mega Man’s Soccer mal gespielt haben, alle anderen greifen zu besseren Varianten des Ballsports.
Positiv
Negativ