Donkey Kong Country

SNES

Jedes kleine Kind weiß, was ein Affe am liebsten isst. Richtig, Bananen! Aber niemand weiß, was passiert, wenn man einem Primaten seine Bananen wegnimmt. Ganz zu schweigen davon, wenn man auch noch seinen besten Kumpel entführt. Nein, wir wollen hier keinen Crashkurs bezüglich des Sozialverhaltens von Menschenaffen anbieten, sondern einen kurzen Einblick in Rares monumentales Meisterwerk Donkey Kong Country werfen.

Donkey_Kong_Country_10Genau diese oben beschrieben Geschichte ereignet sich eines Tages auf der Kong-Insel. Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle von Donkey Kong und seinem kleinen Kumpel Diddy, den es allerdings erst einmal aufzustöbern gilt. Der komplette Bananenvorrat der Familie wurde gestohlen und die einzige Spur, die die beiden haben, sind herumliegende Bananen, die der Dieb anscheinend auf seiner Flucht verloren hat. Sie entscheiden sich also, der Fährte zu folgen und dabei so viele der gelben Früchte wie möglich wieder einzusammeln.

Doch schnell müssen sie feststellen, dass sie den Weg alleine nicht schaffen werden. Unterstützung erhalten sie dabei von fünf ihrer Freunde. Rambi dem Rhino, Expresso dem Strauss, Enguarde dem Schwertfisch, Winky dem Frosch und Squaks dem Papagei. Mit deren Hilfe stößt unser Team in die Weiten der Kong-Insel vor. Dabei durchwandern sie die verschiedensten Klimazonen des gemütlichen Eilandes. Dicht bewachsene Wälder, tiefe Gewässer, frostige, schneebedeckte Berge, verlassene Minen und zerfallene Ruinen sind nur einige wenige dieser verschiedenen Territorien.

Dabei kann der Spieler entscheiden, ob er sich alleine, mit einem menschlichen Mitspieler im Team oder im Konkurrenzkampf zu King K. Rool, dem Herrscher der Kremlings, durchschlagen will. Beim Team-Play übernimmt der eine Spieler Donkey, während der andere mit Diddy Vorlieb nehmen muss. Gewechselt wird wie im Singelplayer-Modus durch Druck auf die „Select“-Taste des SNES-Controllers. Beim so genannten „Two Player Contest“ übernimmt jeder der Spieler sein eigenes Team und es gilt abwechselnd ein Level nach dem anderen zu bestreiten. Wer dabei die meisten Level in der kürzesten Zeit schafft, ist ganz offensichtlich der bessere Zocker.

Donkey_Kong_Country_29Um solch einen harten Marsch auch zu überstehen, müssen Donkey und Diddy allerlei Tricks auf Lager haben. Dazu gehören unter anderem das Werfen von Fässern, das Rollen, um wie eine Bowlingkugel die Gegner aus dem Verkehr zu ziehen, oder einfaches Schwimmen. Fässer spielen wie in jedem Donkey Kong Spiel eine wichtige Rolle, und es gibt von ihnen viele verschiedene: TNT-, Sternen- oder auch Kanonenfässer. Während das eine dem Zwischenspeichern gilt, öffnet man mit dem anderen irgendwelche geheimen Räume. Und die gibt es in Donkey Kong Country zu Hauf.

Hauptsächlich dienen besagte Räume Erhöhung des Leben-Kontos, ab und zu aber auch schon mal dem Einsammeln eines „K-O-N-G“ Buchstaben. Derer gibt es vier Stück pro Level. Findet man alle, so dass sich daraus das Wort „Kong“ bilden lässt, erhält man ein Extraleben. Davon kann man in Donkey Kong Country nie genug haben. Während an manchen Stellen der Schwierigkeitsgrad, gerade für Donkey Kong-Profis, schon beinahe zu einfach ist, gibt es einige Passagen im Spiel, die einem wirklich die Haare zu Berge stehen lassen und bei denen man den Controller am liebsten in die Ecke pfeffern würde. Alles in allem ist aber der stetig steigende Anforderungsgrad angemessen und verhindert eine Art „Durchlaufen“ des Spiels. Was bei solch einem genialen Game auch wirklich eine Schande wäre…

Stolz waren die Männer und Frauen aus dem Hause Rare damals auf die Grafik. So wurden die Charaktere aus Donkey Kong Country nicht einfach nur gezeichnet, sondern wurden in feinster Kleinarbeit an extra für die Erschaffung von 3D-Animationen entwickelten Workstations der Firma Silicon Graphics Inc. erschaffen. Mit Hilfe dieser leistungsstarken Computer entstanden bereits die riesigen Dinosaurier aus dem Film „Jurassic Park“ oder der Roboter aus „Terminator 2“. Man schuf also komplett dreidimensionale Modelle von Donkey und seinen Freunden, die man von allen Seiten am PC betrachten konnte. Später wurden diese Modelle von den Entwicklern auf das Super Nintendo portiert. Dadurch entstand eine vollkommen neue Methode Videospielcharaktere in ein Game zu integrieren. Doch die Affen und Gegner sind nicht das Einzige, was in Donkey Kong Country dreidimensional wirkt. Auch die Palmen, Büsche, Höhlen und alles, was sich sonst noch auf der Insel finden lässt, können sich sehen lassen.

Donkey_Kong_Country_39Logisch, dass unter diesen Voraussetzungen die Grafik von Donkey Kong Country 1994 das Beste war, was 16-Bit zu bieten hatte und auch nur von den beiden Nachfolgern getoppt wurde. Die Animationen der Charaktere sind dabei besonders liebevoll ausgefallen, kein Vergleich zu starr animierten Helden anderer SNES Jump and Runs. Bei den einzelnen Leveln hat man sich bei Rare ebenfalls ins Zeug gelegt: Ob Höhlen, verlassene Tempel, Minenschächte oder Piratenschiffe: Die Level sehen großartig aus und sind stets liebevoll und abwechslungsreich designt.

Donkey Kong Country präsentiert sich musikalisch von seiner besten Seite. Fetzige Beats und cooles Affengebrüll lassen nicht nur den Dschungel, sondern sicherlich auch das heimische Spielzimmer erbeben. Was die Effekte betrifft, so hat sich Rare die größte Mühe gegeben dem Spieler ein realistisches und vor allem auch qualitativ hochwertiges Sounderlebnis zu bieten. Nicht der Hauch eines Kratzens oder einer übersteuerten Stelle lässt sich vernehmen. Deshalb verdient Donkey Kong Country an dieser Stelle eine besonders lobende Erwähnung.

Alexander meint:

Alexander

Donkey Kong Country besticht durch seine liebevoll gerenderten Helden und Grafiken, den bombastischen Sound und die Fülle an neuen Ideen. In jedem Level mehrere Bonusrunden? Aber klar doch! Haufenweise Secrets und versteckte Buchstaben? Aber sicher! Dazu kommen dann noch Gespräche und Einlagen mit den Verwandten und Freunden unseres Inselaffens. Die Faszination an "DKC" lag vor allem an den vielen versteckten Bonusleveln, die man alle finden musste um die 101% Marke zu knacken, was bei einigen Leveln zu richtig Frust führte und man am liebsten das Gamepad an die Wand werfen wollte. Aber die Verpackung hat nicht gelogen und die Motivation war stets ungemein hoch. Wer das Spiel Mitte der 90er nicht hatte, war der absolute Außenseiter.

Positiv

  • Gelungenes Jump'n'Run
  • Viel zu entdecken
  • Fetzige Musik

Negativ

  • Teilweise recht schwierig