Genre: Action
Spieleranzahl: 1
Regionalcode: PAL
Auflösung / Hertz: -
Onlinefunktion: Ja
Verfügbarkeit: 1996
Vermarkter: Electronic Arts

Wertung

8.6

Userwertung

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Es handelt sich hierbei um das Helikopter-Epos Soviet Strike für PlayStation 1, ein Jahr später durften auch SEGA Jünger ran ans Saturn-Pad. Für Neulinge gibt’s hier jetzt erst mal eine kleine Einführung in die Strike-Serie, alle anderen dürfen diesen Absatz gerne überspringen. Den Anfang machte Desert Strike, das 1993 unter anderem für das Mega Drive und SNES erschien. Die beiden Nachfolger aus der 16-bit-Ära hören auf die Namen Jungle Strike und Urban Strike. Danach folgte das hier besprochene Soviet Strike, mit Nuclear Strike endete die Reihe 1997. Es handelt sich durch die Bank um Actionspiele, bei denen nicht etwa ein Mensch, sondern ein Ureinwohner der USA, der Apache (ein Kampfhubschrauber), die Hauptrolle übernimmt. Erstes Gebot war seit dem Debüt ´93 Ballern, Ballern und nochmals Ballern. Missionsziele waren stets simple Aufgaben wie „Rette Person X“ oder „zerstöre Lagerhalle Y“. Gemeinsam haben alle Spiele außerdem einen recht happigen Schwierigkeitsgrad und aufwändig erzählte Geschichten, die aber nicht immer ganz frei von (unfreiwilligem) Humor waren.

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Ein Augenmerk bei Soviet Strike ist ohne Frage die an sich todernste Kriegsthematik, die aber immer wieder absolut grandios durch den Kakao gezogen wird – teilweise absichtlich, manchmal aber mit Sicherheit ungewollt. Ein Beispiel gefällig? Bitteschön! Am Anfang einer Mission gibt’s immer Anweisungen vom General, die in Form einer Videosequenz durchgegeben werden. Diese Zwischensequenzen sind teils gerendert, teils mit echten Schauspielern besetzt und schwanken zwischen cool und trashig. Und jetzt kommt der Haken: während der General ein grandios ernstes Gesicht macht und dann die deutsche Sprachausgabe, die an Albernheit übrigens kaum zu überbieten ist, völlig unglaubwürdig „Wir haben ne Krise!“ durch die Lautsprecher haut, dann muss man einfach laut loslachen oder zumindest breit grinsen.

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Trotz dem Humor, der sich praktisch durch das gesamte Abenteuer zieht, hat der Titel einen eigentlich recht erwachsenen Hintergrund, nämlich den Krieg. Ihr spielt dabei aber kein realistisches Ereignis nach, sondern ballert euch durch ein fiktives Setting. Im Grunde geht es darum, einen möglichen dritten Weltkrieg zu vermeiden. Im Klartext heißt es also, die verantwortlichen Terroristen zur Strecke zu bringen und somit die Welt zu retten.

Das heißt, es wird aus allen Öffnungen geballert. Wie vorhin bereits angesprochen, habt ihr während den Missionen simple Ziele zu erfüllen, wie etwa das Bombardieren einer feindlichen Basis. Wer Soviet Strike deshalb aber für ein sinnloses Geballer hält, der liegt falsch. Das liegt erstens an den extrem knappen Munitions- und Treibstoffvorräten – wenn die einmal ausgehen, hat man schlechte Karten. Das heißt, man muss stets Raketen sparen und die Umgebung nach Sprit absuchen, wenn man das Schlachtfeld lebend verlassen will. Zweitens gibt’s neben der Hauptaufgabe fast immer auch optionale Ziele. Wenn ihr beispielsweise erst mal ein Kraftwerk abseits des normalen Pfades vernichtet, werdet ihr später nicht mit so viel Beschuss rechnen müssen. Die Qual der Wahl bleibt natürlich euch überlassen. Darüber hinaus erhöht dieses Feature den Wiederspielwert natürlich ungemein, da ihr beim zweiten Mal die Mission womöglich ganz anders angeht – toll!

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Unrealistisch, aber dafür gut gegen Frust ist das „intelligente Rüstungssystem“. Wenn euer Apache zu viel Blei abbekommt, heißt es nicht etwa „Game Over“, sondern „weiterspielen“! Nach ein paar Sekunden Reparaturarbeiten seid ihr wieder topfit. Also quasi wie ein Extraleben, nur etwas anders verpackt. Ist das nun gut oder schlecht? Schwer zu beantworten. Auf jeden Fall ist es unrealistisch. Das stört aber in diesem Zusammenhang kaum, da sich das Ganze perfekt in die abgefahrene Welt des Helikopters einfügt.

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Wie also lässt sich Soviet Strike bewerten? Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Ballerfreunde ihren Spaß haben werden. Voraussetzung für den Titel sollte jedoch definitiv einiges an Frustresistenz sein, da man sonst unter Umständen schnell das Handtuch werfen wird. Zudem sollte klar sein, dass Soviet Strike nicht todernst wie etwa die CoD-Reihe ist. Wenn wir schon bei genanntem Beispiel sind: jeder, der mal wissen wollte, was vor Zeiten monströser Grafik und aufwendigen Präsentationen so alles auf den virtuellen Schlachtfeldern los war, der sollte einem Blick auf Soviet Strike riskieren. Ein kreativeres oder charmanteres modernes Kriegsspiel werdet ihr so schnell mit Sicherheit nicht finden! Definitiv eine Anspielsession wert!

Dominik meint:

Dominik

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Soviet Strike hebt sich klar von anderen Vertretern der Kategorie „Kriegsspiel“ ab. Das bezieht sich besonders auf den krassen Humor und auf die Tatsache, wie die Entwickler mit fiktiver und realistischer Kriegsführung umgehen. Der Mix klappt außerordentlich gut, zwischendurch dürft ihr immer mal wieder einen großen Lacher raus lassen. Wer die Nase voll hat von den immer gleichen Ballerspielen und dem endlosen Patriotismus sollte einen Blick riskieren. Der Titel wurde zwar im Wesentlichen auf das Nötigste, nämlich den reinen Ballerspaß, reduziert,  klappt aber als normaler Shooter sehr gut und macht dabei eine außerordentlich gute Figur. Soviet Strike steht ganz klar in einer eigenen Nische, doch wenn man erst einmal in die unverbrauchte Welt eingetaucht ist, will man (fast) gar nicht wieder zurückkommen!

Positiv

  • Gute Action
  • Schwarzer Humor…
  • Verschiedene Lösungsansätze

Negativ

  • Teils sehr schwer
  • …der aber nicht jedermanns Geschmack ist
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