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What Did I Do To Deserve This, My Lord!? 2

PSP
What did I do to Deserve this, my lord!? 2, diesen langen Namen muss sich erstmal einer merken und ist gleichzeitig rekordverdächtig, einer der längsten Titel zu sein. Wenn auch der Name mit Länge strotzt, so ist das Spiel alles andere als opulent. Retrocharme und einfaches Spielprinzip sind hier Programm. Wie das aussehen kann, zeigen uns die Macher von Nippon Ichi Software.
Immer mehr Entwickler stellen sich der großen Konkurrenz mit gänzlich anderen Ideen in Sachen Technologie. Realistische Explosionen, schöne Lichteffekte oder aufwendig physikalische Verhaltensweisen der Umgebung sind nicht mehr der Garant für den Erfolg eines Spieles, unkonventionell oder manchmal auch etwas verrückt darf es dann schon einmal sein. Diesen Weg verfolgt das Spiel – ich kürze mal ab – „My Lord 2“. Der Spieler tritt nicht in die Fußstapfen eines gut gebauten Helden, sondern sehnt sich als pixeliger Antiheld nach der Herrschaft über das gesamte Land. Hierfür muss eine finstere Gestalt namens Badman jedoch sein Schloss des Bösen wieder aufbauen. Dieses wurde von den vielen Helden zerstört. Anders wie bei herkömmlichen Spielen dreht sich hier alles um Böse gegen Gut.
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Nur mit einer Spitzhacke bewaffnet wird hier das Spielgeschehen vorangebracht. Mit dieser kann in ein großes Mosaikfeld, was die Erde im Querschnitt darstellt, ein Tunnelsystem gehackt werden. Lediglich eine Aktionstaste und das Steuerkreuz zur Positionierung der Hacke kommen zum Einsatz, mit dem Ziel die periodisch einfallenden Helden zum einen durch aufwendige Gänge zu verwirren und zum anderen darin eine Nahrungskette bestehend aus Monstern zu schaffen. Diese bedingen einander, während der nächstgrößere sich von dem kleineren ernährt. Der Aufbau einer Ökosystemarmee ist dein Schutzschild vor den Helden, je länger die Nahrungskette desto mehr Schutz. Das war's schon - Klingt erstmal einfach, ist es aber nicht! Im Detail, ist der Boden an manchen Stellen mit Nährstoffen und Mana durchsetzt, welche von den Monstern gefressen, transportiert und abgelegt werden. Haben sich an einzelnen Blöcken genügend Nährstoffe oder Mana angesammelt verfärben sie sich. Abhängig von der Menge wird in Muster und Farbe die Qualität des angereicherten Blockes dargestellt. Zerstört der Spieler nun einen solchen Block mit der Spitzhacke, entspringt aus diesem ein Monster, welcher im einfachsten Fall ein Schleimmonster und im besten Fall ein Drachen sein kann. Die Zahl der über den Bildschirm wusselnden Monster erscheint dabei grenzenlos. Den Gesetzen des Nahrungskreislaufes folgend frisst der Stärkere den Schwächeren und kann sich so aufwerten.
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Zusätzlich setzen unterschiedliche Pflanzen und Pilze, Nährstoffe sowie Mana frei, wenn sie mit der Spitzhacke angepieckt werden. Doch damit nicht genug, können Monster auch aussterben, sich fortpflanzen und nach den Gesetzen der Evolution, sorgt zufällige Mutation für die Entstehung neuer Arten. Alles geschieht dabei völlig automatisch, lediglich mit der Spitzhacke wird entschieden, aus welchen Blöcken die Monster entstehen. Dringen nun die Helden in dein Labyrinth ein, darfst du noch schnell deinen Antihelden strategisch günstig so positionieren, dass die Gegner an möglichst vielen Monstern vorbei müssen. Die Gänge sollten also wohlbedacht in den Boden geschlagen werden, um den Helden die Suche zu erschweren. Das komplizierte daran ist den Kreislauf der Monster zu erkennen, lange kann es dauern bis das Spielprinzip durchschaut ist, was einen wirklich sehr hohen Schwierigkeitsgrad nach sich zieht. Ein Trainingsmodus und ein Lexikon unterstützen hilfreich den Spieler bei dem Einstieg in die Hintergründe. Wer glaubt alles passiert nur zufällig, den kann ich beruhigen, so selbständig auch alles abläuft ist der gezielte Einsatz der Spitzhacke das Nonplusultra im Spiel. Hat der Spieler eine Welt geschafft und glaubt es verstanden zu haben, ist der Aufbau und Erhalt des Ökosystems im nächsten Level schon wieder viel schwerer – Achtung Frustgefahr.
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Die Präsentation wirft viele Fragen auf. Ist die Retrografik einfach nur Stil oder ein geschickter Weg um aufwendige Entwicklungskosten zu umgehen. Fakt ist, die pixelige Grafik und der mittelalterliche an alte Zeiten erinnernde Retro-Sound hat was – deswegen ist es Stil. Etwas nervig kann die sich wiederholende Musikuntermalung aber dann doch sein. Trotz grober Pixel sind die Aktionen der kleinen Monster sowie Helden sehr gut erkennbar und strahlen viel spaßigen Charme aus. Unsere Screenshots zeigen euch wovon die Rede ist. Für weiteres schmunzeln sorgen die Sprüche unseres Antihelden, leider ist alles in Englisch. Wer dessen nicht so mächtig ist, bekommt keinen verständlichen Spaß auf die PSP.

Dirk meint:

Dirk What did I do to Deserve this, my lord!? 2 ist ein sehr spartanisch angelegtes Spiel das nur so vor Minimalismus strotzt. Es weckt viele Emotionen die von wegwerfen der PSP bis super gerade noch geschafft reichen. Mit Retrotechnik pur, sowie einfachster Steuerungstechnik wollen NIS uns von weniger ist mehr überzeugen. Es hat geklappt! Der Umfang sowie der exorbitante Schwierigkeitsgrad drücken hingegen die Wertung herunter. Auch wäre eine Übersetzung des Untertitels sicher nicht zuviel verlangt, wenigstens ist die beigelegt Anleitung in deutscher Sprache. Außerdem ist das Verhältnis aus Preis und Umfang nicht sehr günstig, derzeitig rund 30 Euro.

Positiv

  • Irres Spielprinzip
  • Witziger Antiheld

Negativ

  • Hammerhart, bis es klick gemacht hat
  • Magerer Umfang
  • Alles in Englisch
Userwertung
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