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Kane & Lynch 2: Dog Days
| Genre: | Action |
| Spieleranzahl: | - |
| Regionalcode: | PAL |
| Auflösung / Hertz: | 50 / 60 Hz |
| Onlinefunktion: | Ja |
| Verfügbarkeit: | 27. August 2010 |
| Vermarkter: | Eidos |
Wertung |
In Kane & Lynch: Dead Man präsentierte uns Eidos ein (Anti-)Heldengespann der besonderen Art! So bekamen wir es, ganz anders als man es aus den meisten Filmen und Games gewohnt ist, mit zwei dreckigen Mistkerlen zu tun, denen so ziemlich jedes Mittel Recht war um ans Ziel zu gelangen. Daran hat sich auch in Kane & Lynch 2: Dog Days nicht viel geändert… Oder doch?
Im 3D Person-Shooter Kane & Lynch: Dead Men aus dem Jahr 2007 schlüpften wir in die Rolle von Ex-Söldner Kane, der ordentlich Mist gebaut hatte und mit Unterstützung des leicht durchgeknallten Aufpassers Lynch versuchte seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Kane & Lynch 2: Dog Days spielt einige Zeit später und beschäftigt sich vorrangig mit Lynch. Dieser lebt mittlerweile in der chinesischen Metropole Shanghai, betätigt sich als Handlanger für einen Gangster und scheint verhältnismäßig zufrieden zu sein. Jedenfalls bis zu dem Moment als er einen Auftrag erhält der zwar profitabel scheint, ohne Unterstützung aber nur geringe Chancen auf Erfolg verspricht. Lynch kontaktiert also seinen mäßig begeisterten Ex-Partner Kane und schafft es tatsächlich ihn von seinem Vorhaben zu überzeugen.
Die Wiedersehensfreude nach Kane´s Ankunft in Shanghai hält allerdings nicht lang, der „todsichere“ Deal geht - wie nicht anders zu erwarten war - von vorneherein völlig in die Hose! Versehentlich wird die Tochter eines Triadenbosses umgelegt und schon nach kurzer Zeit pfeifen unzählige Kugeln durch die Luft. Kane & Lynch haben nun nicht nur die versammelte chinesische Unterwelt, sondern auch noch die örtliche Polizei und das Militär an der Backe. Wie in alten Zeit - nur mit Asia-Touch, könnte man sagen… Ziel ist es natürlich heil aus dem Schlamassel herauszukommen, was aufgrund mangelnder Alternativen dazu führt dass sich die beiden den Weg aus der Stadt frei schießen müssen. Anders als im Vorgänger steuern wir dieses Mal nicht Kane, sondern übernehmen - bis auf eine kleine Ausnahme - Lynch, den wir in Verfolger-Perspektive und mit KI-Kollege Kane im Schlepptau durch die Levels lotsen. Gameplaytechnisch setzt Entwickler IO Interactive auf Bewährtes und serviert uns einen 3D Person-Shooter in Reinform.
Lynch geht auf Knopfdruck hinter so ziemlich jedem starren Objekt in Deckung, hantiert im Schlaf mit Pistole, Sturmgewehr, Shotgun oder MP und hetzt durch strikt lineare Levelschläuche. Dabei bekommen wir es mit schier endlosen Gegnermassen zu tun die sich uns - Spielabschnitt für Spielabschnitt - in den Weg stellen. Letztere werden dann im Akkord über den Haufen geschossen um an neue Waffen und Munition zu gelangen. Lynch darf gleichzeitig zwei Schießprügel mit sich führen und benutzt im Zweifelsfall auch mal eine Geisel als Schutzschild. Für Krawumm sorgen sporadisch verteilte Gastanks, Feuerlöscher und Benzinkanister, die auf Knopfdruck Richtung Ziel geschleudert und durch gezielt Schüsse zur Detonation gebracht werden. Im Prinzip gibt es kaum mehr zu sagen, außer schießen tun wir in Kane & Lynch 2: Dog Days nämlich nichts!
Großartige Abwechslung im Missionsdesign? Fehlanzeige… Ein Schusswechsel jagt den nächsten, lediglich Umgebung, Feinde und die „Outfits“ unserer Hauptcharaktere ändern sich in regelmäßigen Abständen. Das klingt zwar eintönig, aufgrund der fast schon lächerlichen Solo-Spielzeit von gerade einmal fünf bis sechs Stunden kommt aber wenigstens keine Langeweile auf. Die Schießereien orientieren sich am Genrestandart, so heißt es fleißig in Deckung gehen, sauber zielen und sobald ein feindliches Körperteil, oder vornehmlich der Kopf, auftaucht… Nunja, ihr wisst schon! Die KI von Freund und Feind geht in Ordnung, leidet aber unter kleineren Macken. Die Jungs suchen selbstständig Schutz hinter Objekten, decken uns mit reichlich Kugeln ein und sind generell recht zielsicher. Manchmal stehen sie aber auch etwas verloren in der Gegend herum und betteln geradezu darum über den Haufen geschossen zu werden. Anspruchsvollere Manöver wie Einkreisen oder Sperrfeuer bekommt man ebenfalls nur selten zu Gesicht!
Kane ist im Übrigen nicht viel mehr als schmückendes Beiwerk, zur echten Unterstützung wird er erst im Koop-Modus mit einem menschlichen Mitspieler - doch dazu später mehr! Die Steuerung von Lynch geht direkt von der Hand, lediglich beim Deckungswechsel verhält sich unser meist leger gekleideter Haupcharakter etwas ungelenk. Es empfiehlt sich übrigens tunlichst darauf zu achten wo wir gerade Schutz suchen! Tische oder dünne Wände sind schnell mit Kugeln durchsiebt, das Selbe gilt für Lynch, falls er sich gerade dahinter aufhält. Nach einigen, ruhigen Sekunden „in Sicherheit“ regeneriert sich die Gesundheit zwar wie üblich von selbst, zu viele Treffer vertragen wir aber nicht. Sollten wir mal ins virtuelle Gras beißen, bugsiert uns das Spiel zum letzten der insgesamt recht fair verteilten Checkpoints. Frustmomente gibt es kaum, die höheren der insgesamt vier Schwierigkeitsgrade haben es aber in sich und sind eindeutig an Shooter-Veteranen gerichtet.
Die beiden Hauptakteure sind - wie im Vorgänger - alles andere als beste Freunde, Kane ist stinksauer dass Lynch ihn in dieses Himmelfahrtskommando mit hineingezogen hat und Lynch, naja… Er ist und bleibt nun mal Lynch. Auch wenn er nicht mehr ganz so gestört wie im ersten Teil daher kommt, lässt er gerne mal den Psychopathen raushängen. Über die gesamte Spielzeit hinweg schmeißen sich die beiden wüste Flüche an den Kopf und ihre Konversationen - sofern man das Herumgeschreie während der Schießereien so nennen mag - fallen entsprechend deftig aus. An Qualität und Wortwitz des Erstlings kommen die verbalen Auseinandersetzungen, trotz tadelloser deutscher Synchronisation, aber nicht heran! Selbiges gilt für die Zwischensequenzen die zwar cool wirken, aber nur zur Vorstellung neuer Charaktere / Umgebungen und der Initiierung weiterer Schusswechsel dienen.
Optisch schlägt Kane & Lynch 2: Dog Days in eine ganz besondere Kerbe. Ähnlich wie in den Filmen Cloverfield oder REC bekommen wir das Abenteuer des Duo Infernale aus der Sicht einer wackligen Videokamera präsentiert. Im Prinzip hat man das Gefühl als würde ständig ein Kumpel mit Handkamera hinter den beiden her rennen. Der Youtube-Stil passt ausgezeichneten zu der versifften Umgebung und den dreckigen Hauptcharakteren. Die Schusswechsel wirken wesentlich direkter, als bei starren Kamera-Einstellungen. Zudem sorgen gewollte Bildstörungen und Pixelfehler für Authentizität und heben Kane & Lynch 2: Dog Days optisch von anderen aktuellen Shootern ab. Dieses Fünkchen Individualität braucht IO Interactive auch dringend, ansonsten würde die ideenarme Endlosballerei nämlich hoffnungslos in der Masse aus Konkurrenten untergehen.
Wer mit der Shaky Cam nichts anfangen kann, darf sie in den Optionen übrigens ausschalten! Zweifellos dient der gewählte Grafikstil auch dazu optische Mängel wie schwache Texturen, steife Animationen und Clipping-Fehler zu kaschieren. Dazu gesellen sich etwas kraftlose, aber immerhin realistisch wirkende Explosionseffekte und fehlende Lippenbewegungen der Charaktere - zumindest abseits der Zwischensequenzen. Hintergrundmusik und Waffensounds sind gelungen, lediglich einige Soundbugs stören die Akustik! Positiv sind die vielen verschiedenen Orte zu bewerten die wir „besuchen“. Von dreckigen Hinterhöfe, belebten Straßen und Geschäften in der Innenstadt, Fabrikgebäuden samt Lagerhallen, Wohnanlagen und verfallenen Häuserblocks über einen Fischmarkt, ein Retaurant und den örtlichen Bahnhof bis hin zu Dach und Chefetage eines Wolkenkratzers ballern wir uns durch so ziemlich jeden Winkel Shanghais. Zum Schluss geht’s dann natürlich noch zum internationalen Flughafen, wo sich Gepäckabgabe und Ausreise aber mehr als unkomfortabel gestalten! ;-)
Ist die Solo-Kampagne überstanden darf das Ganze auf Wunsch noch einmal im On-/Offline Koop-Modus mit einem Freund bestritten werden. Dazu kommen ein (Offline-)Arcade-Modus - der in der deutschen Version leicht geschnitten wurde - und verschiedene Multiplayermodi. So lässt uns Fragile Alliance im Team und unter Zeitdruck einen Raub begehen und mit der Kohle flüchten. Natürlich sind Gangster nicht unbedingt für gegenseitiges Vertrauen bekannt, was ihr sicher recht bald selbst merken werdet! ;-) Im Undercover-Cop Modus wird die gemeinsam fröhliche Hetzjagd auf einen Maulwurf zelebriert. Cops & Robbers dreht sich zu guter letzt um den ewigen Kampf Gut gegen Böse! Die Gangster versuchen eine Bank zu überfallen und mit der Beute stiften zu gehen, die Cops müssen sie aufhalten. Alles in allem sind die Mehrspieler-Modi recht kurzweilig ausgefallen und für ein Spielchen zwischendurch bestens geeignet. Auf Dauer wird dann aber doch zu wenig Abwechslung geboten!Kane & Lynch 2 präsentiert sich mitunter recht brutal, was vor allem in den Zwischensequenzen auffällt. Obwohl es nie übermäßig blutig wird ist Das USK18-Siegel absolut gerechtfertigt! Die Schnitte der deutschen Fassung belaufen sich lediglich auf den Arcade-Modus und die Möglichkeit Zivilisten aufs Korn zu nehmen.
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Diskutiere mit anderen über diesen ArtikelDie neuesten Beiträge: insgesamt 83 Beiträge | zum Forum...
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02.12.2010 17:50:25 von Arcadion:
Ich werde mir Teil 3 auch zum Release zulegen. Ein Onlinekumpel ebenso. Im Koop hat uns das Spiel einfach tierisch spass gebracht. ...
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02.12.2010 17:37:03 von Pestilence:
Und auch Teil 3 wird gleich zum Release gekauft. Ich habe den zweiten Teil geliebt, auch wenn der Rest der Welt ihn scheisse fand. ...
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02.12.2010 16:15:34 von Arcadion:
Naja, bei dem 'beschissenen' Ende, isses aber auch zu erwarten gewesen. ...
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Kane & Lynch sind zwei sympathische Mistkerle, was wohl auch der Hauptgrund dafür war dass ich trotz aller Mängel gut von Dog Days unterhalten wurde. Shooter-Fans dürfen definitiv einen Blick riskieren, wer allerdings nichts mit Schießereien und Flüchen anfangen kann, sollte besser auf Kane & Lynch 2 verzichten! ;-)
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