| Genre: | Ego-Shooter |
| Spieleranzahl: | 1 - 12 |
| Regionalcode: | PAL |
| Auflösung / Hertz: | 50 / 60 Hz |
| Onlinefunktion: | Ja |
| Verfügbarkeit: | 26. Juni 2012 |
| Vermarkter: | SEGA |
Wertung |

The Conduit ist ein Spiel, das sich bei der hohen Masse an Software für Nintendo's Wii eindeutig als Outsider hervor tut, denn das Spiel wurde von Grund auf für Nintendo´s Heimkonsolensystem konstruiert, um sowohl Steuerung und Hardwareperformance auf eine neue Ebene zu puschen, die viele Entwickler noch gar nicht erreicht haben. Somit kann man zu Recht sagen, dass das amerikanische Entwicklerteam von High Voltage Software ein ambitioniertes Projekt in der Tasche hat. Ein großer Augenblick war dann die erste Präsentation der hauseigenen Grafikengine Quantum3, die zu 100% auf Nintendo's Hardware abgestimmt wurde. Die gezeigte Livedemo war recht bemerkenswert, weil dort Grafikeffekte gezeigt wurden, von denen viele Spieler sowie Pressemitglieder nicht wussten, dass die Konsole für diese Performance geeignet war. Somit bewies High Voltage Software, dass die Wii eindeutig kein Kinderspielzeug ist. Vollmundige Versprechungen von ihrem Wii-exklusiven Shooter wie revolutionäre Grafik, authentische Steuerung sowie ein starker Mehrspielerpart ließ Wii-Besitzer hoffen, endlich das volle Actionpaket zu bekommen, das der Konsole gerecht wird. Doch der Releasetermin wurde weiter nach hinten verschoben und ich wurde so langsam ein bisschen kribbelig, ob The Conduit wirklich das halten kann, was es versprach. Nach fast einer Woche Testphase mit dem Titel kann ich sagen ’’Ja, aber…’’. Erfahrt hier bei uns, was noch gefehlt hätte zum Spitzentitel!

Helden haben immer eine traurige Rolle: Zum Ersten werden sie immer für aufreibende Dinge verpulvert und zum Zweiten wird ihnen nie die ganze Wahrheit erzählt. Das gilt auch für den Titelhelden Michael Ford, der sich beim Secret Service einen guten Ruf erarbeitet hat. Durch einen Videochat kommt Herr Ford mit einem mysteriösen Syndikat in Kontakt, das sich ’’The Trust’’ nennt. Ihr Anführer, John Adams, ein recht geheimnisvoller Mensch, dessen Gesicht man kaum erkennt, schmiert dem lieben Michael bei der ersten Unterhaltung recht viel Honig um den Bart und als der Satz ’’Wir arbeiten eng mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zusammen’’ fiel, wurde Michaels Patriotismus komplett geweckt. Laut John Adams hat eine Terrororganisation unter der Leitung von einem Mann namens Prometheus ein wichtiges technologisches Artefakt gestohlen und mit Hilfe eines Virus Soldaten und Menschen zu gehirnlosen Marionetten verwandelt. Somit ist euer Auftrag klar: Findet Prometheus, das Artefakt und bringt es zu Mister Adams zurück!

Michaels Actioneinklang beginnt im Washingtoner Metrotunnel, wo ihr spielenderweise mit der Steuerung vertraut gemacht werdet. Solltet ihr ab hier noch keinen Blick ins Optionsmenü geworfen habe, empfehle ich euch das jetzt, denn die Steuerungseditionen von The Conduit kommen einem PC-Shooter gleich. Jeder Parameter von Knopfbelegung, Controller-Empfindlichkeit, Kameraverhalten sowie automatisches Umdrehen ist hier einstellbar. – Das ist auch während des laufenden Spiels veränderbar und macht somit jetzt schon deutlich, wie viel Liebe die Entwickler in ihr Baby gesteckt haben. Ist die Steuerung nach euren Wünschen, kann es auch schon gleich losgehen. Gefeuert wird traditionell mit dem B-Knopf während ihr mit dem Pointer auf den Fernseher zeigt. Nachladen oder Waffenwechsel sind standardmäßig mit Buttons belegt. Die Bewegungssteuerung kommt neben dem Zielen der Waffen auch noch zum Einsatz, wenn es darum geht, Granaten zu werfen (Schwungbewegung mit dem Nunchuk) oder Schläge mittels Faust zu verteilen (Stoßbewegung der Wii-Remote). Das funktioniert genau wie die restliche Steuerung tadellos!
Der Waffenschrank ist dank des Beitretens des Syndikats doppelt gefüllt, denn neben den bekannten Wummen wie MP5 oder Spas12, gesellen sich auch experimentelle Munitionsverschwender, wie ein TPC-Werfer (verschießt geladene Energiezellen) oder andere Laserwummen mit großer Schlagkraft dazu. Tragen könnt ihr leider immer nur zwei Waffen, womit ihr oft mit der Wahl konfrontiert werdet, welche Wumme am besten zu welchem Levelabschnitt passt. Der größte Teil der Krachmacher ist mit einem alternativen Feuermodus ausgestattet, womit ihr z.B. durch Aufladen der Schusssalven mehr Performance bringt oder andere nette Spielereien. Solltet ihr einmal in das Dilemma kommen, dass gerade eure Munition zu Neige geht, müsst ihr keine Angst haben, nackt in den neun Levels zu stehen, denn gekillte Gegner hinterlassen genug Magazine oder Munitionslager an Hotspots werden das Maximum eurer Tragkraft herausfordern. Auf der Jagd nach Prometheus durch die ersten Levels wird euch schnell klar, dass ihr für die falsche Seite arbeitet. Doch erst als ihr das begehrte Artefakt ergattert, lässt John Adams seine Hosen runter.

Dann werdet ihr nicht mehr von menschlichen Marionetten aufgehalten, sondern eine Alienrasse, die sich ’’The Drudge’’ nennt, kommt zum Vorschein und möchte euch aus dem Weg räumen, weil ihr erstens zuviel wisst und nebenbei in Besitz des ASA seid. – Dazu aber gleich mehr. Ab dann macht das Spiel eine vorhersehbare Kehrtwendung und ihr mutiert zum Kammerjäger aus Not, denn ganz Washington steht unter einer Invasion der 'Drudge'. Kurioserweise hilft das Syndikat den feindlichen Aliens und ihr müsst im Alleingang die amerikanische Bevölkerung retten. Dank der dritten Partei kommen auch wieder neue Waffen hinzu, die eindeutig perfektionistischer ausgestattet sind. Doch die Alieninvasion einfach mit bloßer Waffengewalt zu beenden, bringt nicht immer das beste Ergebnis. Hier kommt das ’’Alles Sehende Auge’’, kurz ASA zum Einsatz. Mit seiner Hilfe entdeckt ihr Hinweise an Wänden, Datendisks, unsichtbare Schalter zu geheimen Waffenkammern oder Gegner, die Predator-like mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Hier müsst ihr erst mit dem ASA in der Hand ihr Unsichtbarkeitsschild deaktivieren, bevor ihr sie mit Blei vollpumpt!

Abwechslung bieten auch die nicht sichtbaren Minenfelder, die euch daran hindern sollen, das Ende jedes Levels zu erreichen. Hier zückt ihr wieder das ASA und entschärft aus ein paar Metern Entfernung alle Minen. Sehr oft kommt ein ganzer Schwarm von Milben, Drohnen und Flugaliens auf euch hereingeprasselt, wo der Fluss an Gegnern nicht zu versiegen scheint. Das bedeutet dann, dass irgendwo ein Conduit, also ein Portal offen steht, wo jedes Mal frischer Zuwachs die Alienarmee verstärkt. Somit wird eure Tätigkeit als Kammerjäger durch die Schließungen der Portale erweitert, wo ihr euch später den Titel ’’Rausschmeißer ’’geben könnt. Ab und zu trefft ihr auf dickere Gegner, die mehr als nur ein paar Granaten schlucken, aber wirkliche Bossfights sind das nicht. – Das ist auch ein kleiner Kritikpunkt an The Conduit, weil richtige Highlights wie z.B. bei Halo 3 oder Killzone 2 gibt es nicht. – Trotzdem bleibt die Shooterkost auf einem stetig guten Niveau!
Ein wirkliches Wechselbad der Gefühle ist die künstliche Intelligenz eurer Feinde. An manchen Stellen des Spiels, wie im geheimen Bunker des Syndikats, kommen euch die Gegner im Lemmingverhalten vor die Linse, wo ihr eigentlich nur abdrücken müsst. Dann aber wieder beeindruckt das schlaue Verhalten der Aliens, wie sie euch aus sicherer Deckung einkreisen und in einem Granatenregen den Gar ausmachen. Ein anderer bedeutender Kritikpunkt ist die kurze Spielzeit, die von den Entwicklern auf acht Stunden ausgelegt wurde. Doch Shooterprofis werden The Conduit unter sechs Stunden durch haben. Was bei vielen aktuellen Konsolentiteln als selbstverständlich gilt, ist auf der Wii immer noch kein ’’Standard’’. Nehmen wir mal den Onlinemodus, der bei fast keinem Titel mehr wegzudenken ist. Hier verspielt die Nintendo-Konsole viel Potenzial, denn einen Onlinemodus sucht ihr oft vergebens. Hier ist The Conduit die neue Referenz!

13 Mehrspielermodi, 15 Waffen in unterschiedlichen Waffensets, 7 MP-Maps, 12 Spieler, Wii-Speak-Kompatibel sind nur die Eckdaten des Onlineparts von The Conduit! Nachdem ihr euch in den WiFi-Verkehr eingeloggt habt, dürft ihr euch ein Alter Ego aussuchen. Mittels Spielsuche (Freunde, Regional, Weltweit) sind auch schnell offene Matches gefunden. Hier ist der Freundescode nur wichtig, wenn ihr mit Kollegen zusammen spielen wollt. Wählt ihr die Kategorien regional oder weltweit, werdet ihr auf den erstbesten freien Server geparkt, der nach kurzer Wahl der Spielmodi, Waffen und Map loslegt. An Spielmodi hat The Conduit nicht unbedingt bahnbrechende neue Dinge zu bieten. Aber dank der sehr guten Steuerung, den gut designten Maps und der ausbalancierten Waffen, ist der Spielspaß genauso hoch, als würdet ihr den Mehrspielermodus von Resistance 2 oder Killzone 2 spielen.

Pro Kill oder durch das Erfüllen von Teamzielen bekommt ihr Punkte auf euer virtuelles Konto gestellt, die euch in bester Call of Duty-Manier aufleveln lassen. Das hat den Vorteil, dass ihr an Hand des Ranges seht, mit wem ihr gerade spielt und wie gut derjenige ist. Freischaltbare Waffen oder andere Goodies gibt es leider nicht. Meine Testphase im Mehrspielerbereich kann ich als äußerst positiv bezeichnen. Die verschiedenen Karten sind schnell erlernt, Hot Spots leicht gesichtet und Verbindungsprobleme in Form von Lags waren kaum bemerkbar. Genau wie bei anderen Online-Egoshootern ist das Beherrschen der Steuerung ein Plus, um zu siegen. The Conduit ist hier nicht anders. Es geht sogar noch soweit, dass ich sage, wer öfters einen Headshot mittels Wii-Remote landet, ist der bessere Ballerkönig, als zum Beispiel einer mit der Maus und Keyboard. PC-Liebhaber werden mich jetzt sofort schlagen, aber wenn sie selbst mal die Steuerungseinheit der Wii in die Hand genommen haben und ein paar Maps spielen, werden sie mir sofort beipflichten!
Grafisch bin ich ein bisschen enttäuscht, weil die damals gezeigte Demoversion der Quantum3-Grafikengine eindrucksvoll gezeigt hat, was alles auf der kleinen weißen Konsole möglich ist. Aber würde ich The Conduit grafisch mit einem Wort beschreiben, wäre ’’Grau’’ die passende Beschreibung! In eurem sechsstündigen Ausflug durch Washington und Umgebung gibt es genug grafische Abwechslung, aber der typische Grauton der Grafik verfolgt euch jedes Level. Dabei werdet ihr, wenn ihr einmal genauer hinschaut, an Hand von Schriftzügen, Gegnern, Waffen und Gemälden erkennen, dass die Texturen für Wii-Verhältnisse recht hochauflösend sind. Nichtsdestotrotz kommen viele Grafikspielereien zum Einsatz, die Wii-Besitzer in der Vergangenheit zu wenig zu Gesicht bekommen haben. Ladet ihr zum Beispiel eure Waffe nach, verschleiert ein dezenter Unschärfeeffekt die ganze Umgebung und nur eure Waffe ist gut zu erkennen. Erfreulich ist sowohl offline- als auch online, dass die Framerate nie unter die bekannte 25 Frames/sec-Marke geht. Der Soundtrack mit seiner englischen Sprachausgabe ist stimmig und die Schieß- und Nachladegeräusche lassen die Illusion aufkommen, dass ihr wirklich einen dicken Ballermann in der Hand habt.
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13.08.2009 15:02:28 von popey24:
Immer wieder gut! http://www.escapistmagazine.com/videos/v…869-The-Conduit...
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26.07.2009 12:43:51 von Crewmate:
Hmm, ich hab erst 4 Freunde registriert und kann dazu nix sagen. Die Freundesanfrage funzt auf jeden Fall so. Von Heroes2 hab ich auch schon was gehört, aber ist in DE nicht erschienen und hat dieses unsägliche WKII Setting. Das Review lässt das Wiederholen der Abschnitte außer Acht. Im...
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25.07.2009 11:51:41 von cenobite:
Zitat Original von Crewmate Die Freundesanfrage (du kannst das Spiel ruhig auf deutsch stellen, es ist ist okay!) kannst du an Leute in deiner -Wii Freundesliste- schicken. Also die Leute die sich gegenseitig bereits mit dem großen FC der konsole registriert ahben. Bei...
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